Selbstfahrende Autos und Shuttlebusse: Wil macht die ersten Schritte auf dem Weg zur «Modellstadt für nachhaltige Mobilität»

Am Anlass vom Dienstagabend im Wiler Stadtsaal ging es darum, die Gäste für die Ideen einer nachhaltigen Mobilität zu sensibilisieren.

Christof Lampart
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In Gruppen wurde nach dem Referat über mögliche neue Mobilitätskonzepte diskutiert – und das auch kontrovers.

In Gruppen wurde nach dem Referat über mögliche neue Mobilitätskonzepte diskutiert – und das auch kontrovers.

Bild: Christof Lampart

Monamo ist ein nationales Modellprojekt, an dem neben Wil mit Aarau, Riviera, Martigny und Bülach/Dietikon/Meilen vier weitere Gemeinden/Regionen teilnehmen, und das von der Energie Schweiz des Bundesamts für Energie initiiert und (mit)finanziert wird.

Ziel dieses Projektes ist es, dass die bereits bestehenden Wiler Bestrebungen im Bereich Mobilität erweitert und vertieft werden. Es geht konkret darum, im Laufe der nächsten fünf Jahre im Lokalen innovative und zukunftsorientierte Projekte aufzugleisen und real zu testen.

Ein gutes Beispiel für eine solche neue Mobilitätsform ist der bereits während der Coronakrise etablierte E-Bike-Heimlieferservice, welcher von Wiler Geschäften unterstützt und von der Stadt Wil mitfinanziert wird.

Für nachhaltige Mobilität sensibilisieren

Am Anlass vom Dienstagabend im Wiler Stadtsaal ging es darum, die Gäste – Politiker, Geschäftsleute, Energieexperten und sonstige Interessierte – für die Ideen einer nachhaltigen Mobilität zu sensibilisieren.

Selbstfahrende Autos, die durch Carsharing zum einen den Verkehr reduzieren und zum anderen eine teure Autoanschaffung unnötig werden lassen? Ein öffentlicher Bus, der genau dann fährt, wenn ich es brauche? Sind 20 neue Parkplätze wirklich die Lösung, um das «Lädeli»-Sterben zu verhindern – oder doch ein neues Mobilitätskonzept, bei dem fünf kleine Shuttlebusse in der Stunde das Stadtzentrum ansteuern anstelle eines grossen Busses in derselben Zeit?

Das Undenkbare denken

Der dem städtischen Departement Bau, Umwelt und Verkehr vorstehende Wiler Stadtrat, Daniel Stutz, betonte die Wichtigkeit, das Undenkbare zu denken, um den Menschen eine gute Zukunft zu geben: «Die Mobilität gehört zum Leben und niemand will sie missen. Wir wissen aber auch, dass in der Energiefrage die Mobilität einen grossen Anteil hat.»

Und weiter sagt Stutz:

Wenn wir also bei der Mobilität einen Schritt weiterkommen, dann kommen wir auch bei der Energieeffizienz einen Schritt weiter.»
Daniel Stutz, Stadtrat.

Daniel Stutz, Stadtrat.

Hans Suter.

Die Moderatorin, Noelle Fischer vom Programm Regiomove, nutzte kurze Pausen in ihrer Präsentation dazu, um die Anwesenden per Laserpointer auf der Leinwand über die einzelnen Themen abstimmen zu lassen. Dabei ging es vor allem darum, ein Stimmungsbild zu erhalten. Was können sich die Anwesenden vorstellen – und was nicht? Nicht mehr und nicht weniger.

Am 1.Juli werden dann einzelne Vertreter vom Startanlass zu einem Workshop nach Wil eingeladen, an dem sie dann die «Stimmungsbilder» des Monamo-Auftaktabends vertiefen und konkretisieren.

Viele «Early Adopters» meldeten sich

Immerhin hatten die Gäste am Dienstagabend im Anschluss an die offizielle Präsentation auch die Gelegenheit, sich als «Early Adopters» zu bewerben. Rund 35 Personen taten dies, was den Projektleiter Regiomove, Uwe Schlosser, freute:

«Das ist eine hervorragende Rücklaufquote, die mich doch sehr überrascht hat.»

Bei den «Early Adopters» handelt es sich um Personen, welche sich dazu bereit erklären, bei möglichen neuen Mobilitätslösungen, welche in den nächsten Jahren im Rahmen von Monamo getestet würden, freiwillig mitzumachen.

Hinweis: Das Stimmungsbild des Startanlasses ist zu finden unter www.regiomove.ch/start-wil