Sie ist plötzlich aufgetaucht und verschwindet bald wieder: Die Wiler Pop-up Bar «Vielfalt» ist beliebt

Vor gut drei Wochen hat die Pop-up Bar «Vielfalt» ihren Betrieb aufgenommen. Es läuft gut.

Marco Enzler
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Zusammen mit ihrem Bruder und ihrer Cousine führt sie die Pop-up Bar «Vielfalt» in Wil: Meret Grob. Bild: Nicola Ryser

Zusammen mit ihrem Bruder und ihrer Cousine führt sie die Pop-up Bar «Vielfalt» in Wil: Meret Grob. Bild: Nicola Ryser

«Wir sind zufrieden mit unserem Projekt», sagt Meret Grob. Die angehende Juristin, die eigentlich in Genf studiert, führt in den Semesterferien zusammen mit ihrem Bruder und ihrer Cousine die Pop-up Bar «Vielfalt» in Wil. Die Betreiber der Bar, in der ausschliesslich Getränke erhältlich sind, haben es sich zum Ziel gesetzt, während rund zwei Monaten einen Ort zu bieten, an dem man sich abends gemütlich treffen kann.

Ob Jung oder Alt, ob bei einem Bier, einem Drink oder einem Kaffee – die Gäste sollen sich wohl fühlen. Und das Bedürfnis scheint tatsächlich da zu sein. Grob sagt: «Vor allem am Freitag und Samstag haben wir viele Gäste. Aber auch unter der Woche besuchen uns immer einige Leute.» Selbst während der Hofchilbi oder dem J&B-Fest seien noch Gäste gekommen.

Einen ehemaligen Imbissladen umgestaltet

Dass die Bar in dieser Form überhaupt zu Stande kam, hat auch mit Zufall zu tun. «Wir hatten schon länger die Idee, einmal ein solches Projekt anzupacken», erklärt Grob. Wirklich ernst sei dies aber nie gewesen. «Doch dann gab es plötzlich diesen unbenutzten Raum», sagt sie. In dem Haus an der Dufourstrasse 10, das ihrem Vater und ihrem Onkel gehört, ist der Vormieter – ein Imbissladen – ausgezogen. Weil nicht direkt ein neuer Mieter gefunden werden konnte, habe man kurzerhand beschlossen, den Sommer über eine Bar zu betreiben.

Damit es soweit kommen konnte, war laut Meret Grob jedoch einiges nötig. Denn:

«Man kann nicht einfach so eine Bar eröffnen.»

Für den Betrieb ist ein Ausschankpatent der Stadt Wil notwendig. Um ein solches zu erhalten, musste Grob denn auch viel Papierarbeit erledigen: Nebst einem ausgearbeiteten Konzept habe sie verschiedene Dokumente wie Straf- und Betreibungsregisterauszüge sowie alte Arbeitszeugnisse aus der Gastrobranche einreichen müssen. Mit Erfolg. Danach ging es schnell. Hatte man am 1. Juli erst die definitive Zusage für die Nutzung des Raumes erhalten, vergingen nicht einmal zwei Wochen bis zur Eröffnung. «Es kam uns natürlich gelegen, dass die Räume bereits auf einen Gastrobetrieb ausgerichtet waren», sagt Grob. «Einzig eine Bar-Theke mussten wir noch einbauen.»

Gläser und Möbel wurden ausgeliehen

Dass der Barbetrieb finanziell nicht möglich wäre, wenn man Löhne und Miete bezahlen müsste, dessen ist sich Grob bewusst. «Es geht uns aber auch nicht darum, einen grossen Gewinn zu machen», sagt sie. Um die Ausgaben so gering wie möglich zu halten, habe man fast nichts selbst gekauft. Grob erklärt:

«Die benötigten Möbel haben wir ausgeliehen. Ebenso die Gläser.» Das Kapital, um die ersten Einkäufe zu tätigen, wurde privat vorgeschossen. Auch wenn die Fixkosten eher gering sind, ist es Meret Grob wichtig, die Konkurrenz nicht mit Dumpingpreisen zu untergraben. «Das wäre nicht fair», ist sie überzeugt. Während die finanziellen Verpflichtungen also eher überschaubar sind, sind dafür die Präsenzzeiten umso länger. Mit Vor- und Nachbereitung seien es bis zu zehn Stunden.

Für die verbleibende Zeit sind noch einige Projekte geplant. So wird morgen beispielsweise die Band «Maltschik» live auftreten. Und auch über die Durchführung einer Lesung denken die Betreiber nach. Mitte September wird die Bar dann aber definitiv wieder schliessen. Die angehende Juristin sagt:

«Während des Semesters wäre die Belastung für uns einfach zu gross.»

Dass die Bar nächsten Sommer erneut eröffnen könnte, schliesst Grob aus. Jedoch: «Ich wäre grundsätzlich offen für ein neues Projekt in einer anderen Form.»