Sirnacher Vierer ist Weltmeister

Gold für den Schweizer Kunstrad-Vierer aus Sirnach mit Céline Burlet, Flavia Zuber, Melanie Schmid und Jennifer Schmid. Die Hinterthurgauerinnen erreichten an der WM in Tschechien ihr gestecktes Ziel und wurden Weltmeister.

Maura Stiefel/Urs Nobel
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Der Finaldurchgang ist beendet, die Anspannung löst sich. Die Sirnacherinnen können ihren Erfolg kaum fassen. (Bild: Richard Reich)

Der Finaldurchgang ist beendet, die Anspannung löst sich. Die Sirnacherinnen können ihren Erfolg kaum fassen. (Bild: Richard Reich)

KUNSTRAD. Trotz einem Fehler am Anfang ihrer Kür behielten die Sirnacherinnen die Nerven. Sie zeigten all ihr Können und meisterten die anspruchsvolle Kür ausgezeichnet. Für die richtige Wettkampfform arbeiteten die Sirnacherinnen insbesondere an der mentalen Stärke, wie Melanie Schmid bestätigt: «Die technischen Komponenten hatten wir schon einige Wochen vor der WM im Griff, also musste es nur noch im Kopf stimmen.» Die vier Frauen hielten der Konkurrenz stand und schlugen Deutschland mit fünf Punkten Abstand, das somit mit Silber Vorlieb nehmen musste. Knapp wurde es zwischen Österreich und der Slowakei: Die beiden Teams trennte schliesslich ein Zehntel. Mit etwas Wettkampfglück ergatterte das Vierer-Team aus Österreich Bronze.

Das noch junge Schweizer Team freute sich riesig über den verdienten Sieg: «Es ist unglaublich und ein unbeschreibliches Gefühl. Ein Traum ist für uns in Erfüllung gegangen.» Die vier Frauen haben immer an sich geglaubt und Flavia Zuber führt an, dass das Gefühl bereits am Morgen beim Aufstehen stimmte und sie mit einer positiven Einstellung an die Sache heran gegangen seien. Dies zahlte sich aus und sie dürfen nun das Regenbogentrikot ihr eigen nennen.

Bronze für Weber-Schwestern

Die beiden Schweizer Zweier- Teams überzeugten mit sensationellen Leistungen. Fabienne Gamper (Winterthur) und Rahel Nägele (ATB Uzwil) zeigten starke Nerven und erreichten mit einer sehr sauberen und sicheren Kür eine neue persönliche Bestleistung. Knapp verpassten die beiden den Finalstartplatz der besten vier Teams. Dies gelang dafür Anja und Bettina Weber aus Dürnten. Auch sie erreichten eine sehr gute Punktzahl, die ihnen die Türe zum Final öffnete. Im Finaldurchgang überzeugten die beiden Schwestern erneut und sicherten sich Bronze hinter den beiden deutschen Teams.

Lukas Burri mit Glanzleistung

Der Uzwiler Lukas Burri zeigte in Brünn sein ganzes Können und lieferte eine Top-Leistung ab. Dank einer sehr sauberen Fahrweise gab es kaum Punkteabzug. Der Ostschweizer konnte dank seiner guten Endpunktzahl einige Konkurrenten überholen und belegte den fünften Schlussrang.

In einer zweiten Kategorie startete Lukas Burri mit seiner Partnerin Fabienne Hammerschmidt im Zweier Open. Den beiden gelang der Anfang der Kür sehr gut, jedoch haperte es gegen den Schluss. Die beiden Ostschweizer mussten sich schliesslich von der Konkurrenz aus der Slowakei ganz knapp schlagen lassen. Nur etwas mehr als ein Zehntel trennte die Zwei von Platz 6. So wurde es das gute Mittelfeld für die beiden Uzwiler, die somit Platz 7 belegten. Den Einzug in das Finale der besten vier Duos, schafften die beiden deutschen und österreichischen Paare. Im Finale packte das Geschwister-Duo mit André Bugner und Benedikt Bugner aus Deutschland erneut seine gesamte Klasse aus und wurde überlegen Weltmeister. Silber holten Adriana Mathis und Fabian Allgäuer aus Österreich mit einer ebenfalls sehr guten Darbietung. Bronze ging an das zweite deutsche Team mit Melissa Breitenbach und Michael Rauch.

Langes Warten auf Gold

Seit 26 Jahren gelang es in Brünn erstmals einem Schweizer Team wieder, im Vierer eine Goldmedaille zu gewinnen. Die Freude seitens der Trainer und der Verbandsleute war entsprechend gross. Die Sirnacherinnen haben stets auf dieses Ziel hingearbeitet und nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie den Weltmeistertitel gewinnen möchten. Wahrscheinlich hat ihnen nicht zuletzt auch der Glaube, ihr Ziel erreichen zu wollen, zum Titel verholfen. Auch wenn es für die Uzwiler zu keiner Medaille reichte, so sind sie ebenfalls mit der Ausbeute in Brünn zufrieden. Trainerin Claudia Jiricek sagte schon im Vorfeld, dass ihre Fahrerinnen und Fahrer einfach ihre Bestleistungen abrufen sollen. Das haben sie gemacht.