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SKI ALPIN: «Den Tatsachen ins Auge blicken»

Nach einem guten Start in ihre erste FIS-Saison hat sich die Ostschweizer Skihoffnung Aline Höpli im Dezember das Kreuzband gerissen. Nun kämpft sie sich zurück und blickt wieder positiv in die Zukunft.
David Metzger
Statt auf Schnee trainiert Aline Höpli im Fitnessraum. (Bild: David Metzger)

Statt auf Schnee trainiert Aline Höpli im Fitnessraum. (Bild: David Metzger)

David Metzger

sport@wilerzeitung.ch

Im vergangenen Herbst startete Aline Höpli in ihre erste FIS-Saison. Die Saison begann für die Flawilerin verheissungsvoll. Bereits im ersten Rennen, einem Slalom in Diavolezza, klassierte sie sich auf dem 20. Rang. Danach folgten weitere gute Läufe mit dem Höhepunkt, dem Sieg an der Schweizer Meisterschaft auf Stufe U18 in der Alpinen Kombination. Bestes Abschneiden auf der FIS-Stufe ist bislang ein zehnter Platz in Veysonnaz. Die positiven Resultate waren deshalb erstaunlich, weil Höpli doch eine der jüngsten Fahrerinnen im ganzen Starterfeld war. Doch dann riss sie sich anfangs Dezember das Kreuzband und musste deshalb für die weiteren Saisonrennen Forfait erklären.

Aline Höpli, wie geht es Ihnen und wie kommen Sie mit ihrer Verletzung zurecht?

Es geht mir eigentlich sehr gut. Ich kann schon wieder sehr viele Sachen machen, abgesehen von schnelleren Bewegungen und dem Skifahren. Dank der optimalen Betreuung durch den OSSV-Arzt und die zuständigen Physiotherapeuten ist der Heilungsprozess bereits sehr weit fortgeschritten.

Was ist denn im Dezember in Pfelders genau passiert?

Im Riesenslalom-Rennen hat es mir das Knie in einer Kompression verdreht. Ich habe sofort gespürt, dass ich keinen Druck mehr erzeugen kann und habe das Rennen deshalb beendet. Obschon ich danach noch ins Ziel heruntergefahren bin und mich auf das einen Tag darauf geplante Rennen vorbereiten wollte, merkte ich schnell, dass etwas nicht mehr stimmte. Deshalb bin ich auch sofort in die Schweiz zurückgereist, wo ein MRI erstellt wurde, welches Klarheit schaffte.

Wie haben Sie sich seither mental von diesem «Frust» erholt?

Ich habe versucht, den Tatsachen ins Auge zu blicken. Im Skisport sind Kreuzbandrisse ja keine Seltenheit, jetzt hat es halt mich erwischt. Dafür hatte ich zuvor stets das Glück gehabt und immer nur kleinere Blessuren davongetragen. Da solche Verletzungen sowieso immer in einem unpassenden Moment passieren, muss man damit fertig werden, ändern kann man es sowieso nicht mehr.

Dennoch dürfte es hart sein, nach einem derart hoffnungsvollen Saisonstart den Kolleginnen zusehen zu müssen?

Klar, aber es hilft mir auch. Deshalb versuche ich, an möglichst vielen Rennen dabei zu sein. Es tut mir gut, meine Teamkolleginnen zu treffen und mit ihnen auch jetzt im Austausch zu stehen.

Der Heilungsprozess verläuft zügig. Könnten Rennen im Frühjahr noch zu einem Thema werden?

In meinen Augen bringt es nichts, im April oder Mai auf «Teufel komm raus» noch Rennen zu fahren. Mein Ziel ist es vielmehr, dank eines gezielten Aufbautrainings im nächsten Sommer wieder voll mittrainieren zu können, um dann nächsten Herbst mit neuem Elan und Schwung anzugreifen.

Dennoch dürfte die Verletzung ein herber Rückschlag sein?

Zum guten Glück kann ich von einem Verletztenstatus profitieren, wodurch ich in der Startliste nicht zurückgespühlt werde und die gewonnenen Punkte dadurch in der Wertung verbleiben. Schade ist aber, dass ich den guten Beginn in den Winter nicht für weitere Erfolge nutzen konnte. In den ersten zehn Rennen konnte ich mich in der Startliste um gut 20 Plätze verbessern. Tendenziell wäre es über den weiteren Skiwinter sicher möglich gewesen, sich hier noch weiter hochzuarbeiten. Resultatmässig konnte ich mich in den Top 20 der Rennen festsetzen. Dabei spielte es auch keine Rolle, ob die Disziplin ein Spezialslalom oder Super-G war.

Was hat sich auf der höheren FIS-Stufe verändert?

In erster Linie weilt an den Rennen viel mehr Konkurrenz, welche sich über einen viel grösseren Altersbereich verteilt. Für mich persönlich hat sich insbesondere an der Startposition viel geändert. Während ich früher oftmals von einer sehr tiefen Nummer und dadurch sehr gut präparierten Piste profitiert habe, starte ich nun zumeist dann, wenn die Piste bereits Gräben und Furchen beinhalten. Das gehört aber zum Skisport dazu.

Bleibt der Fokus trotz der Verletzung und der im nächsten Sommer beginnenden Berufslehre auf dem Skisport?

Absolut. Hier kann man aber sicher erwähnen, dass mir durch die Verletzung besonders im schulischen Alltag plötzlich viel mehr Möglichkeiten offenstehen. Ich kann mich weitaus intensiver auf meine Prüfungen konzentrierten, ehe ich dann im August die kaufmännische Lehre bei der Gemeinde Flawil in Angriff nehmen werde.

Sagt Ihnen der Name Marco Odermatt etwas?

Ja natürlich, warum?

Odermatt gewann anfangs Februar im vergangenen Jahr an der Junioren-Weltmeisterschaft in Davos fünf Goldmedaillen. Auch er hatte sich vor gut einem Jahr das Kreuzband gerissen.

Das Beispiel zeigt, dass mit Kampf und Wille viel möglich ist. Natürlich haben mich die Erfolge von Marco ebenfalls inspiriert. Das Ziel, sich für eine Junioren-Weltmeisterschaft zu qualifizieren, wäre eigentlich eines meiner nächsten Ziele gewesen. Ich glaube sogar, dass es in diesem Winter bereits möglich gewesen wäre, hätte im weiteren Saisonverlauf alles zusammengepasst und wäre ich ohne Verletzung geblieben. Nun aber nehme ich im kommenden Herbst einen nächsten Anlauf, um mich hoffentlich für die Weltmeisterschaft im nächsten Jahr im Val di Fassa (ITA) qualifizieren zu können.

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