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Skurriles Theater in verrotteter Villa

«The Addams Family» heisst die neue Produktion des Flawiler Musicalvereins. Regisseur Severin Pfeffer erzählt über das aussergewöhnliche Stück, das von den Mitwirkenden Aussergewöhnliches fordert.
Zita Meienhofer
Severin Pfeffer – noch steht er in Flawil wieder auf der Bühne. (Bild: Zita Meienhofer)

Severin Pfeffer – noch steht er in Flawil wieder auf der Bühne. (Bild: Zita Meienhofer)

«The Addams Family» entstammt aus der Feder des amerikanischen Zeichners Charles Addams. Er sah seine «Addams» als eine satirische Umkehrung der perfekten amerikanischen Familie. Sie sind exzentrische Personen, die Freude an allem Grotesken und Makabren finden und sich nie dessen bewusst wird, dass andere Menschen diese Dinge als bizarr oder beängstigend empfinden. Charles Addams' Zeichnungen erschienen in 1930er-Jahren in amerikanischen Zeitungen, 30 Jahre später wurde die Geschichte als Fernsehserie verfilmt. Im 2009 folgte in Chicago die Uraufführung der Musicalversion.

Projekt ist aufwendiger als gedacht

«Wir sind durch Zufall auf das Stück gestossen», erklärt Regisseur Severin Pfeffer die Wahl des Vereins Musicalfieber Flawil, das Stück «The Addams Family» auf die Bühne zu bringen. Pfeffer führt Regie und spielt die Rolle des Onkel Fester. Der 21-Jährige, der ursprünglich eine Lehre im Detailhandel absolviert hat, bildete sich in den Bereichen Schauspiel, Gesang, Tanz und Musical weiter. Bislang wirkte er in 18 Film- und Theaterproduktionen mit – als Statist, als Schauspieler, als Regisseur. Eine der Produktionen war «Es bsunders Gschänk», das 2014 in Flawil aufgeführt wurde und wofür er die Gesamtleitung innehatte. Daraufhin gründeten einige der Mitwirkenden den Verein Musicalfieber Flawil, der im Vorjahr «Non(n)sense» auf die Bühne brachte, wo Pfeffer als Regisseur debütierte.

Im kommenden Mai soll es etwas ganz Anderes sein: «The Addams Family». Zwar dachten die Verantwortlichen von Beginn an eine Produktion «in grösserem Rahmen». «Bei der detaillierten Planung haben wir dann allerdings erst festgestellt, wie aufwendig sie ist», sagt Pfeffer. Das Stück fordert nicht nur den Regisseur, da es ihm viel Freiheit lässt, sondern auch die Darsteller, die sich die verschiedenen Charaktere dieser bizarren Personen verinnerlichen müssen, und die Kulissenbauer, die für einmal eine verrottete Villa, ein Geisterhaus statt ein Wohnzimmer zu zimmern haben. Für Severin Pfeffer ist seine Rolle als Onkel Fester wohl die grösste Aufgabe. Er, der dünne, junge Mann, der bislang den jugendlichen Liebhaber, den Lehrling mimte, hat nun einen dicklichen, älteren, geschlechtsneutralen Typ, der gerne mit Sprengstoff hantiert, zu spielen. Darüber, allerdings, breiten sich auf Pfeffers Gesicht keine Sorgenfalten aus, solche Herausforderungen machen ihm Freude, spornen ihn an.

Nach der Premiere geht es auf Tournée

Seit August wird in Flawil wöchentlich geprobt. Pfeffer zeigt sich zufrieden. Zum Casting seien Leute mit Talent und Erfahrung gekommen, Leute, die ihre Rolle sehr gut rüberbringen. Mitwirkende in dieser Produktion sind zehn Darstellende aus Flawil und Umgebung und eine Band mit Pianist, Schlagzeuger, Bassist, Trompeter und Geiger. Noch gesucht werden vier bis sechs Leute für den Chor. Der Helferstab für Maske, Kostüme, Bühnenbild und Festwirtschaft setzt sich aus Kollegen und Bekannten sowie aus Vereinsmitgliedern zusammen. Aussergewöhnlich ist allerdings nicht nur das Stück, aussergewöhnlich ist auch die Tatsache, dass für die Aufführungen kein Eintritt verlangt wird. «Wichtig ist uns nur, dass die Zuschauer begeistert sind, Spass daran haben und so unseren Namen bekanntmachen.» Gearbeitet wird bei Musicalfieber ehrenamtlich – ohne Gage und Entgelt. Allerdings sind die Macher auf Sponsoren angewiesen.

Premiere für «The Addams Family» ist am Samstag, 6., und Sonntag, 7. Mai 2017. Aufgeführt wird das Musical dann im katholischen Pfarreizentrum in Flawil. Anschliessend will Musicalfieber auf Tournée gehen – nach Frauenfeld und Goldach. Und was plant der Verein danach? «Das lassen wir offen», sagt Pfeffer, «es kommt, wie es kommen muss.» Für ihn ist dann die Zeit reif, in die USA zu gehen, dorthin, wo die Filmindustrie zu Hause ist und wovon er träumt – Hollywood. Er lacht und zitiert Walt Disney: «If you can dream it, you can do it» – wenn du davon träumen kannst, kannst du es auch tun.

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