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Sie wollen es nochmals wissen: Wiler Jungwachtgruppe absolviert nach 30 Jahren nochmals dieselbe Velotour

450 Kilometer legte die Jungwachtgruppe Sioux im Sommer 1988 auf dem Weg ins Lager zurück – alles mit dem Velo. Nun, 30 Jahre später, hat die Truppe beschlossen, die Tour ins Wallis zu wiederholen. Für einige verlief der Start aber nicht ganz wie geplant.
Claudio Weder

Die Velogruppe "Sioux" der Jungwacht Wil vor 30 Jahren und heute

Was nach jugendlichem Leichtsinn tönt, hat in der Jungwacht seit jeher Tradition: Im Sommer 1988 fuhr die zehnköpfige Gruppe Sioux der Jungwacht Wil mit dem Velo ins Lager nach Turtmann. Auf der 450 Kilometer langen Strecke ins Wallis erlebten sie so manches Abenteuer, überwanden steile Alpenpässe oder übernachteten zu zehnt in zwei kleinen Hotelzimmern, weil sie kurz zuvor in ein heftiges Gewitter gerieten. «Es war ein tolles Erlebnis», sagt Thomas Abbt, der damals auch mit dabei war. «Deshalb haben wir beschlossen, die Tour nun – 30 Jahre später – zu wiederholen.»

Bei der Revival-Tour 2018 wird die ganze Jungwachtgruppe wieder am Start sein. Auch die Strecke ist identisch: Von Wil geht es über das Toggenburg ins Rheintal, dann via Chur, Disentis, Lukmanier, Bellinzona nach Domodossola. Von dort über den Simplon ins Wallis. «Ursprünglich wollten wir das Toggenburg auslassen, doch wir dachten: Wenn schon, denn schon.»

«Wir sind keine 16 mehr»

Jeder bereitete sich individuell auf die viertägige Tour vor. «Die einen legten eine bemerkenswerte Disziplin an den Tag und trainierten nach einem Wochenprogramm. Andere nahmen es gelassener – oder hatten aufgrund von Familie und Beruf einfach gar keine Zeit», sagt Abbt. Schliesslich gehe es ja nicht um sportliche Leistung, sondern um den gesellschaftlichen Aspekt. «Die Zeit in der Jungwacht hat uns geprägt. Es sind Freundschaften entstanden, die wir bis heute pflegen.» Zudem müsse jeder nur soweit fahren, wie er kann und will: «Wir wollen keine gesundheitlichen Risiken eingehen. Schliesslich sind wir keine 16 mehr.»

Am Freitagmorgen traf sich die Truppe zum Startschuss auf dem Hofplatz in der Wiler Altstadt – genau wie damals. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass heute alle einen Helm tragen. Und vereinzelt auch ein E-Bike unter den Fahrrädern zu sehen ist. Kurz vor dem Start fanden sich auch die Verwandten, Bekannten und Freunde ein, um die Truppe mit mal mehr, mal weniger liebevollen Worten zu verabschieden. Allen voran natürlich die Mütter der 10 ehemaligen Jungwächtler, die ihren Söhnen ein gut gemeintes «Pass auf!» mit auf den Weg gaben. Daneben ertönte auch das eine oder andere «Es lebe der Wolf!» aus der Menge.

So glimpflich wie vor 30 Jahren ging der Start dann aber nicht über die Bühne. Noch bevor das grosse Strampeln überhaupt losging, vermeldete einer der Teilnehmer, dass er den Krampf im Bein hätte. Und auch Thomas Abbt hatte sich den Beginn der Revival-Tour wohl etwas angenehmer vorgestellt: Keine zwei Meter hatte er zurückgelegt, als auch schon seine Fahrradkette entzweisprang – seine Kameraden waren zu diesem Zeitpunkt schon über alle sieben Berge. In diesem Sinne: Gute Fahrt, Sioux! Ob die Sioux in 30 Jahren die Tour noch ein drittes Mal wiederholen wird? «Vielleicht. Aber dann mit dem Cabrio.»

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