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SIRNACH: Geplatzte Visionen: Trainer und Sportchef sind zurückgetreten

Der Traum ist ausgeträumt. Das Motto «Wir, gemeinsam, jetzt» hat beim FC Sirnach derzeit nur noch bedingt seine Berechtigung. Um die Zugehörigkeit zur 2. Liga möglichst zu wahren, musste der Vorstand Kompromisse eingehen.
Urs Nobel
Da war die Welt noch in Ordnung: Andi Alder (Mitte) unterschrieb im Beisein von Sportchef Ivo Nater (links) und Peter Sommer den Trainervertrag. (Bild: Urs Nobel)

Da war die Welt noch in Ordnung: Andi Alder (Mitte) unterschrieb im Beisein von Sportchef Ivo Nater (links) und Peter Sommer den Trainervertrag. (Bild: Urs Nobel)

Einen Schritt vorwärts und zwei zurück. So erging es in den vergangenen Wochen vor allem dem Präsidenten des FC Sirnach, Peter Sommer. Er hat das Amt von Thomas Hinder, dem langjährigen Präsidenten und Sponsoren übernommen. Er zeigte sich zuversichtlich, den FC Sirnach wieder zu einem im Dorf anerkannten Verein zu machen. «Unsere Konzentration darf nicht nur auf das Fanionteam gelegt werden. Vielmehr sollen alle unsere Mitglieder – inklusive der Nachwuchsspieler – gleichwertig behandelt werden.»

Die Vision wurde vor allem in Zusammenarbeit mit Sportchef Ivo Nater und Trainer Andi Alder angegangen. Einige Zeit sah alles gut aus. Es konnten auch erste Erfolge gefeiert werden. Nur leider keine sportlichen. Die erste Mannschaft stieg aus der 2. Liga inter ab in die 2. Liga. In dieser belegt sie in der laufenden Meisterschaft den letzten Tabellenrang. Unmut machte sich breit und vor allem wichtige Sponsoren fühlten sich verschaukelt.

Die «drei Musketiere» mussten handeln. Als erste Massnahme teilten sie ihren Spielern mit, dass sie ab diesem Jahr nicht mehr mit fixen Spesenzahlungen rechnen dürfen. Leistungsprämien ja, aber nur bei entsprechenden Erfolgen. Präsident Peter Sommer rechnete damit, dass im Verlauf dieser Winterpause etliche Spieler den Verein verlassen würden. Umso erfreuter war er, als im ersten Training dieses Jahres 16 Spieler anwesend waren.

Sie waren es, die zusammen mit einigen Sponsoren den Rücktritt von Trainer Alder forderten. Sie dürften auch nicht unglücklich darüber gewesen sein, als sie vernahmen, dass am Montag auch Sportchef Ivo Nater seinen Rück- und Austritt aus dem Verein bekannt gegeben hat. Erfreulich immerhin, dass der grosse Teil des Kaders dem Verein die Treue hält und auch bereit ist und für eine geringere Entschädigung beim FC Sirnach spielen will.

Präsident Peter Sommer hat eine stressige Zeit hinter sich – «aber auch eine lehrreiche». Er musste einsehen, dass im Fussball andere Gesetze gelten als beispielsweise in einem Turnverein. Er lässt sich aber nicht entmutigen und wählt künftig den Weg der kleineren Schritte. Ein grosser steht jedoch noch an: Er muss einen neuen Trainer finden, einen, der zum Verein passt und der das nötige Vertrauen erhält, um mit seinem neuen Team den Ligaerhalt zu schaffen.

Urs Nobel

urs.nobel@wilerzeitung.ch

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