Sie fasziniert ihn noch heute

WIL. Im November feiern Maja und Heini Schmid aus Wil ihren 64. Hochzeitstag. Für die beiden ist der gemeinsame Glaube für ein glückliches Eheleben von zentraler Bedeutung. In jungen Jahren leisteten die Ärztin und der Theologe für vier Jahre Missionsdienst in Angola.

Aaron Ehrat
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Maja und Heini Schmid feiern am 10. November 2016 ihren 64. Hochzeitstag. (Bild: Aaron Ehrat)

Maja und Heini Schmid feiern am 10. November 2016 ihren 64. Hochzeitstag. (Bild: Aaron Ehrat)

«Sie wollte nicht etwas von mir, sie wollte mich», sagt Johannes Heinrich «Heini» Schmid. Mit einem Lächeln im Gesicht spricht der 90-Jährige davon, wieso die Ehe mit seiner Frau Maja nach 63 Jahren immer noch besteht. «Auf einer Studienreise sass ich im Bus im Abteil neben ihr. Ich sah sie an und fragte mich: Was ist das bloss für eine tolle Frau? Dieselbe Faszination empfinde ich heute noch für sie», erklärt er. Gefühle wie dieses für eine so lange Zeit zu behalten, sei keine Leistung, für welche sie hätten arbeiten müssen, sondern ein Geschenk. «Wir waren von Anfang an realistisch, wussten, dass wir auch die Fehler des anderen mitheiraten», betont das Ehepaar

Kennengelernt haben sich die beiden in der Bibelgruppe während dem Studium. Für ihn sei die Bibel von Kindheit an sehr wichtig gewesen, sagt Heini Schmid. Maja Schmids Interesse an der Bibel kam in ihrer Jugend. Der gemeinsame Glaube war schon immer und ist bist heute zentral für das Ehepaar. «Unser Ehebund ist stückweise auch ein Bund mit Christus. Dass Christus diesen Dreierbund will, ist tragende Basis unserer glücklichen Ehe», sagt Heini Schmid.

Missionsdienst in Angola

Sechs Monate nach ihrer Hochzeit reisten Maja und Heini Schmid nach Angola, um dort das Evangelium an Einheimische weiterzugeben. Dieser Missionsdienst sei schon lange ein Wunsch gewesen. Aus diesem Grund hat Maja Schmid sich auch für ein Medizinstudium entschieden. «Eigentlich hätte ich mich lieber mit Sprachen beschäftigt. Vor Ort brauchte es jedoch Ärzte», sagt die 89-Jährige. Ihr Mann wurde nach seinem Theologiestudium als Pfarrer für den Missionsdienst eingesetzt.

Schon als die beiden nach Angola reisten, waren sie sich über ihren Kinderwunsch einig. Nach der glücklichen Geburt ihres ersten Sohnes, erlitt Maya jedoch drei Fehlgeburten. Erst als sie nach vier Jahren Missionsdienst wieder in der Schweiz waren, wurden ihnen noch drei Söhne geschenkt. Heute haben die beiden Wiler Pensionäre sieben Enkel, die zwischen 18 und 35 Jahre alt sind.

Schwierige Zeiten überwinden

Auf die Frage, ob er Ratschläge für eine lange Ehe habe, antwortet Heini Schmid: «Man muss miteinander schauen, was einem etwas bedeutet und was für Ziele man hat. In einer Zerreissprobe ist wichtig festzustellen, warum es sich lohnt, an der Ehe festzuhalten und für sie zu kämpfen.» Eine der schwierigen Aufgaben in ihrer Ehe war die Zeit, als die Kinder auszogen. Es gab plötzlich wieder mehr Raum für die Partnerschaft und neue Prioritäten mussten gesetzt werden, vor allem bei der Mutter. Da war, neben anderen Interessen, das schon lange geliebte Bergsteigen eine willkommene Herausforderung. In den gemeinsamen Erlebnissen, vor allem in Gebet und Gespräch, fand ihre Ehe eine neue Tiefe.

Gebete seien für sie schon immer mehr als ein Ritual gewesen, bezeugen die beiden übereinstimmend. «Ist man in Not, kann man Gott so um Hilfe bitten», sagt Maja Schmid. Noch heute betet das Ehepaar täglich zusammen. Heini und Maja Schmid achten sehr darauf, nicht zu viel Fleisch zu konsumieren, täglich Früchte und Gemüse zu essen und sich wenn möglich im Freien zu bewegen. Deshalb fühlen sich die beiden auch im hohen Alter noch gesund.

Sie empfinden jeden Tag als grosses Geschenk und sind dankbar, dass sie noch beieinander sein dürfen. Der 90-Jährige und seine Frau kauften das Haus, in dem sie noch immer wohnen, im Jahr 1973 und empfinden dies als Geschenk.

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