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Sinnvoll das Sackgeld aufbessern: Gemeinde Jonschwil führt Jobbörse für Jugendliche ein

Die Elternvereinigung Schwarzenbach-Jonschwil vermittelt mit einer Sackgeldbörse jugendliche Arbeitskräfte.
Tobias Söldi
Eine beliebte Tätigkeit, um das Sackgeld etwas aufzubessern: Kinderbetreuung. Bild: Getty Images/iStockphoto

Eine beliebte Tätigkeit, um das Sackgeld etwas aufzubessern: Kinderbetreuung. Bild: Getty Images/iStockphoto

An dieser Börse wird nicht mit Aktien oder Rohstoffen gehandelt, sondern mit Arbeit. Und sie macht nicht Anzugträger reich, sondern Jugendliche – oder bringt diesen zumindest ein paar Franken fürs Kässeli ein. Die sogenannte Sackgeldbörse, aufgebaut von der Elternvereinigung Schwarzenbach-Jonschwil (EVSJ), vermittelt Jugendliche ab 13 Jahren an Menschen in der Gemeinde, die Unterstützung brauchen: beim Babysitten, im Haushalt, beim Einkaufen, im Unterricht, im Garten.

Die Idee dahinter: Jugendliche gehen einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung nach und verdienen dabei noch etwas Sackgeld. Gleichzeitig werden Leute jeglichen Alters unterstützt. Eine junge Familie findet vielleicht einen geeigneten Babysitter, während eine ältere alleinstehende Dame Hilfe beim Einkaufen erhält. «Wir wollen so auch die Gemeinschaft im Dorf fördern», sagt Sara Franzen, Präsidentin der Elternvereinigung.

Liste wird nur auf Anfrage herausgegeben

Sie erinnert sich an den Moment, aus dem die Idee der Sackgeldbörse entstanden ist: Eine Anzeige im Volg, auf der ein junges Mädchen Nachhilfeunterricht angeboten hat. «Ich dachte mir: Liesse sich das nicht geschickter und auch sicherer machen? So sind Name und Adresse des Mädchens völlig öffentlich», erzählt Franzen.

Die Sackgeldbörse umgeht dieses Problem: Jugendliche melden sich über ein auf der Website der Elternvereinigung aufgeschaltetes Formular für eine oder mehrere Tätigkeiten an – natürlich immer mit Einverständnis der Eltern. Die Elternvereinigung gibt dann nur auf Anfrage die gewünschte Liste an Interessentinnen und Interessenten weiter. An die rund 200 Vereinsmitglieder, vor allem Familien, gratis, an Externe gegen Bezahlung von fünf Franken.

«Wir sind nur eine Plattform», betont Franzen. Das bedeutet: Die Abmachungen über den Arbeitseinsatz, die Dauer und die Entlöhnung, machen die beiden Parteien untereinander. «Sie sind in der Pflicht, dass alles rechtens ist.» Die rechtlichen Grundlagen sind klar: nur leichte Arbeiten und nur ab dem 13. Lebensjahr. Für den Einsatz als Babysitter empfiehlt die Elternvereinigung den Jugendlichen zudem, einen Kurs zu absolvieren, wie ihn das Schweizerische Rote Kreuz auch in der Region anbietet.

Zwar hat die Elternvereinigung die Sackgeldbörse schon vergangenen Herbst ins Leben gerufen und auch schon eine Handvoll Jugendliche vermitteln können, insgesamt aber seien die Rückmeldungen verhalten gewesen.

«Vor allem melden sich zu wenig Leute, die Unterstützung brauchen.»

Nun will man der Plattform neuen Schub verleihen und das Angebot vergrössern. «Wir werden weitere Kanäle suchen, um die Leute zu erreichen.»

Selber positive Erfahrungen gemacht

Auf der anderen Seite hingegen, derjenigen der jugendlichen Arbeitssuchenden, läuft es besser. Beliebt seien die Kinder- und Tierbetreuung, so Franzen, aber auch für Nachhilfe bieten sich viele an. Franzen selbst hat mit der Vermittlungsplattform bereits positive Erfahrungen gemacht. Ihr Sohn erhält Nachhilfeunterricht von einem Sekundarschüler. «Er geht sehr gerne. Wenn junge Leute von jungen Leuten lernen, nehmen sie das ganz anders an.»

Hinweis:
www.evsj.ch.

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