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Sie verdienen ihr Futter selber

MÜNCHWILEN. Der Münchwiler Peter Koller züchtet seit seiner Kindheit Tauben. Von seinen 300 Tieren sind einige handzahm. Der Züchter kennt jede einzelne. Die Vögel kommen an Hochzeiten und im Variété zum Einsatz. Nächsten Monat treten sie in St. Gallen mit einer Tänzerin auf.
Daniela Ebinger
Tänzerin Marula Eugster übt ihren Variété-Auftritt mit den zahmen Tauben. (Bilder: Daniela Ebinger)

Tänzerin Marula Eugster übt ihren Variété-Auftritt mit den zahmen Tauben. (Bilder: Daniela Ebinger)

Einige Brieftauben fliegen ihre Runden unter freiem Himmel. Andere sitzen friedlich auf dem First der Scheune, warten einen Moment und begeben sich wieder in den Taubenschlag. Die Tiere gehören Peter Koller. Für ihn ist die Zucht eine grosse Leidenschaft und ein guter Ausgleich zu seinem Beruf als Metzger. Jeden Tag verbringt er drei bis vier Stunden an der Schützenhausstrasse in Münchwilen. Sein Bestand zählt mittlerweile 300 Tiere. «Einige sind handzahm», sagt er und erzählt, wie er bereits bei den Jungtieren merke, welche sich zum Zähmen eignen und welche nicht.

Ein Jahr lang geübt

So verhalf er dem Rigolo Swiss Nouveau Cirque zu einer beeindruckenden Show. Die Artistenfamilie aus Wattwil zeigt Ende September in ihrem Programm in St. Gallen eine Nummer mit zahmen Tauben auf der Tänzerin Marula Eugster. Die Familie investierte mit Unterstützung von Peter Koller über ein Jahr Zeit, bis die Tiere so weit waren. «Wings In My Heart», wie die Bühnenshow heisst, soll den Betrachter inspirieren, seine eigenen Flügel im Herzen zu entdecken.

Der Bezug zu Tieren wurde Koller als Kind von zu Hause aus gegeben. «Ich wuchs mit Meerschweinchen, Wellensittich, Katz und Hund auf», sagt Koller. Er half seinem Kollegen Martin oft im elterlichen Tierpark Künzler. «Dort haben uns die freien Tauben fasziniert.» Die Jungs bauten für sie eine Voliere. Damit war der Grundstein für seine Leidenschaft gelegt.

Symbolträchtige Tiere

Seither beobachtet er die Tiere in ihrem Verhalten intensiv und begann die symbolträchtigen Tiere zu züchten. So sind sie unter anderem nicht nur Botschafter als Friedenstauben, sondern versinnbildlichen auch Fruchtbarkeit, Liebe, Reinheit sowie den Heiligen Geist im Christentum.

«Tauben bleiben lebenslang beim selben Partner», sagt der 52-Jährige. Ihn fasziniert es, wie seine Brieftauben aus über 60 Kilometer Distanz den Taubenschlag immer wieder finden. Sein ältestes Tier ist bereits stolze 17 Jahre alt. Viele Taubenzüchter nehmen mit ihren Tieren sogar an Wettflügen teil. Dabei legen die Vögel mit 80 Stundenkilometern bis 1000 Kilometer zurück.

Davon will Koller nichts wissen. Der Münchwiler trainiert mit seinen Tieren lediglich für die Einsätze an Hochzeiten. Dabei dürfen die Hochzeitspaare ein Taubenpaar mit ihren Herzenswünschen in den Himmel schicken. «Es macht mir grossen Spass, den verschiedenen Paaren mit ihren Gästen etwas Spezielles bieten zu können.» Mit den Hochzeitstauben finanziert er sein Hobby. Von Mai bis Oktober sind es rund 26 Anlässe pro Jahr.

Effekt des Gemeinsamen

Bei Koller sind nicht alle Tauben schneeweiss. Einige sind graumeliert oder mit weiss gescheckt. «Die grauen sind meist charakterstark und somit gut geeignet zum Einkreuzen mit den weissen Tauben, die hauptsächlich für Hochzeiten gefragt sind», sagt der Züchter.

Kunst des Fliegenlassens

Nebst den Tauben für das Brautpaar nimmt er jeweils zu den Anlässen einige Pfauentauben mit. Die sind meist handzahm. «Pfauentauben sind nicht so geübte Flieger, und die Gäste können die edlen Tiere am Boden beobachten.» Gerne steht er bei Fragen Red und Antwort. Ebenso instruiert er vor dem besonderen Akt mit den Brieftauben das Brautpaar genau. Er zeigt ihnen, wie sie die Tiere halten sollen und auf was sie achten müssen – damit der Effekt des gemeinsamen Fliegenlassens am schönsten Tag auch wirklich gelingt.

Züchter Peter Koller besucht seine Tauben in ihrem Schlag. Sie fressen ihm buchstäblich aus der Hand.

Züchter Peter Koller besucht seine Tauben in ihrem Schlag. Sie fressen ihm buchstäblich aus der Hand.

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