Sich an der Schule einsetzen

Die Jugendlichen sollen ein Mitentscheidungsrecht haben: Die Schule Degersheim hat seit gestern einen Schülerrat, bestehend aus zehn Schülerinnen und Schülern.

Vanessa Meier Linero
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Der vollständige Schülerrat: Schulsozialarbeiterin Fabienne Corso und die zehn gewählten Mitglieder. (Bild: vml.)

Der vollständige Schülerrat: Schulsozialarbeiterin Fabienne Corso und die zehn gewählten Mitglieder. (Bild: vml.)

DEGERSHEIM. Begleitet von Applaus und lauten Rufen betreten die gewählten Schülerinnen und Schüler aus der Oberstufe Degersheim die Bühne der Aula. In ihren Gesichtern ist Stolz zu erkennen, in den Schülerrat gewählt worden zu sein. «Die Möglichkeit, am Schulgeschehen aktiv beteiligt zu sein und das Recht mitzusprechen, ist eine Bereicherung für die Schule und ermöglicht den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in den Alltag der Erwachsenen», erklärt Alois Holenstein, Schulleiter der Oberstufe Degersheim. Die musikalische Untermalung der Schülerin Samantha Schoch, die zwei besonders schwierige Stücke auf dem Flügel präsentiert, verleiht der Schülerratswahl einen feierlichen Rahmen.

Kinderrechte gewichten

In dem vor dem Wahltag mit den Schülerinnen und Schülern erarbeiteten Konzept wurden Aufbau und Rahmenbedingungen für die Vertreterinnen und Vertreter des Schülerrats festgesetzt. Darin wurde aufgenommen, dass Fähigkeiten wie demokratisches Verständnis, Frustrationstoleranz und Kollegialitätsprinzip gefördert werden.

«Den Grundstein haben wir eigentlich schon vor vier Jahren gelegt, als wir den Klassenrat eingeführt haben, der alle zwei Wochen in den Klassen abgehalten wird», sagt Holenstein im Gespräch mit der Wiler Zeitung. Den letzten Impuls habe schliesslich ein PH-Student gegeben, der in seiner Arbeit verschiedene Schulen in Bezug auf Kinderrechte untersuchte. «Die Oberstufe Degersheim war eine dieser zehn Schulen. Wir haben eine gute Rückmeldung bekommen, wurden aber doch schwarz auf weiss darauf aufmerksam gemacht, dass die Mitsprache an der Schule ein wichtiger Punkt ist», sagt Holenstein. Fabienne Corso, Schulsozialarbeiterin an der Schule Degersheim, begleitet die neugewählten Schülerräte an den Sitzungen und gibt ihnen einen Leitfaden. «Ich bin aber nur Begleitperson und habe kein Stimmrecht. Dieses besitzen nur die Schülerinnen und Schüler», hält Fabienne Corso fest.

«Etwas bewegen»

Anschliessend an die Feier fand bereits die erste Sitzung des Schülerrats statt. Wie auch in Zukunft, wurde sie während der Schulzeit abgehalten. «Wir wollen nicht, dass die Schüler ihre Freizeit opfern müssen», sagt Holenstein. Da es die erste Sitzung der Schülerinnen und Schüler im Schülerrat war, wurde zu Beginn der Präsident und der Protokollführer gewählt. «Ich habe mich für den Schülerrat gemeldet, weil ich etwas bewegen will», sagt Tizian Rieger, einer der frischgewählten Schülerräte.