Siedlung
Aggloprogramm geht an die Gemeinden – Regio Wil macht Rückmeldungen aus Vernehmlassung transparent

Mit der öffentlichen Vernehmlassung wurde das Agglomerationsprogramm Wil 4 Ende 2020 dem regionalen Prüfstand unterzogen. Regio Wil macht nun öffentlich, welche Rückmeldungen ins Programm integriert wurden und welche nicht.

Larissa Flammer
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Der Verkehr – gerade im Zentrum Wil – spielt eine wichtige Rolle im Agglomerationsprogramm.

Der Verkehr – gerade im Zentrum Wil – spielt eine wichtige Rolle im Agglomerationsprogramm.

Bild: Hans Suter

25 Eingaben hat Regio Wil zum vierten Agglomerationsprogramm Wil (AP4) erhalten. Während der Vernehmlassungsfrist, die im Dezember endete, haben 14 Gemeinden, die Kantone St.Gallen und Thurgau, fünf Wirtschaftsorganisationen, fünf Parteien, drei Interessengemeinschaften und zwei Einzelpersonen Rückmeldungen abgegeben.

Jetzt liegt die überarbeitete Fassung des Programms vor – und Regio Wil macht transparent, welche Stellungnahmen integriert wurden und welche nicht. In anonymisierter Form sind die Eingaben auf der Website von Regio Wil aufgelistet. Im finalen Bericht ist zudem farblich gekennzeichnet, was nach der Vernehmlassung noch geändert wurde. Regio Wil schafft dadurch Transparenz, wie sie am Donnerstag in einer Medienmitteilung schreibt.

«Wie zu erwarten war, fielen die Rückmeldungen teilweise sehr unterschiedlich aus», wird Anne Rombach-Jung, Geschäftsstellenleiterin der Regio Wil, in der Mitteilung zitiert.

«Während den einen gewisse Massnahmen viel zu weit gehen, fanden wiederum andere, man sollte deutlich mehr machen.»

Stossrichtung und Massnahmen des AP4 seien aber nicht grundsätzlich in Frage gestellt worden.

Dank Rückmeldung ist Sprache nun gendergerecht

Ein Blick in die Stellungnahmen zeigt, dass nicht nur inhaltliche Dinge kommentiert wurden. Eine Anregung zum Beispiel lautete: «Gendergerechte Sprache verwenden.» Insbesondere in Bezug auf das Wort Pendler sei aufgefallen, dass stets nur die männliche Form genannt werde. Regio Wil hat den Text überarbeitet: Nun ist von «Pendler*innen» oder «Benützer*innen» die Rede.

Inhaltliche Präzisierungen wurden gemäss Medienmitteilung bezüglich Bauzonenreserve, langfristige Siedlungsentwicklung sowie Siedlungsgrenzen gewünscht. Insbesondere eine Klärung zum Umgang mit Arealen, die schlecht mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen sind, sei aufgearbeitet worden. Zu wenig zum Tragen komme gemäss Vernehmlassungsantworten die zentrale Rolle der multimodalen Drehscheibe Bahnhof Wil. Weiter sei insbesondere bezüglich der Vernetzungsfunktion zwischen den Mobilitätsträgern eine Präzisierung gewünscht worden. In der Mitteilung heisst es: «Das Strategiebild für den Bahnhof Wil wurde entsprechend weiterentwickelt.»

In einem nächsten Schritt haben die Mitgliedgemeinden der Regio Wil den Bericht und Massnahmenband in ihren Räten zu genehmigen. Die Abgabe an den Bund erfolgt nach der Beschlussfassung der Regio Wil und der Genehmigung durch die Kantonsregierungen bis Mitte September. Ab 2024 können die ersten mitfinanzierten Massnahmen realisiert werden.

Hinweis: Der Bericht und der Massnahmenband Agglomerationsprogramm Wil 4 sowie der Bericht zur Vernehmlassung sind auf der Website der Regio Wil einsehbar: www.regio-wil.ch