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Selbstverliebt im Netz: Narzissten in den Sozialen Medien

Soziale Medien als Plattform für Narzissten: Mit diesem Thema befasste sich Hajra Mujkanovic in ihrer Maturaarbeit. Sie selbst ist aber in den Sozialen Medien nicht mehr aktiv.
Dinah Hauser
Personen mit einem hohen Hang zu Narzissmus veröffentlichen oft Selbstportraits in den sozialen Netzwerken. (Bild: Getty)

Personen mit einem hohen Hang zu Narzissmus veröffentlichen oft Selbstportraits in den sozialen Netzwerken. (Bild: Getty)

Spieglein, Spieglein an der Wand. Ob in Märchen oder in griechischen Sagen: Seit Jahrhunderten befassen sich die Menschen mit Narzissmus. Heutzutage reicht das eigene Spiegelbild aber nicht immer aus, sondern es werden munter Selfies – wie die Selbstportraits genannt werden – ins Internet gestellt und verbreitet.

Diesem Thema hat sich Hajra Mujkanovic im Rahmen ihrer Maturaarbeit an der Kantonsschule Wil angenommen. «Ich wollte mich mit dem Narzissmus beschäftigen. Auf meiner Suche nach konkreten Themen, stellte ich fest, dass es mittlerweile viele Studien im Bereich der Sozialen Medien gibt», sagt die 20-jährige Wilerin. So sei sie über die Themenkombination gestolpert.

Narzissmus als Eigenschaft der Persönlichkeit

Demnach schreibt man Nutzern von solchen Internetportalen Selbstverliebtheit, selbstdarstellerisches Verhalten und Empa­thiemangel zu. Dieselben Begriffe werden umgangssprachlich auch verwendet, um Narzissten zu beschreiben. Gemäss Recherchen der Maturandin ist aber zwischen der Narzisstischen Persönlichkeitsstörung – also dem pathologischen Narzissmus – und dem Narzissmus als Persönlichkeitseigenschaft zu unterscheiden. Ihre Arbeit beschäftigte sich mit Letzterem.

Teil davon war auch eine Umfrage mit Schülern der zweiten bis vierten Jahresstufe der Kantonsschule Wil, welche auf Instagram aktiv sind. In der Umfrage lag denn auch die grösste Herausforderung: «Die Teilnehmer mussten den Narzissmustest machen und zusätzlich meine Fragen beantworten», sagt Mujkanovic. Dies zu koordinieren sei ein Knackpunkt gewesen. Schliesslich seien von mehreren hundert Fragebögen noch 50 für die Auswertung übrig geblieben. «Da habe ich mich gefragt, ob das überhaupt genügt.»

Nichtsdestotrotz liessen sich einige Tendenzen feststellen. So bestätigten sich beispielsweise Studien, welche besagen, dass Personen mit einem höheren Narzissmuswert mehr selbstdarstellende Inhalte – also Selfies – hochladen. Auch zeigt sich, dass diese die Attraktivität ihres Profiles höher einschätzen, als Personen mit einem niedrigeren Narzissmuswert. Einen Zusammenhang zwischen Narzissmus und der auf Plattformen verbrachten Zeit konnte nicht festgestellt werden.

Eigene Profile vor zwei Jahren gelöscht

Mujkanovic selbst ist nicht mehr in den Sozialen Netzwerken aktiv. Bereits vor zwei Jahren hatte sie ihre Profile gelöscht. «Deshalb war es für mich möglich das Thema aus einer anderen Perspektive anzugehen», sagt sie. Viele Gedankengänge seien damals noch im Unterbewusstsein geschehen. Durch die Arbeit kann sie nun ihre damalige Entscheidung besser nachvollziehen. Und sie betrachtet Profile in den Sozialen Netzwerken nun anders: «Wenn ich mir ein Profil ansehe, so schaue ich gleich auf Indikatoren wie Anzahl Selfies und Abonnenten.» Das Analyseprogramm starte quasi von alleine.

Was die 20-Jährige nach der bestandenen Matura macht, steht bereits fest. Sie wird im Herbst das Studium an der Pädagogischen Hochschule St. Gallen aufnehmen.

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