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Sieben Zwerge, Blues und schwarzer Käse: Gala-Abend in der Marktstube Niederuzwil

Ein eindrückliches Schauspiel von Asylsuchenden, ein gefälliges Bluesquartett und die fantasievolle Küche von Katharina Piljic und ihrem Helferteam haben den Galaabend der Marktstube geprägt.
Kathrin Meier-Gross
Die Zwerge sagen demokratisch ja. Der Prinz darf in ihrem Häuschen bleiben. (Bild: Kathrin Meier-Gross)

Die Zwerge sagen demokratisch ja. Der Prinz darf in ihrem Häuschen bleiben. (Bild: Kathrin Meier-Gross)

Es gibt Menschen, die ohne grosses Brimborium etwas Sinnvolles auf die Beine stellen. Katharina Piljic gehört zu dieser Gattung. Inspiriert von einer Taizé-Reise wollte sie sich an ihrem Wohnort für Benachteiligte einsetzen und initiierte die Marktstube im katholischen Pfarreizentrum. Seit acht Jahren schon kocht die vielseitig begabte Mesmersgattin, die sich auch im Verein Markthalle engagiert, an jedem zweiten Mittwochmittag ein vollwertiges, fleischloses Menu. Zu ihrem Helferteam gehören vorwiegend Asylsuchende und Armutsbetroffene, die mit einem kleinen Stundenlohn entschädigt werden.

Um dem Helferteam für seinen Einsatz in der Küche zu danken, organisiert das Ehepaar Piljic jeweils einen Galaabend. Der Erlös daraus wird unter anderem für einen speziellen Anlass mit der Küchenmannschaft verwendet. Nebst den treuen Stammkunden haben am Samstag viele weitere Gäste am Galaabend teilgenommen. Über hundert Personen liessen sich vom märchenhaften Thema und dem gut gelaunten Küchenteam bezaubern. Auf Initiative von Daniela und Klaus Gremminger hat zudem die Maturandin Chiara Stark vom Gymnasium Friedberg in Gossau ihre Maturaarbeit vorgestellt: das Märchen «Schneewittchen mal anders», umgesetzt mit Asylsuchenden.

Unterstützt von ihrer Mutter und Schwester hat Chiara Stark die Männer aus vier Nationen zu einer familiären Einheit geformt. Dabei hat sie ländertypische Merkmale wie etwa ein persisches Lied oder den Ausspruch «Hakuna Matata» in das Märchen eingeflochten.

Die Zuschauer zeigten sich tief beeindruckt davon, wie sich die fremdsprachigen jungen Männer in ihre Rollen eingelebt hatten und mit Witz, Charme und Charisma die sieben Zwerge, den Prinzen und den diabolischen König darstellten.

Nebst der Tischdekoration waren auch die einzelnen Gänge auf das Märchen ausgerichtet. Serviert wurden etwa Kronenkräcker und Gemüseprinzessinnen, schneeweisse Schwarzwurzelsuppe mit rotem Randenblut. Gestaunt wurde über die schwarzen Käselocken in der Suppe. Kein Zauber, sondern mit Pflanzenkohle in einer Burgdorfer Käserei hergestellt. Der Hauptgang wurde als Spiegelbild aufgetischt. Bevor die Happy-End-Apfeltorte den Abschluss kürte, spielten noch einmal «The Fired Souls» melodiösen Blues. Dem Quartett gehören auch die ehemaligen Uzwiler Oberstufenlehrer Berni Nagel und Lukas Steinlin an.

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