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Sie geben auf: Weshalb Vater und Sohn Schreck das Restaurant Eppenberg in Bichwil schliessen

Seit bald sieben Jahren wirten Ernst und Jochaim Schreck auf dem Eppenberg. Ende Jahr ist Schluss – aus gesundheitlichen Gründen.
Marco Enzler
Gutscheine können noch bis Ende Jahr eingelöst werden. Danach ist Schluss für Jochaim und Ernst Schreck. (Bilder: Marco Enzler)

Gutscheine können noch bis Ende Jahr eingelöst werden. Danach ist Schluss für Jochaim und Ernst Schreck. (Bilder: Marco Enzler)

«An Silvester verabschieden wir uns mit einem grossen Fest», sagt Ernst Schreck. Dann ist «Ustrinkete». Vater Ernst und Sohn Jochaim schauen mit positiven Gefühlen auf die Zeit im Restaurant Eppenberg in Bichwil zurück. Der Entschluss aufzuhören, war denn auch eine Vernunftentscheidung.

«Es war schon immer mein Traum, einmal zu wirten», sagt Ernst Schreck. «Für mich war es wie ein Hobby – ich habe es gerne gemacht.» Dass man nun aufhören muss, hat mit der Gesundheit des 62-jährigen Patrons zu tun. Mehrere Schicksalsschläge innert kurzer Zeit hätten sich auch auf den Körper ausgewirkt, erklärt dieser. Es zwicke da und dort. So würden auch leichtere Arbeiten plötzlich schwierig.

Der Küchenchef und das Mädchen für alles

Der in Ebnat-Kappel geborene und im dortigen «Landhaus» aufgewachsene Ernst Schreck absolvierte die Kochlehre auf der Schwägalp, bevor er Küchenchef wurde und sich unter anderem zum Heimleiter ausbilden liess. Nach 25 Jahren Berufstätigkeit erhielt er 2012 die Möglichkeit, die Pacht auf dem Eppenberg zu übernehmen.

Bei schönem Wetter ein beliebtes Ausflugsziel: der Eppenberg.

Bei schönem Wetter ein beliebtes Ausflugsziel: der Eppenberg.

Dafür holte er Sohn Jochaim – ebenfalls gelernter Koch – mit an Bord. Gemeinsam führen sie seither das gleichermassen bekannte wie auch beliebte Ausflugsrestaurant. Während Jochaim Küchenchef ist, kümmert sich Ernst Schreck um allerlei anderes. Er erklärt lachend:

«Früher kriegte ich alle Mädchen, heute bin ich Mädchen für alles.»

Dieses Konzept funktioniert. Denn das Restaurant laufe durchaus gut. Trotzdem, ein Zuckerschlecken ist es nicht. Die Präsenzzeiten sind hoch – wie in der Gastronomie üblich. Durchschnittlich arbeiten die beiden rund zwölf Stunden täglich. Zu Spitzenzeiten können es auch bis zu sechzehn Stunden pro Tag sein. Ernst Schreck sagt: «Früher hat mich das Arbeiten nie belastet. Doch seit ich körperlich angeschlagen bin, macht es mir zu schaffen.»

Die guten Erinnerungen überwiegen

Besonders anstrengend ist laut Ernst Schreck, dass man sehr oft von null auf hundert hochfahren müsse. «Morgens um zehn stehen wir bereit und wissen nicht, ob wir am Mittag zwanzig Menus brauchen, oder um 15 Uhr den ersten Kaffee verkaufen.» Und Jochaim Schreck ergänzt:

«Wenn ich den ganzen Tag in der Küche bin und einfach keine Gäste kommen, ist das schon frustrierend.»

Trotzdem überwiegen die guten Erinnerungen und die Dankbarkeit gegenüber den Gästen bei weitem. Besonders heben die beiden den «Köfferlimarkt» sowie das regelmässige offene Singen hervor, an dem jeweils rund 50 bis 60 Personen teilnehmen. Aber auch die phänomenale Aussicht wird den beiden fehlen. Ernst Schreck sagt: «An Silvester oder am 1. August haben wir das Feuerwerk jeweils bis zum Bodensee sehen können.»

Mit einem Schmunzeln erinnern sich die beiden an einen besonderen Vorfall. Für einen Anlass hatten sie ein Festzelt aufgebaut, welches dann von starken Winden komplett niedergemäht wurde.

Die Zukunft ist noch ungewiss

Was nach dem 31. Dezember kommt, ist noch offen. Zwar werde derzeit nach einem Nachfolger für den «Eppenberg» gesucht. «Allerdings gibt es noch nichts Konkretes», wie Jochaim Schreck sagt. Ernst Schreck hofft derweil, dass wieder ein Pächter gefunden werden kann. Denn: «Es wäre sehr schade, wenn das beliebte Restaurant schliessen müsste.»

Wie es für das Wirteduo persönlich weitergehen wird, wissen sie nicht – noch nicht. Jochaim sagt aber: «Ich werde mir sicher wieder einen Job mit geregelten Arbeitszeiten suchen.» Und auch Vater Ernst Schreck ist optimistisch: «Ich werde schon irgendwo unterkommen.» Ganz getreu seiner Lebensphilosophie:

«Zufrieden alt werden und nie den ‹inneren Spitzbuben› verlieren.»

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