Sie stellen sich der Herausforderung

Am 3. März wählen die Fischinger eine neue Schulbehörde. Nach Turbulenzen stellen sich nun vier Kandidierende zur Verfügung. Am Montag präsentierten sie sich an einem Podium. Für eine komplette Behörde fehlt aber noch eine Person.

Philipp Haag
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FISCHINGEN. Es interessierte die Bevölkerung von Fischingen, wer die Personen sind, die sich zutrauen, wieder Ruhe in die Schule zu bringen. Der Saal im Restaurant Brückenwaage in Dussnang war am Montagabend gut besetzt. Um die 120 Personen warteten gespannt auf die Ausführungen von Godi Siegfried, der als Schulpräsident kandidiert, Norbert Meile und Peter Büttiker, die am 3. März neu in die Schulbehörde gewählt werden möchten, und Hedi Baumgartner, die sich nochmals zur Verfügung stellt. Die vergangenen Wochen waren turbulent. Beatrice Matthys zog ihre Kandidatur für das Schulpräsidium kurz nach Ablauf der Meldefrist zurück, Schulrat Konrad Frischknecht verzichtete ebenfalls. Es ist darum keine einfache Situation, der sich die Kandidierenden stellen. Denn nicht nur in der Behörde gibt es Abgänge. Auch etliche Lehrer verliessen in den vergangenen Monaten die Schule.

In der Milch-Politik

Darauf angesprochen, sagte Präsidiumskandidat Siegfried, er habe gelernt, mit schwierigen Situationen umzugehen. Der 55jährige Biolandwirt aus Sitzberg, Vater zweier erwachsener Söhne, engagiert sich seit Jahren in der Milch-Politik. Er sei in der Lage, die menschlich-emotionale Ebene auszublenden, «und sachbezogen zu diskutieren». Für den ehemaligen Schulpräsidenten von Schurten soll eine Schule fördern, aber auch fordern. «Und sie muss bezahlbar sein», sagte er. Für Siegfried ist klar: «Die Mitglieder einer Behörde müssen auf das gleiche Ziel hinarbeiten.»

«Die Schule muss die Kinder auf den Einstieg ins Berufsleben vorbereiten.» Dafür brauche es eine funktionierende Schule. Um dies zu erreichen, möchte der 54jährige Peter Büttiker, Vater eines schulpflichtigen Sohnes, seine pädagogische Erfahrung einbringen. Er war 30 Jahre Oberstufenlehrer in Zürich, seit einiger Zeit ist er auf der Mittelstufe tätig. Eine gute Schule ist für Büttiker der Ort, an dem Kinder ihre Fähigkeiten entwickeln können.

Einmal kam während der Diskussion etwas Spannung auf. Der derzeitige Schulpräsident, Urs Schwarz, fragte Büttiker, wie dieser behaupten könne, die Finanzen der Schule seien nicht im Lot und die Verwaltungsausgaben dürften nicht weiter steigen. Die Behörde habe trotz sinkender Schülerzahlen zu lange an einem Schulstandort festgehalten – Büttiker meinte die Schule Au – und unnötig Geräte angeschafft. Schwarz liess dies nicht auf sich sitzen, und nannte Zahlen, gemäss denen die Kosten pro Fischinger Schüler und der Verwaltungsaufwand unter dem Thurgauer Mittelwert liegen. Auf die Einführung der Basisstufe angesprochen, durch die der Standort Fischingen langfristig gestärkt werden soll, meinte Büttiker wie die anderen drei Podiumsteilnehmer, dass erst geprüft werden müsse, ob das Modell für Fischingen Sinn mache. Einzig Hedi Baumgartner wagte sich etwas weiter vor und liess durchblicken, dass sie die Basisstufe für verfolgenswert halte. Die 44-Jährige, seit vergangenem Herbst in der Behörde, möchte die Öffentlichkeits- und Elternarbeit beibehalten. Sie wünscht sich eine gute Kommunikation zwischen Behörde, Lehrern und Eltern und glaubt, als Mutter von zwei schulpflichtigen Kindern Eltern, die ein Anliegen haben, gut zu verstehen, «auch wenn man sich bewusst sein muss, dass die Rolle als Behördenmitglied eine andere ist».

Dass er in diese Rolle hineinwachsen muss, dem ist sich auch der 42 Jahre alte Norbert Meile bewusst. Der Projektleiter bei einer Systemholzbaufirma in der Region würde gerne das Ressort Liegenschaften betreuen. Der Kommandant der Feuerwehr Fischingen ist verankert im Dorf, bezeichnet sich als kontaktfreudig, der sachbezogen, offen diskutiert. In die Behörde einbringen möchte er seine vielen Kontakte im Dorf.

Eine andere Perspektive

Die Interpartei Fischingen unterstützt alle vier Kandidaten, wie Präsident Thomas Bürgi sagte. Noch fehlt es aber an einem Kandidaten. Bürgi hofft, dass sich noch vor dem Urnengang am 3. März eine Persone meldet. «Am liebsten wäre mir eine zweite Frau in der Behörde», sagte Hedi Baumgartner. Siegfried pflichtete bei: «Frauen haben oft eine andere Perspektive als wir Männer.»