SIFA: Beim Ausklang hatte der Wind keine Chance

Die 24. Sirnacher Fasnacht wird als stürmisch in Erinnerung bleiben. Nachdem der Auftakt am Donnerstag wegen Orkanböen nicht wie geplant hatte durchgeführt werden können, wurde es gestern beim Finale wieder knapp. Schliesslich aber brannte der «Füürlizapfe».

Drucken
Teilen
Die «Füürbese» und der Feuerwagen heizten «Füürlizapfe» Scrat gestern Abend ordentlich ein. Noch am Donnerstag bei der Eröffnung hatte der Wind kein Feuer zugelassen. (Bild: Simon Dudle)

Die «Füürbese» und der Feuerwagen heizten «Füürlizapfe» Scrat gestern Abend ordentlich ein. Noch am Donnerstag bei der Eröffnung hatte der Wind kein Feuer zugelassen. (Bild: Simon Dudle)

Noch nie in den 23 vorangehenden Ausgaben der Sirnacher Fasnacht (Sifa) hatte das Finale am Dienstagabend abgesagt werden müssen. Dann wird jeweils mit dem «Füürlizapfe» eine Art ­Böögg verbrannt. Gestern stand für die Organisatoren allerdings eine Absage im Raum. Die Wetterprognosen für den Abend ­verhiessen nichts Gutes und ein Sturm war angesagt. Schon ­wieder einer. Bereits am vergangenen Donnerstag hatten Orkanböen die Eröffnung der Sifa tangiert. Zwar konnte sie durchgeführt werden, aber ohne das Feuer der traditionellen «Füürbese» zu entfachen. Und dies ausgerechnet bei der zehnten Teilnahme der Clique.

Wieder mehr als 10000 Zuschauer am Umzug

Um die Holzkonstruktionen nicht unverrichteter Dinge ein Jahr lang lagern zu müssen, war geplant, die «Füürbese» am gestrigen Abend zur Schau zu tragen und damit den «Füürlizapfe» zu entzünden. Und tatsächlich: Petrus hatte ein Einsehen, schickte die Sturmfront bereits am Nachmittag über den Hinterthurgau, so dass abends bei trockenem Wetter dem pyrotechnischen Spektakel beigewohnt werden konnte. Nach dem traditionellen Feuerwerk wurden die «Füürbese» hereingetragen. Auch ein Feuerwagen, aus dem meterhohe Flammen in den Nachthimmel schlugen, war Teil des Abends. Schnell brannte auch «Füürlizapfe» Scrat aus dem Film «Ice Age» lichterloh. In wenigen Minuten war ein Raub der Flammen, was in über 200 Mannstunden erarbeitet worden war: ein rund sechs Meter hohes Tier aus Holz.

Hatte die Sifa stürmisch begonnen, ging sie gestern windig zu Ende. Immerhin, denn so konnte das Programm planmässig durchgeführt werden. «Das Wetter kann man halt nicht beeinflussen. Blöd wäre gewesen, wenn es am Samstagabend Orkanböen wie am Donnerstag gehabt hätte. Dann wäre wohl unser grosses Zelt geschlossen geblieben und wir hätten einen Verlust hinnehmen müssen.» Alles in ­allem spricht Meuri von einer «schönen Fasnacht» mit dem Umzug am Samstagnachmittag als Höhepunkt. Diesem dürften wie in den Vorjahren mehr als 10000 Zuschauer beigewohnt haben. «Es waren zwar ‹nur› 56 Nummern dabei, für diese haben wir aber jede Menge Komplimente bekommen», sagte Meuri. Am Samstagabend sei das grosse Zelt bei der «Rasslete» gestopft voll gewesen. Es sei zwar zu «zwei, drei kleineren Scharmützeln» gekommen, jedoch habe das Sicherheitsdispositiv gut funktioniert.

Muschelfee will weiter das Szepter in der Hand halten

Gestern Abend war für Muschelfee Shelby Lee Widmoser der Zeitpunkt gekommen, die Herrschaft über Sirnach nach sechs Tagen wieder an Gemeindepräsident Kurt Baumann zu übergeben. Wobei die Muschelfee vor versammelter Runde sagte: «Das letzte Wort bei der Übergabe ist noch nicht gesprochen. Kurt Baumann weilt ja in den Skiferien.»

 

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch