«Sie heiratet ja sowieso»

Heidi Witzig, Historikerin und Spezialistin für Frauengeschichte, beleuchtete die Prägung von Männern und Frauen in den letzten 150 Jahren in der Schweiz.

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Heidi Witzig, Historikerin und Spezialistin für Frauengeschichte, beleuchtete die Prägung von Männern und Frauen in den letzten 150 Jahren in der Schweiz. Lebendig und greifbar machte sie bewusst, wie aus Knaben «rechte» Männer erzogen wurden, wie sie gefördert wurden, und welche Eigenschaften wichtig waren. Die Mädchen wurden auf das Gegenteilige eingespurt. Herzensbildung kam vor Schulbildung.

Nach und nach wurde die Bildung auch den Frauen ermöglicht, allerdings standen ihnen vor allem typische Frauenberufe offen, und an Frauenschulen wurden sie gebildet. «Beide Geschlechter sind 150 Jahre lang trainiert worden», sagte die Historikerin. Vieles habe sich in den letzten Jahren ausgeglichen, alles stehe allen offen, neue Chancen hätten sich aufgetan.

Obwohl niemand mehr gezwungen werde, zeige sich bei der Weiterbildung, dass Frauen «weiche» Fächer wählten und Männer «harte». «Die Prägung von früher zeigt sich noch heute», meinte Heidi Witzig. Müsse sich eine Frau für den Beruf oder die Familie entscheiden, falle die Fülle weg. «Frauen brauchen Partner, die auch ganzheitlich leben wollen, damit sie sich nicht entscheiden müssen. Die Frage ist einzig, welche Unterstützung brauchen wir als Familie», schloss die Referentin. (hlo.)