Sie war für ihr langes, erfülltes Leben dankbar

Maria Muff war von 1970 bis 1981 Oberschwester im Spital Wil. Sie wuchs im Kreise ihrer Familie auf einem Bauernhof in Rain (LU) mit sechs Geschwistern auf. Allerdings wurde sie hart geprüft. Der Vater starb, als sie sieben Jahre alt war, und im Alter von 17 Jahren verlor die Familie die Mutter.

Agnes Nydegger und Hans Güntert
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Maria Muff: 14. Mai 1921 – 2. September 2015 (Bild: pd)

Maria Muff: 14. Mai 1921 – 2. September 2015 (Bild: pd)

Maria Muff war von 1970 bis 1981 Oberschwester im Spital Wil. Sie wuchs im Kreise ihrer Familie auf einem Bauernhof in Rain (LU) mit sechs Geschwistern auf. Allerdings wurde sie hart geprüft. Der Vater starb, als sie sieben Jahre alt war, und im Alter von 17 Jahren verlor die Familie die Mutter. Die Jugendjahre waren trotz dieser harten Schicksalsschläge glücklich. Die Sorgen um ihre Familie beeinflussten ihr früh gefasstes Berufsziel Krankenschwester. Nach einigen Umwegen konnte sie aber die Luzerner Schwesternschule absolvieren. Die ersten Berufserfahrungen sammelte sie in Aigle und Genf. Dort wurde sie bereits mit einer leitenden Aufgabe betraut. Früh erkannte sie auch die Bedeutung der englischen Sprache. Ein dreimonatiger Sprachkurs öffnete ihr 1957 den Zugang in eine Chirurgie in Edinburgh und anschliessend in eine Neurochirurgie in Wimbledon als Staffnurse.

Ins «nigelnagelneue» Landspital

Zurück in der Schweiz im Jahre 1958, arbeitete sie in der Neurochirurgie in Zürich und 1960/61 in der Klinik Sonnenhof in Bern. Berufsbegleitend besuchte sie den Oberschwesternkurs des Roten Kreuzes.

Ihre Arbeit im Basler Bürgerspital 1960 bis 1969 war für sie ein prägender Abschnitt. Nach reichen Erfahrungen in vier renommierten Universitätskliniken wurde sie vom damaligen bereits gewählten Chefarzt, einem Oberarzt in Basel, angefragt, ob sie im «nigelnagelneuen» Landspital Wil die Leitung des Pflegedienstes übernehmen möchte. Das Leben des bereits gewählten Chefarztes wurde auf unerwartete Weise ausgelöscht. Schwester Maria übernahm die Herausforderung, mit dem neu gewählten ärztlichen Leiter zusammenzuarbeiten und den Pflegedienst im neuen Spital aufzubauen. Dank eines guten und raschen Kontakts mit der St. Gallischen Krankenschwesternschule wurde das Spital auch Ausbildungsstation. Diese Aufgabe lag Maria Muff sehr am Herzen.

Verbundenheit weiter gepflegt

Ihre vielseitigen Interessen wie die Naturbeobachtung, das Wandern, Langlaufen, Lesen und Reisen waren für Maria Muff bereichernde Momente, die zu ihrem Wesen gehörten. Darin fand sie innere Ruhe und die nötige Distanz zu Beruf und Alltag. Dass mit den Jahren Hände und Herz etwas müde wurden – wen verwundert das? So übergab Maria Muff 1981 die Pflegedienstleitung an Lydia Girsperger. Der Ruhestand war aber weiterhin rege und von vielen Interessen erfüllt. Sie teilte mit ihren Freunden viele schöne Erlebnisse, sei es in der montäglichen Wandergruppe, bei Theaterbesuchen und Konzerten. Die Verbundenheit mit dem Spital pflegte sie auch weiterhin. Sie gründete den «Pensionierten-Treff», der heute noch besteht und an dem sie häufig teilnahm, sofern es ihre Gesundheit erlaubte. Sie engagierte sich über längere Zeit auch in einer Alterswohnung beim Mittagstisch.

Ein Unfall im Mai dieses Jahres warf Maria Muff aus ihrer Lebensbahn, und ein zunehmend mühsamer Verlauf liess an ein nahes Ende denken.

Wir haben mit Maria Muff einen wertvollen Menschen verloren, der nun eingegangen ist in das Geheimnis des Todes.