Seelsorgeeinheit
Die Fusion kommt an die Urne: Vereinigte Kirchgemeinde Bazenheid-Gähwil-Kirchberg könnte schuldenfrei starten

Im Auftrag der Kirchbürger haben die Kirchenverwaltungsräte von Bazenheid, Gähwil und Kirchberg eine Vereinigung geprüft. Sie sind von einer Fusion überzeugt. Ende Oktober wird es Urnenabstimmungen geben.

Larissa Flammer
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Die drei Kirchenverwaltungsratspräsidenten und der Vorsitzende der Behördenkonferenz: Patrick Loepfe, Joseph Koch, Hans Egli und Marius Ammann (v.l.).

Die drei Kirchenverwaltungsratspräsidenten und der Vorsitzende der Behördenkonferenz: Patrick Loepfe, Joseph Koch, Hans Egli und Marius Ammann (v.l.).

Bild: PD

Die Seelsorgeeinheit Bazenheid-Gähwil-Kirchberg besteht aus drei eigenständigen Kirchengemeinden – deren Vertreter sich nicht immer einig waren. Auch als Konsequenz aus diesen personellen Querelen haben die drei Kirchenverwaltungsräte ein Vereinigungsprojekt gestartet. Im Oktober des vergangenen Jahres haben die Stimmberechtigten die Räte beauftragt, eine Fusion zu prüfen.

Diese Prüfung hat nun ergeben, dass eine Vereinigung ein Gewinn für alle Kirchgemeinden wäre. Dies schreibt die Seelsorgeeinheit am Dienstag in einer Medienmitteilung. «Wenn die Stimmberechtigten einer Vereinigung der drei Kirchgemeinden im Grundsatz zustimmen, so kann am 1. Januar 2024 eine gänzlich schuldenfreie Kirchgemeinde ihren Betrieb aufnehmen», wird Marius Ammann, Präsident der Behördenkonferenz, zitiert. Dies sei möglich, da der Katholische Konfessionsteil des Kantons St.Gallen zugesagt habe, die bis dann noch bestehenden Restschulden der drei Kirchgemeinden in der Höhe von 460'000 Franken zu alimentieren. Dadurch könnten sämtliche Verpflichtungen amortisiert werden.

Die Planerfolgsrechnung für die Vereinigung zeige daher ein sehr positives Bild. Bei einem Gesamtsteuerfuss von 23 Prozent könne sogar ein leichter Ertragsüberschuss erzielt werden. Dies trotz äusserst vorsichtiger Budgetierung, was auch ein externes Gutachten attestiere. Wie Ammann sagt, bedeutet der geplante Steuerfuss von 23 Prozent für die Kirchbürger aller drei Kirchgemeinden eine Steuersenkung.

Zudem seien im Bereich der Liegenschaften keine kostenintensiven Überraschungen zu erwarten. «Es sind keine gröberen Bauvorhaben nötig», sagt Ammann. Für die Kirchenbauten sei diesbezüglich ebenfalls ein externes Gutachten erstellt worden, das dies bestätige.

Synergien und Professionalisierung

Auch sonst sind sich die drei Kirchenverwaltungsräte gemäss der Medienmitteilung einig, dass eine Vereinigung mehrheitlich zum Vorteil aller Kirchgemeinden und somit Kirchbürger erfolgt. Die erwarteten Synergieeffekte im Verwaltungsbereich würden Ressourcen freispielen, die für zusätzliche Dienstleistungen im seelsorgerischen Bereich eingesetzt werden könnten. Durch eine zusätzliche Professionalisierung der Verwaltungsstelle werde die neue Kirchgemeinde für die Kirchbürger, aber auch für andere Gruppen, zum verlässlichen Partner.

Zu guter Letzt werde auch das Zusammenspiel zwischen dem Pastoralteam und der Verwaltung verlässlicher, da das Team nur noch mit einer Behörde, statt wie bisher mit vier Behörden (drei Kirchenverwaltungsräten und einem Verwaltungsrat des Zweckverbandes) agieren müssten.

Start am 1. Januar 2024

Am 31. Oktober 2021 befinden die drei Kirchgemeinden je separat an einer Urnenabstimmung darüber, ob sie der Vereinigung im Grundsatz zustimmen. Bei einem positiven Ausgang aller drei Abstimmungen wird den Kirchbürgern an der Kirchbürgerversammlung vom Frühjahr 2022 der Vereinigungsvertrag zur Genehmigung vorgelegt. Bereits Ende Juni 2022 soll dann die konstituierende Kirchbürgerversammlung stattfinden, an der erstmals alle Kirchbürger zusammen über die neue Gemeindeordnung befinden. Danach erfolgt die technische Fusion, die Organisation der neuen Kirchgemeinde, sodass diese am 1. Januar 2024 auf einer soliden Basis starten kann.

Vor zwei Jahren kündigten vier Mitarbeitende

Bevor sich die drei Kirchenverwaltungsräte für Gespräche über eine mögliche Vereinigung an einen Tisch setzten, gab es Differenzen zwischen ihnen und innerhalb des Pastoralteams. Vor zwei Jahren wurde bekannt, dass deshalb vier Mitarbeitende die Seelsorgeeinheit verlassen. Das Bistum St.Gallen versuchte noch, eine andere Lösung zu ermöglichen. Die Haltungen von Einzelnen hätten eine Versöhnung und einen Neuanfang mit dem gesamten Pastoralteam der Seelsorgeeinheit Bazenheid-Gähwil-Kirchberg aber verhindert, liess das Bistum damals verlauten.

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