SITZPLÄTZE: Robuste Stühle zum Weihnachtsfest

Das Christkind bescherte das Hotel Wolfensberg bereits gestern. Zwar nicht mit Geschenken, gleichwohl aber mit Überraschendem. Die Schreinerei Martin Roth fertigte für die Gaststube 34 neue Stühle.

Andrea Häusler
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«Es ist längst nicht mehr selbstverständlich, dass ein lokaler Gewerbebetrieb Mobiliar für eine Gaststätte fertigen darf», sagt Martin Roth von der gleichnamigen Schreinerei in Degersheim, und ergänzt: «Wir bewegen uns mit unseren Produkten halt in einem anderen Preissegment als Hersteller von industriell hergestellter Massenware.» Mit Berufsstolz zeigt er deshalb auf die in Reih und Glied aufgebauten 34 Stühle, die unmittelbar vor der Auslieferung ans Hotel Wolfensberg bereit stehen. Es sei bereits der zweite Auftrag, den er für die Familie Senn habe ausführen dürfen, sagt er. «Vor zwei Jahren haben wir den vorderen Teil des Restaurants mit passenden Nussbaumstühlen ausgestattet.»

Die neuen, vom Flawiler Polsterer Michael Gätzi mit brombeerfarbenem Stoff bezogenen Sessel sind aus Eschenholz mit Braunkern gefertigt. Holz, das aus der Gemeinde stammt, wie Martin Roth betont. Die Eschen seien im «Fischenloch», unterhalb des dritten Skilifthäuschens geschlagen und in der Oertle Holz AG in Schachen gesägt worden. «Mit den Stühlen wurde also ausgesprochen wenig graue Energie verbraucht», sagt Roth.

Die neuen Stühle aus den Betrieben Roth/Gätzi ersetzen die bisherigen Wirtshausstühle aus dem Hause Horgenglarus. Wie alt diese klassischen Qualitätsprodukte sind, darüber rätseln die beiden Gewerbler. Und sie sind sich schliesslich einig: uralt.Beständig werden auch die neuen Stühle sein. Davon sind Martin Roth und Michael Gätzi überzeugt. Obwohl sie sich – aus wirtschaftlicher Sicht – kurzlebigeres Mobiliar wünschen müssten.

Die Produktion von Stühlen hat Martin Roth 2005 wieder neu ins Programm aufgenommen und die Werkstatt maschinell entsprechend ausgestattet. Das Modell, das ab heute im Hotel Wolfensberg steht, ist ein Stuhltyp, der vom Degersheimer Schreinereibetrieb standardmässig angeboten und auch von anderen Schreinereien bestellt werden kann. «Auch wir müssen es mit der Menge machen, damit die Rechnung letztlich aufgeht», sagt Roth.

Andrea Häusler

andrea.haeusler@wilerzeitung.ch