Seniorenturnen gehen Turner aus

OBERBÜREN/NIEDERWIL. Die Seniorenturngruppen in Oberbüren und Niederwil schrumpfen, der Weiterbetrieb ist gefährdet. Pro Senectute und Aktive bemühen sich, Interessierte zu mobilisieren. Mit ungewissem Erfolg.

Andrea Häusler
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Das Seniorenturnen dient nicht nur der körperlichen Ertüchtigung, auch der Geist wird trainiert. (Bild: fotolia)

Das Seniorenturnen dient nicht nur der körperlichen Ertüchtigung, auch der Geist wird trainiert. (Bild: fotolia)

Den Senioren-Turngruppen der Pro Senectute in Oberbüren und Niederwil fehlt es an Turnerinnen und Turnern. «Wir brauchen dringend weitere Mitturnende, vor allem in Oberbüren», sagt Daniela Lütolf, Leiterin des Bereichs «Begegnung und Austausch» bei Pro Senectute Wil und Toggenburg. Denn dort sei die Gruppe auf ungefähr acht Personen geschrumpft, in Niederwil seien es immerhin noch zwölf. «Fehlt dann jemand, kann kaum mehr von Gruppen gesprochen werden», sagt sie. Aber gerade das Gruppenerlebnis, die sozialen Kontakte gehörten – nebst den gesundheitlichen Aspekten – zu den zentralen Werten des Seniorenturnens.

Mit 60 Jahren zu jung

Die Gründe für das rückläufige Interesse am Seniorenturnen sind vielschichtig und auch eine Folge der Zeit. Die Wahrnehmung, das Bild des Alters habe sich gewandelt. Früher, erinnert sich Daniela Lütolf, sei das Seniorenturnen für 60-Jährige ein Thema gewesen. Heute fühlten sich viele Pensionierte dafür noch viel zu jung. Entsprechend habe sich auch der Altersdurchschnitt in den Turngruppen erhöht: «Die Turnenden – überwiegend Frauen – sind zwischen 75 und 90 Jahre alt.»

Obwohl ein Einsteigen jederzeit möglich ist, gestalte sich die Motivation oftmals schwierig. Auch der hohen Hemmschwelle wegen. Vielfach herrsche Skepsis vor und die Scheu vor einem Probetraining. Dass die Turnstunden am Mittwochnachmittag zeitlich ungünstig liegen, glaubt Daniela Lütolf nicht. Die Zeitfenster würden vom Schulbetrieb vorgegeben. Allerdings seien die Seniorinnen und Senioren in ihrer Terminplanung erfahrungsgemäss flexibel.

Finanziell ein Verlustgeschäft

Die schrumpfenden Gruppen sind nicht nur für die Turnenden selbst und deren Leiterinnen ein Problem, sondern auch für die Pro Senectute als Anbieterin. «Der Betrieb in Oberbüren und Niederwil, aber auch in anderen Dörfern – etwa in Züberwangen – rechnet sich längst nicht mehr», sagt Daniela Lütolf. Die finanziellen Defizite würden derzeit über Gruppen ausgeglichen, die (noch) besser aufgestellt seien. Eine Lektion kostet fünf Franken.

Das Seniorenturnen in Oberbüren und Niederwil aufzugeben, täte ihr schon weh, sagt Lütolf. Umso mehr, als die Gruppe in Oberbüren erst vor sieben Jahren wieder neu aufgebaut worden sei. Deshalb hofft sie mit den Aktiven, dass tatsächlich Mitturnende rekrutiert werden können. Denn das Seniorenturnen bringe nicht nur körperliche Fitness und wirke sich positiv auf das seelische Befinden aus, sondern halte auch den Geist wach.

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