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SIRNACH: Bunte Kostüme im Gepäck

Nächste Woche fliegt Gian Cadonau vom Circus Balloni in die Türkei, wo er eine Zirkusschule für Flüchtlingskinder aus Syrien unterstützt. Vor zwei Jahren trat sein Vater die gleiche Reise an.
Gian Cadonau packt Clownkostüme für seine Reise ein. (Bild: rsc)

Gian Cadonau packt Clownkostüme für seine Reise ein. (Bild: rsc)

Am Montag ist Abflug: Zusammen mit dem Clown und Animator Kurt Bucher reist Gian Cadonau vom Circus Balloni für rund eine Woche in den Süden der Türkei. Allerdings nicht für Strandferien. Das Ziel des 26-Jährigen ist die Stadt Mardin, die nur wenige Kilometer von der Grenze zu Syrien entfernt liegt und Zehntausende von kurdischen Flüchtlingen aus Syrien beherbergt. Dort betreibt die örtliche Hilfsorganisation «Her Yerde Sanat» vier Kulturzentren, in denen sie unter anderem eine Zirkusschule für die Flüchtlingskinder anbietet (siehe Kasten).

Den Kindern Freude bereiten

«Ich habe grosse Lust, mitzuhelfen und hoffe, dass ich den Kindern Freude bereiten kann», sagt Gian Cadonau. Er weiss zwar noch nicht, in welcher Form er genau mithelfen kann, ist aber voller Tatendrang. «Wo es mich braucht, helfe ich. Ich würde auch das Mittagessen ausschöpfen.» Als Zirkustechniker besitzt Gian Cadonau ein Flair für Technik im Allgemeinen, das er womöglich in Mardin unter Beweis stellen kann. Mit im Gepäck wird er Dutzende von bunten Clownkostümen für die Flüchtlingskinder haben, welche der Circus Balloni gespendet erhielt. Auch Geld sammelt die Familie Cadonau. Dieses wird nicht etwa für Gians Reise – der Circus Balloni bezahlt sie aus der eigenen Kasse – verwendet, sondern kommt direkt dem Hilfsprojekt in Mardin zugute.

Auf die Idee, die Zirkusschule in Mardin zu besuchen ist Gian im Gespräch mit seinem Vater, Lucas Cadonau, gekommen. Vor rund zwei Jahren hat dieser die gleiche Reise angetreten und nachhaltige Eindrücke mit nach Hause genommen. Eines der grössten Probleme sei, dass die örtlichen Schulen mit den vielen Flüchtlingskindern völlig überfordert seien, sagt der Vater. Die Kinder erhalten dadurch kaum Zugang zu Bildung. «Das sind mittlerweile sicher zwei, drei Jahre, welche die Kinder dort ausharren, ohne dass sie eine Schule besuchen.» Wie Lucas Cadonau bei seinem Aufenthalt erfuhr, haben die Flüchtlinge nicht vor, von Mardin weiter nach Europa zu ziehen. «Diese Leute wollen eigentlich nichts lieber, als in ihre syrische Heimat zurückkehren.»

Als er nach Mardin reiste, konnte Lucas Cadonau bereits viele Kostüme und eine Geldspende an «Her Yerde Sanat» übergeben und den Kindern in der Zirkusschule das eine oder andere beibringen. Auch sein Sohn würde nächste Woche gerne in einer Zirkusanimation mitwirken. So oder so überwiegt bei Gian Cadonau die Vorfreude auf seine Reise. «Natürlich habe ich auch etwas Respekt vor den Eindrücken, die mich erwarten. Angst habe ich aber nicht.»

Roman Scherrer

roman.scherrer@thurgauerzeitung.ch

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