Kolumne

Seitenblick: Bankräuber geschnappt – weil er keine Maske trug

Die Schlagzeile von nächster Woche gibt es für einmal bereits heute. Dabei wird die Frage über Sinn und Unsinn vom Maskentragen beleuchtet.

Gianni Amstutz
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Ein Teilnehmer einer Demonstrationen gegen die Corona-Einschränkungen in Köln protestiert gegen das Maskentragen.

Ein Teilnehmer einer Demonstrationen gegen die Corona-Einschränkungen in Köln protestiert gegen das Maskentragen.

Bild: Bodo Schackow / dpa

Dieser Schuss ging nach hinten los. Ein Mann, der auf dem Weg war, eine Bank zu überfallen, wurde bereits auf dem Weg zum Tatort gestoppt. Diesen legte der Täter mit dem Zug zurück, ein Auto besass er keines.

«Dass ich gerade knapp bei Kasse bin, war ja der Grund, weshalb ich den Kiosk überfallen wollte», soll er gegenüber der Polizei gesagt haben.

Was der Täter nicht wusste: In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt Maskenpflicht. Er verfolge die Nachrichten nur sporadisch. Einen Fernseher könne er sich genau so wenig leisten wie ein Zeitungsabo, weshalb er die neusten Einschränkungen im Kampf gegen Corona nicht mitbekommen habe, meinte er entschuldigend.

Dieses Unwissen wurde ihm zum Verhängnis. Nicht nur, dass der Mann die generelle Maskenpflicht im ÖV missachtete, er setzte sich zu allem Übel im gut besetzten Zug auch noch in ein Vierer-Abteil, in dem bereits drei Plätze belegt waren.

Die drei Freundinnen in ihren 40ern waren ob des unmaskierten Herrn, der sich erdreistete, sich in ihr Abteil zu setzen, gar nicht begeistert. Wild gestikulierend gaben sie ihm ihre Empörung über seine entblösste Mundpartie zu verstehen. Der Mann gab schliesslich nach und setzte sich genervt seine für den Raubüberfall geplante Sturmhaube auf.

Das liess die Fahrgäste im Zug misstrauisch werden. Einer von ihnen verständigte schliesslich die Polizei. Bei der Durchsuchung durch die Beamten kam eine Pistolenattrappe zum Vorschein. Daraufhin gestand der Mann seine geplante Tat.

Er zeigte sich reuig und versprach, künftig schon auf dem Weg zum Überfall im ÖV eine Maske zu tragen. Wegen seines Erlebnisses werde er sowohl eine handelsübliche Hygienemaske als auch eine Sturmhaube mitnehmen und diese der jeweiligen Situation angepasst einsetzen, gelobte er.

Es scheint aber wenig wahrscheinlich, dass der Mann in der Schweiz nochmals einen Versuch wagt. Er plane, sich nach seiner Haftzeit nach Schweden abzusetzen. Dort wolle er dannzumal seine neu gewonnene Freiheit geniessen. In vollen Zügen – und das ganz ohne Maske.

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