Seelsorger mit Geduld und Einfühlungsvermögen

Gestern Freitag nahm eine grosse Trauergemeinde auf dem Friedhof Wil Abschied von Pfarrer Peter Rade. Er starb in seinem 80. Lebensjahr nach schwerer Krankheit. Friedlich und zuversichtlich durfte er im Kreis seiner Familie zum himmlischen Vater heimkehren.

Max Schoch
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Peter Rade (Bild: pd)

Peter Rade (Bild: pd)

Gestern Freitag nahm eine grosse Trauergemeinde auf dem Friedhof Wil Abschied von Pfarrer Peter Rade. Er starb in seinem 80. Lebensjahr nach schwerer Krankheit. Friedlich und zuversichtlich durfte er im Kreis seiner Familie zum himmlischen Vater heimkehren.

Erfüllende Berufung

Peter Rade war ein engagierter Pfarrer und Seelsorger. Seine Berufung erfüllte ihn; sein Denken war weltoffen, geprägt von ökumenischem Handeln und Toleranz gegenüber Andersdenkenden. Treu, verantwortungsvoll und mit viel Humor verkündigte er die Botschaft von Jesus Christus. Mit viel Einfühlungsvermögen und grosser Geduld war er Seelsorger.

Im Prättigau geboren

Peter Rade wurde am 29. September 1935 im Pfarrhaus Seewis Dorf im Prättigau geboren. Er bestand im März 1954 die Matura an der evangelischen Mittelschule in Schiers. Sein Theologiestudium führte ihn nach Basel und nach Rom. Die Ordination zum Pfarrer erfolgte am 29. Juni 1958 vor der Bündner Synode in Flims. Er absolvierte sein Lernvikariat in Grossalmerode bei Kassel. Von August 1959 bis Juni 1966 betreute er seine erste Gemeinde, die beiden in der Nähe von Ilanz gelegenen Dörfer Valendas und Sagogn. Im Sommer 1962 heiratete er Elsbeth Stoeri aus Biel. Im Sommer 1966 wurde er in den Kanton St. Gallen, an eines der beiden Pfarrämter von Grabs berufen. Dieser weitläufigen Kirchgemeinde diente er treu während 19 Jahren.

15 Jahre in Wil

Am 26. April 1985 liess er sich an die Kirchgemeinde Wil wählen und wirkte bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2000 hier. Die Vielschichtigkeit dieses Pfarramtes war ihm eine Freude und Herausforderung. Neben der Betreuung des Pfarrkreises Wil-Ost, Züberwangen und Zuzwil ist ihm der Schwerpunkt Entwicklungshilfe, Mission und Brot für alle in der ganzen Kirchgemeinde Wil anvertraut worden. Er wirkte auch viele Jahre als Feldprediger. Das Bibelstudium für die Gemeinde und die Arbeit des blauen Kreuzes waren ihm ein grosses, wichtiges Anliegen. Daneben arbeitete er im schweizerischen Vorstand der Mission am Nil. Die Entwicklungs- und Missionsarbeit lag ihm am Herzen. Studienreisen in die Länder am Nil gaben ihm vertiefte Einblicke in die gut investierten Hilfeleistungen. So konnte er auch die Frucht seiner Bemühungen an Ort erleben.

Nicht schweigen

Peter Rade setzte sich für die weltweite Gerechtigkeit für verfolgte Christen ein, dies im Wissen, was wir hier für Möglichkeiten und Freiheiten als Christen haben. Politik und Glauben waren für ihn Grundanliegen und eine Notwendigkeit. Stets war es ihm wichtig, dass wir in Zeitfragen als Kirche nicht schweigen dürfen. Seine humorvolle Art wusste er gewinnbringend, nicht zuletzt in schwierigen Situationen, einzusetzen. Seine eindrücklichen Predigten waren Botschaften von gelebtem Christsein. Viele Jahre war er mit grossem Engagement Mitglied der Synode der Kantonalkirche.

Alle beeindruckt

Der unerwartete Tod seiner geliebten Frau Elsbeth, kurz nach seiner Pensionierung, war für ihn hart. Umso beeindruckender war es zu erleben, wie er nach diesem Schicksalsschlag zuversichtlich weiterlebte. Er hat auf eindrückliche Art gezeigt, wie der Glaube an Jesus Christus und die Bibel ein solides Lebensfundament bilden. Die Evangelische Kirchgemeinde Wil dankt Pfarrer Peter Rade für sein grosses, engagiertes Wirken und wird ihn als grossartigen Menschen in Erinnerung behalten.

In der Friedhofskapelle und an-schliessend im Kirchgemeindehaus wird ein Kondulenzbuch aufliegen.

Pfarrer Peter Rade starb in seinem 80. Altersjahr. (Bild: pd)

Pfarrer Peter Rade starb in seinem 80. Altersjahr. (Bild: pd)