Sieben packen ihre Sachen: In Degersheim steht die Behördenlandschaft vor Veränderungen

Auf die neue Legislatur hin treten sieben Behördenmitglieder in drei Behörden nicht mehr zur Wahl an.

Tobias Söldi
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Diese Behördenmitglieder treten im Herbst nicht mehr zur Wiederwahl an (im Uhrzeigersinn): Gottfried Jud, Markus Gehrig, Roman Schawalder, Renato Zwicker, Prisca Kessler, Heidi Zwicker und Barbara Scherrer.

Diese Behördenmitglieder treten im Herbst nicht mehr zur Wiederwahl an (im Uhrzeigersinn): Gottfried Jud, Markus Gehrig, Roman Schawalder, Renato Zwicker, Prisca Kessler, Heidi Zwicker und Barbara Scherrer.

Bild: PD

Die Degersheimer Behördenlandschaft ist im Umbruch. Auf Ende Jahr, das Ende der aktuellen Legislatur, treten gleich sieben Behördenmitglieder zurück. Im Gemeinderat und in der Geschäftsprüfungskommission (GPK) stellen sich je zwei Personen, im Schulrat sogar drei Personen nicht mehr zur Wiederwahl. Ihre Nachfolger werden an den Erneuerungswahlen der Gemeindebehörden am 27. September gewählt.

Ein regelrechter Exodus? Gemeindepräsidentin Monika Scherrer winkt ab:

«Für uns ist das nichts Besonderes.»
Gemeindepräsidentin Monika Scherrer

Gemeindepräsidentin Monika Scherrer

Nach einigen Amtsdauern zurückzutreten und seine Freizeit anderweitig nutzen zu wollen, sei ein legitimer Wunsch. Für Unruhe scheinen diese Abgänge in Degersheim jedenfalls nicht zu sorgen. «In der Regel haben wir mehr Leute, die sich bewerben, als Vakanzen», sagt Scherrer.

Auch Parteilose erreichen

Den Gemeinderat verlassen SVP-Politiker Gottfried Jud (seit 2009 im Amt) sowie der parteilose Markus Gehrig (seit 2013 im Amt). Ihnen schliessen sich im Schulrat Patricia Kessler (CVP), Heidi Zwicker (FDP) und Barbara Scherrer (parteilos) an. In der GPK treten Renato Zwicker (FDP) und Roman Schawalder (FDP) zurück. Die Gemeindepräsidentin Monika Scherrer und die Schulratspräsidentin Annemarie Schwizer stellen sich für eine weitere Amtsdauer zur Verfügung.

Untätig ist die Gemeinde in dieser Angelegenheit aber nicht geblieben – trotz der vermittelten Zuversicht. Scherrer macht klar, dass es wichtig ist, sich mit den Vakanzen auseinanderzusetzen. So habe man bereits vergangenen November alle Mandatsträger angeschrieben, ob sie eine weitere Amtsdauer zur Verfügung stünden. Im Mitteilungsblatt vom 17. Januar sind dann alle Rücktritte bekannt gemacht und zudem die jeweiligen Anforderungsprofile auf der Website der Gemeinde aufgeschaltet worden. Scherrer:

«Die Bevölkerung soll möglichst früh wissen, wer zurücktritt und wo man sich über die frei werdenden Stellen informieren kann.»

So könne man sich austauschen und herausfinden, wer für einen Posten geeignet sei.

Denn die Zeit schreitet unbeirrt voran: Wahlvorschläge müssen im ganzen Kanton St.Gallen noch vor den Sommerferien, bis Ende Juni, bei der jeweiligen Gemeinderatskanzlei eingereicht werden.

Mit dieser aktiven Informationspolitik übernimmt die Gemeinde eine Aufgabe, die normalerweise die lokalen Parteien wahrnehmen. Scherrer begründet: «Immer weniger Leute sind heutzutage an Parteien gebunden.» Überliesse man die Angelegenheit allein den Parteien, bestünde die Gefahr, einen Teil der potenziell an diesen Posten Interessierten nicht mehr rechtzeitig zu erreichen. «Unser Ziel ist letztlich, gute, qualifizierte Leute zu finden, die Kontinuität garantieren», sagt Scherrer.

Veränderungen der Behörde erst ab 2025

Um dies zu erreichen, gilt es auch, die einzelnen Regionen in der Gemeinde zu berücksichtigen. So haben die beiden zurücktretenden Gemeinderäte Jud und Gehrig die Gegend um Magdenau und Wolfertswil vertreten. «Es wäre wünschenswert, dass mindestens eine bzw. einer der beiden neuen Gemeinderäte aus diesem Gebiet kommt», sagt Scherrer. Denn: «Diese Stimmen sind uns wichtig, da sie näher am Geschehen sind.» Letztlich liege es aber in der Verantwortung der Wolfertswiler und Magdenauer Bevölkerung, geeignete Personen zu stellen.

Mit sieben Mitgliedern im Gemeinde- und Schulrat ist Degersheim gut dotiert – besser als manche andere Gemeinde. Doch das könnte sich bald ändern. Scherrer:

«Man kann davon ausgehen, dass es in der übernächsten Legislatur, ab 2025, zu Veränderungen kommen wird.»

Denkbar seien beispielsweise eine Verkleinerung der Behörden aus Effizienzgründen oder Anpassungen im Wahlprozedere durch die Bildung von Kommissionen. Mehr könne sie dazu aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Der Fokus liegt wohl noch auf diesem Jahr, auf dem 27. September.