Kolumne

Seitenblick: Pasta für die zweite Welle

In der ersten Coronawelle hat die halbe Schweiz zum ersten Mal ein Brot gebacken. Ob in der zweiten Welle nun die Ansprüche steigen?

Ruben Schönenberger
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Ruben Schönenberger, Redaktionsleiter.

Ruben Schönenberger, Redaktionsleiter.

Bild: Ralph Ribi

Die zweite Welle ist da. Daran lässt sich nicht rütteln, ob man die Massnahmen von Bund und Kantonen nun für zu lasch, zu strikt oder genau richtig hält. Die Fallzahlen steigen und steigen.

Die neusten Massnahmen, die der Bundesrat am Mittwoch verkündet hat, führen zwar nicht dazu, dass das öffentliche Leben komplett stillsteht, aber sie verlangsamen es in ganz vielen Bereichen. Aus dem «Bleiben Sie zu Hause» von Bundesrat Alain Berset im Frühling wird nun ein «Treffen Sie so wenige Menschen wie möglich».

Plakate passenderweise wieder rot

Homeoffice wird wieder empfohlen, Grossanlässe gibt es erneut keine mehr und die Beizen schliessen zwar nicht ganz, aber doch schon um 23 Uhr. Die Situation ist also wieder ähnlich wie damals. Passenderweise ist die Farbe der Plakate des Bundes nun auch wieder rot, wie im Frühling.

Die Konsequenz: Etliche Einwohnerinnen und Einwohner dieses Landes werden die nächsten Wochen viel Zeit zu Hause verbringen, weil es kaum Gründe gibt, aus dem Haus zu gehen. Doch was tun mit der Zeit, die dank Pendelverzicht und fehlendem Wochenendprogramm nun freigespielt ist?

Ein bisschen Hefe dürfte noch vorrätig sein

In der ersten Welle hatte sich die Schweiz am Backen versucht. So sehr, dass die sozialen Medien voll waren mit Bildern von Backwaren. Das führte so weit, dass in vielen Supermärkten die Hefe ausverkauft war. Von dieser Hefe dürfte im einen oder anderen Gefrierfach noch etwas übrig sein. Und für neue Hamsterkäufe sind die Grossverteiler gewappnet.

Was läge also näher, als die Backkünste weiter zu verbessern? Statt einem «Pfünderli» Ruchbrot zumindest mal einen Zopf versuchen? Oder vielleicht einen Ausflug in die Patisserie wagen?

Vom Brot zur Pasta

Vielleicht ist die Faszination fürs Backen aber auch schon etwas verflogen und es braucht für den Herbst und Winter ein neues Tätigkeitsfeld. Vielleicht wird aus dem Backen der ersten Welle die Pasta-Zubereitung der zweiten Welle? Gnocchi zum Start dürften einfach machbar sein, gefüllte Teigwaren wären dann das Fortgeschrittenen-Programm. Oder vielleicht ist eine Weiterbildung zu Weinen und anderen Alkoholika das Richtige?

So oder so: Wenn wir dieses Coronavirus endlich hinter uns haben, bietet sich die Redaktion gerne zum Testessen an.