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Manche Feste können nicht im nächsten Jahr nachgeholt werden

Irgendwann kann man eine Hochzeit nicht mehr verschieben. Manch ein Brautpaar feiert diesen speziellen Tag wegen Corona mit weniger Menschen, als eigentlich geplant. Auch andere spezielle Anlässe lassen sich nicht einfach ein Jahr später feiern.

Larissa Flammer
Larissa Flammer
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Heiraten mit Maske und weniger Gästen.

Heiraten mit Maske und weniger Gästen.

Bild: Walter Bieri/Keystone

Feste feiert niemand gerne alleine. Vor allem, wenn es sich um Einmal-im-Leben-Feste handelt. Einen Geburtstag, Weihnachten oder den 1. August kann man in den meisten Fällen ein Jahr später wieder feiern. Wer wegen Corona zum 50. Geburtstag seine Freunde nicht einladen konnte, feiert dafür den 51. grösser. Doch es gibt Feste, die sich nicht so einfach nachholen lassen.

Da ist das Mädchen, das nach der Erstkommunion nicht mit Grosseltern, Gotti und Götti ins Restaurant essen gehen konnte. Oder der junge Mann, der sein Unidiplom per Post erhält, statt es feierlich auf einer Bühne entgegen nehmen zu können. Da sind die frisch gebackenen Eltern, welche die Taufe ihres Kindes nicht mit der ganzen Verwandtschaft erleben dürfen. Und dann sind da die Hochzeitspaare.

Die meisten Heiratswilligen, die sich im vergangenen Frühjahr das Jawort geben wollten, haben das Fest verschoben. Doch mittlerweile gibt es für viele Traulokale eine lange Warteliste. Eine weitere Verschiebung kommt also nicht in jedem Fall in Frage. Zumindest die zivilen Trauungen fanden daher in den vergangenen Wochen und Monaten trotz Corona statt.

Fast jeden Freitag sieht man vor dem Standesamt eine Gruppe schick gekleideter Gratulanten, die auf das frisch vermählte Paar wartet. Manchmal fährt gar eine Kutsche oder ein glänzender Oldtimer vor. Hin und wieder hört man Champagnerkorken knallen. Nach einigen Trauungen klebt Konfetti am Kopfsteinpflaster.

Es ist schön zu sehen, dass sich seit einer Weile vor dem Standesamt zumindest wieder 15 Personen gemeinsam über diesen ganz besonderen Tag freuen können. Die drei Personen, die sich Anfang Jahr um Braut und Bräutigam scharen durften, gaben ein gewöhnungsbedürftiges Bild ab. Trotzdem haben viele Paare in den vergangenen Tagen gebibbert und die Pressekonferenz des Bundesrats angespannt erwartet. Ihr Hochzeitsfest ist in den nächsten Wochen geplant – und auch bei den Festsälen gibt es nun längere Wartelisten, was eine Verschiebung erschwert. Doch sie dürften enttäuscht gewesen sein. Denn wer will seinen Hochzeitstanz nicht lieber vor 50 statt vor acht Augenpaaren aufführen.

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