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Sepp Blatter redet in Wil frei von der Leber weg

Am gestrigen «Persönlich im Hof zu Wil» war der Besucherandrang immens. Neben Moderator Roland P. Poschung nahmen Annemarie Meyer und Sepp Blatter Platz. Zu moderieren gab es da nicht viel.
Christoph Heer
Hatten ebenso viel zu erzählen wie zu lachen: Moderator Roland P. Poschung mit Sepp Blatter und Annemarie Mayer (von links). Bild: Christoph Heer

Hatten ebenso viel zu erzählen wie zu lachen: Moderator Roland P. Poschung mit Sepp Blatter und Annemarie Mayer (von links). Bild: Christoph Heer

«Auch für mich persönlich ist es einmal mehr wunderbar, solche berühmte und weitgereiste Persönlichkeiten begrüssen zu dürfen. Zumal auch ich immer wieder in den Vorbereitungsarbeiten zu diesen Gesprächsrunden überrascht werde. So war mir nämlich gar nicht bewusst, dass sich Annemarie Mayer und Sepp Blatter schon so gut kennen. Die beiden haben auch schon zusammengearbeitet, es ist einmal mehr der Beweis, wie klein die Welt doch ist.»

Die Einleitung von Moderator Roland P. Poschung zur neusten Austragung von «Persönlich im Hof zu Wil» wird aber sogleich unterbrochen. Sepp Blatter erhebt die Hand und meint: «Wil ist dafür umso grösser.» Es ist der gelungene Auftakt zu einer amüsanten, lockeren, unterhaltsamen, aber auch kritischen und zuweilen intimen Diskussionsrunde am Sonntagmorgen, an welcher über 60 Besucher teilnehmen.

Ein Leben für den Fussball

41 Jahre lang hat der Walliser Sepp Blatter für die Fédération Internationale de Football Association, kurz Fifa, gearbeitet. Zuerst als Entwicklungshelfer, dann als Generalsekretär und schliesslich 18 Jahre lang als Präsident. Der 83-jährige hat viel erlebt in dieser langen Zeit. Gutes und Schlechtes. «In meiner Zeit bei der Fifa formte sich diese von einem Verein mit zwölf Mitarbeitern zu einer Organisation mit über 400 Mitarbeitern und einem Vermögen von 1,5 Milliarden Dollar.»

Sepp Blatter zeichnet dafür verantwortlich, dass in armen Regionen der Welt unzählige Kinder von der Strasse geholt werden konnten. «Wir konnten den Menschen dort durch das Vermitteln von Fussball weitreichende Aufgaben verteilen, ihnen einen Lebensinhalt geben. Aber man weiss ja, dass bis heute noch vieles falsch läuft», sagt Blatter mahnend.

Es wurde ein Monstrum erschaffen

Sepp Blatter liess alle Fragen zu, beantwortete auch die kritischen oder eher intimen. Geld spielt dabei eine immer grössere Rolle, die Fifa ist ein gutes Beispiel dafür. «Der Fussball hat sich unter anderem durch die Fernsehanstalten verändert und entwickelt. Der wichtigste Faktor ist aber der Tourismus; Fussball ist ein Monstrum geworden und irgendwann wird die Übersättigung so gross sein, dass es wohl zu einem grossen Knall kommen wird.»

«Am Ende wird alles gut. Ist es nicht gut, so ist es noch nicht fertig.»

Sepp Blatter, Ex-Fifa-Präsident

Blatter schiebt dahingehend die Verantwortung nicht von sich. «Bei vielen Angelegenheiten bin ich unschuldig, aber natürlich war und bin auch ich nicht gefeit davor, Fehler zu machen.» Der ehemalige Fifa-Präsident kommt beim Publikum gut an, charmant und witzig vermag er das Eis schnell zu brechen und für gute Unterhaltung zu sorgen.

Rollendes Leben, auf und ab

In nichts stand ihm Annemarie Mayer nach. Die Geschäftsführerin vom Glacier Express lässt hierfür tief in ihr Inneres blicken. Aus einem Burn-out heraus entstand eine bisweilen grossartige Karriere. Zahlreiche anspruchsvolle Aufgaben hat sie gemeistert, vom Bankenwesen über eine Station bei Alinghi bis zum Marketing Mitglied bei der Fifa, eine Frau, die auf einem Bauernhof aufgewachsen ist und heute auf ein ungemein reichhaltiges Portfolio zurückgreifen kann.

Werbung zu machen für den Glacier Express und deren neuste Errungenschaft, dem drei Tonnen schweren Luxus-Zugwagen Excellence-Class, lässt sie sich natürlich nicht nehmen. Eine sympathische, erfolgreiche Frau, die weiss, wo ihre Wurzeln sind und zu Beginn der Gesprächsrunde – wie alle anderen auch – kräftig mitgesungen hat. Moderator Roland Poschung feierte gestern nämlich Geburtstag.

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