SIRNACH: Erste Hürde für Dreifachturnhalle

An der Gemeindeversammlung können sich die Stimmbürger erstmals zu einer neuen Sporthalle am Birkenweg äussern. Diese ist eine von mehreren grossen Investitionen, welche der Gemeinderat plant.

Roman Scherrer
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Roman Scherrer

roman.scherrer@thurgauerzeitung.ch

Der schlechte Zustand der Turnhalle Birkenweg hat die Schul­gemeinde und die Politische ­Gemeinde bereits beschäftigt, bevor sie sich zur Einheits­gemeinde zusammenschlossen. «Die Fassade und das Dach sind nicht mehr in Ordnung. Und über den energetischen Zustand müssen wir gar nicht sprechen», sagt Gemeinderat und Präsident der Schulkommission Urs Schrepfer.

Diese Mängel durch eine ­Sanierung zu beheben, koste die Gemeinde etwa gleich viel wie der Neubau einer Turnhalle. Ausserdem, sagt Schrepfer, bringe eine einfache Sanierung den Nachteil, dass die Turnhalle nach wie vor nicht den Vorgaben des Bundesamtes für Sport entspreche. Dafür sei die Halle zu niedrig. So hat man eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die aufzeigen soll, ob sich am gleichen Standort eine Doppel- oder gar eine Dreifachhalle realisieren lässt.

Schule und Vereine haben Bedarf

Nachdem die Ergebnisse der ­Studie vorlagen, haben sich die Schulkommission und der Gemeinderat unabhängig voneinander für eine Dreifachhalle aus­gesprochen. «Dies nicht zuletzt, weil es die weitsichtigste Variante ist angesichts des Wachstumspotenzials, das in Sirnach besteht», sagt Schrepfer. Tatsächlich besteht seitens der Schule bereits heute der Bedarf an zumindest einer weiteren Turnhalle. So müssen derzeit fünf Sirnacher Schulklassen für den Turnunterricht mit Bussen zu den Standorten Busswil und Egg gefahren werden. Der Transport kostet die Gemeinde jährlich 12000 Franken. Auch Sirnacher Vereine melden nach einer Umfrage des Gemeinderats den Bedarf an einer Dreifachhalle. Von den 13 Rückmeldungen sprechen sich 9 klar für diese Variante aus.

Das Gesamtprojekt sieht neben der Halle eine neue Zufahrt und die Sanierung der bestehenden Werkräume im Untergeschoss vor. Die geplante neue Halle soll in erster Linie den sportlichen Aktivitäten der Schule und den Sirnacher Sportvereinen dienen. Auf den Bau einer Mehrzweckhalle, etwa mit einer Bühne, verzichtet der Gemeinderat bewusst. «Dafür steht uns ­bereits das Gemeindezentrum Dreitannen zur Verfügung», sagt Urs Schrepfer.

Die erste Hürde steht der Dreifachhalle an der Gemeindeversammlung vom 13. Dezember bevor. Dann befinden die Stimmbürger über einen Planungskredit von 480000 Franken. Läuft ­alles nach dem Plan des Gemeinde­rates, wäre die neue Halle spätestens 2023 bezugsbereit. Eine Dreifachhalle würde etwa 13 Millionen Franken kosten. Der Gemeinderat rechnet mit jährlichen Kosten von insgesamt 920000 Franken. Hiervon machen mit 400000 Franken die Abschreibungen den grössten Anteil aus.

640000 Franken Defizit budgetiert

Neben der Turnhalle plant der Gemeinderat in den nächsten Jahren weitere grosse Investitionen. Für Projekte wie die Spange Hofen sowie die Sanierungen des Gemeindezentrums Dreitannen und des Schulhauses Breite stehen im Investitionsplan bis 2022 mehrere Millionen. Weiter dürfte für die «Alte Migros» Geld aufgewendet werden. Die Liegenschaft soll saniert und umgenutzt werden, damit künftig die Bibliothek, die Väter- und Mütterberatung sowie der Jugendtreff dort untergebracht werden können (unsere Zeitung berichtete). An der Budgetversammlung stellt der Gemeinderat den Antrag für einen entsprechenden Planungskredit über 95000 Franken.

Diese Investitionen belasten die Sirnacher Finanzen stark. Für 2018 ist ein Minus von rund 640000 Franken budgetiert. Der Finanzplan sieht bei gleichem Steuerfuss bis 2022 noch höhere Defizite vor. Muss der Steuerfuss also künftig erhöht werden? «Ich gehe im Moment noch nicht davon aus», sagt Gemeindepräsident Kurt Baumann.

Gemeindeversammlung

Mittwoch, 13. Dezember, 19.30 Uhr, im Gemeindezentrum Dreitannen, Sirnach