Sängerin Sina backt neuerdings Spitzbuben

Am Schluss ihrer «Emma»-Tournee trat Sina am Samstag in der Alten Gerbi in Oberuzwil auf.

Michael Hug
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Sängerin Sina und ihre drei Saitenmänner Jean-Pierre von Dach, Michael Chylewski und Gregor Hänni.

Sängerin Sina und ihre drei Saitenmänner Jean-Pierre von Dach, Michael Chylewski und Gregor Hänni.

Bild: Michael Hug

«Es geht in die Schlussrunde», schreibt Sina auf ihrer Website, «nach acht Monaten unterwegs auf Bühnen von Ost nach West und zurück.» Das stimmt sogar: Zu Beginn ihrer «Emma-Tour» war sie in der Kirchberger Eintracht, die übrigens mit fast 300 Besuchenden ausverkauft war, am Samstagabend bestritt die in Zürich wohnende Walliserin ihr fünftletztes Konzert in Oberuzwil – wiederum vor 280 Fans.

Gut, dass die Ostschweiz auch ab und zu in den Genuss von realen Schweizer «Stars» kommt. Dafür gesorgt hat das Team der Kulturkommission Oberuzwil. Es hat nach dem grossartigen Auftritt von Philipp Fankhauser im Frühling nun Sina nach Oberuzwil geholt. Man darf gespannt sein, wer im nächsten Frühling auf der Bühne der Alten Gerbi steht.

Auf die Gitarrenmänner ist Verlass

«Easy Rider» sang Sina am Samstagabend. «Gitarru Maa» (Gitarren-Mann) und natürlich «Emma», den Titelsong ihrer dreizehnten CD und Namensgeberin der Tour. Mit «Gitarru Maa» spielte sie auf ihren «alten» Saitenmann Jean-Pierre von Dach an, der Sina schon seit ewigen Zeiten begleitet. Für ihre Emma-Tour hatte sie gleich zwei davon engagiert, als Rhythmusgitarristen Gregor Hänni, und mit dem Bassisten Michael Chylewski waren es sogar drei Saitenmänner. Die klassische Hard-Rock-Besetzung eigentlich, und doch ist Sina keine ebensolche, sondern Balladenschreiberin. Rockgöre war sie vielleicht mal, und rockig wird’s ab und zu, aber eben nicht nur, denn man soll ja auch die Texte noch mitbekommen. Nicht zu vergessen Matthias Kräutli am Schlagzeug.

Vielleicht noch einmal 25 Jahre

25 Jahre ist die Walliserin schon auf der Bühne. Noch immer überrascht sie mit neuen Liedern, und man darf ruhig darauf zählen, dass sie es noch einmal 25 Jahre tun wird. Denn bereits hat sie eine Trio-Tournee in den nächsten zwei Jahren angekündigt. Da können sie auch Zwischenfälle wie technische Störungen, gar Stromausfälle, nicht davon abhalten. Von Fredy Willi, Mitglied der Kulturkommission Alti Gerbi, vor dem Konzert danach befragt, gab Sina zur Antwort: «Es war schlimm – im ersten Moment. Da wir aber schon auf der Bühne waren, haben wir mit dem Publikum gesungen, bis das Licht wieder anging!» Und als obs der Teufel gefressen hätte, musste sich die Sängerin an jenen Moment zurückerinnert haben, als in der Gerbi am Samstag der Stromteufel zuschlug: Kein Ton auf den In-Ear-Monitoren, mit denen die Musiker sich selbst hören (würden).

Störungssuche mit zehn Minuten Small Talk

Sina überbrückte die zehnminütige Störungssuche mit sympathischem Small Talk zum Publikum: «S’Publikum dänkt ja immar, dass als ab Band chuntt, so güat wia die da hinna schpila. Das da hia bewiist z’Geguteil.» Sie sei übrigens zum allerersten Mal überhaupt in Oberuzwil, gestand sie: «Ich hen überhäüpt nit gwüsst, dass es das gitt.» Dabei scheint sie vom Veranstalter darauf gebrieft worden zu sein, unbedingt Oberuzwil zu erwähnen und nicht Uzwil. «So eifach» sang sie dann, ein neuer Song, dann «Walking in Memphis», der Song von Marc Cohn von 1991, den erst Cher und dann Polo Hofer berühmt gemacht hat: «Ich bi aachoo im Land vom Delta Blues, wos gad i Schtröme grägnat hätt.» In Oberuzwil regnete es am Samstag keinen Tropfen, dafür wars recht kalt. Zeit für Weihnachtsgebäck. Sinas neu entdecktes Talent: «Seit einer Woche kann ich perfekte Spitzbuben backen – dafür musste man mich allerdings in eine Kochsendung einladen.»