Sirnach senkt die Steuern

Die politische Gemeinde möchte auf das nächste Jahr den Steuerfuss um ein Prozent auf 46 senken, trotz Rückschlag. Es wäre die zwölfte Reduktion seit 1999. Die Schule schlägt eine Senkung um zwei auf 98 Prozentpunkte vor.

Philipp Haag
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SIRNACH. Glückliche Gesichter gestern im Sirnacher Gemeindehaus. Gemeindeammann Kurt Baumann und Finanzchef Willy Nef konnten von einem erfreulichen Vorhaben berichten, das für die politische Gemeinde schon fast zur Normalität geworden ist, zumindest in den vergangenen Jahren. Der Gemeinderat möchte auf das nächste Jahr den Steuerfuss um ein Prozent senken. Sagen die Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung vom 29. November Ja, ist dies die zwölfte Reduktion seit 1999, und zwar von 80 auf neu 46 Prozent. Die Gemeindebehörde möchte den Steuerfuss trotz eines erwarteten Rückschlags von 177 000 Franken reduzieren. Das Defizit sei verkraftbar, meinte Baumann, könne er doch durch das Eigenkapital von gegen sieben Millionen Franken aufgefangen werden.

Höherer Steuerertrag

Finanzchef Nef bezifferte die Mindereinnahmen durch die einprozentige Steuerreduktion auf 120 000 Franken. Trotzdem rechnet er für 2012 mit einem höheren Steuerertrag als in diesem Jahr, und zwar bei 5,88 Millionen Franken mit 300 000 Franken. Der Anstieg der Steuereinnahmen komme einerseits durch Neuzuzüger zustande, erklärte er. Andererseits rechnet der Finanzchef damit, «dass es der Wirtschaft trotz einigen düsteren Wolken am Finanzhimmel und dem starken Franken auch im nächsten Jahr läuft». Einen Mehrertrag erwartet Nef auch bei den Grundstückgewinnsteuern (146 000 Franken), weil wegen der schlechten Bankzinsen vermehrt in den Immobilienmarkt investiert werde. Bei der Sozialhilfe rechnet Nef mit einem Anstieg der Ausgaben. Er geht davon aus, dass weitere Personen auf Fürsorgegelder angewiesen sein werden. Weil aber auch die Rückvergütungen zunehmen, bleibt unter dem Strich ein Minderaufwand von 90 000 Franken.

Der Finanzplan bis 2016 sieht keine weitere Senkung des Steuerfusses vor, dieser soll auf 46 Prozent bleiben. Vorsichtig ist der Gemeinderat, weil mit einer Rezession zu rechnen ist, wie Baumann sagte, «und immer mehr Aufgaben auf die Gemeinden zukommen». Der erwartete Aufwandüberschuss liegt in diesen Jahren denn auch zwischen 180 000 und 240 000 Franken.

Gewinn trotz tieferem Steuersatz

Die Schule lehnt das Budget, insbesondere die Steuereinnahmen, an dasjenige der politischen Gemeinde an, wie Schulpräsident Urs Schrepfer ausführte. Wegen der positiven Entwicklung des Steuerertrags – im Voranschlag sind 13 Millionen Franken vorgesehen – entschloss sich die Schulbehörde, an der nächsten Gemeindeversammlung eine Steuerfusssenkung zu beantragen, und zwar um zwei Prozent auf 98. Trotz des tieferen Steuersatzes resultiert ein Gewinn von 170 000 Franken.

Öl-Gas-Heizung wird ersetzt

Ausserdem investiert die Schule in ihre Infrastruktur. So soll der Pausenplatz der Schulanlage Grünau für 900 000 Franken erneuert werden (siehe Kasten) und in der Schulanlage Busswil die Öl-Gas-Heizung für 350 000 Franken durch eine Wärmepumpe, kombiniert mit einer Gasheizung, ersetzt werden. Realisiert werden könnte auch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Schulhauses. Ob es allerdings dazu kommt, hängt gemäss Schrepfer davon ab, ob die Photovoltaikanlage ins Förderprogramm des Bundes aufgenommen wird.

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