Sechs Millionen für die Uzwiler Eishalle: Nächstes Jahr wird abgestimmt

Die Uzehalle soll erneuert werden. Es handelt sich um eine namhafte Investition. Das letzte Wort hat der Stimmbürger.

Philipp Stutz
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Die Uzehalle steht vor einer erneuten Sanierung. Die Fassade ist am Ende ihrer Lebensdauer angelangt. Mit der Erneuerung erhofft man sich spürbare energetische Verbesserungen. Bilder: Philipp Stutz

Die Uzehalle steht vor einer erneuten Sanierung. Die Fassade ist am Ende ihrer Lebensdauer angelangt. Mit der Erneuerung erhofft man sich spürbare energetische Verbesserungen. Bilder: Philipp Stutz

«Das Thema Eishalle haben wir seit Jahren auf dem Radar», sagt Gemeindepräsident Lucas Keel. Die Sanierung war bereits vor rund neun Jahren zur Diskussion gestanden, wurde aber aus Kostengründen wieder hinausgeschoben. Die Halle steht im Baurecht bis ins Jahr 2054 auf Boden der Bühler AG. «Aufgrund der Restnutzungsdauer ist eine Sanierung möglich und sinnvoll», sagt Keel. Bei der Planung kann der Gemeinderat auf ein bereits bestehendes Projekt zurückgreifen.

Fassade und Dach der Eishalle sanieren

Die offene Eisbahn wurde 1959 eingeweiht. Es handelte sich um die erste Kunsteisbahn der Ostschweiz – eine Uzwiler Pioniertat aufgrund schon damals langjähriger Eishockey- und Eislauftradition. 1985 wurde die Eishalle überdacht. Nun sind die Hallenfassaden aus lichtdurchlässigen Fiberglasplatten am Ende ihrer Lebensdauer angelangt und müssen ersetzt werden. Die Fassadensanierung schlägt mit rund 3,4 Millionen Franken zu Buche. Auch das Hallendach muss erneuert werden, was weitere Kosten von 1,98 Millionen zur Folge hat. Zudem ist eine Fotovoltaikanlage vorgesehen, die 610 000 Franken kosten wird. Insgesamt beträgt die Investition 5,98 Millionen Franken.

Die Eishalle wurde vor der Jahrtausendwende einer grösseren Sanierung unterzogen. Dabei wurden die Kälteanlage erneuert und eine Entfeuchtungsanlage installiert. Die Gebäudehülle wurde dagegen im alten Zustand belassen. Das Gebäude wird als «Kalthalle» betrieben. Das bedeutet, dass sie nicht beheizt wird, um eine konstante Temperatur zu halten. Die Gebäudehülle ist undicht. Feuchte Luft dringt ins Innere und muss mit der Entfeuchtungsanlage «abgetrocknet» werden. Der Entzug der Feuchtigkeit hat zum Ziel, dass keine zu hohe Luftfeuchtigkeit mit Schwitzwasser (Tropfenbildung an den Aussenflächen) und daraus über dem Eisfeld eine Nebelbildung entsteht.

Die Halle wird auch nach der Sanierung als Kalthalle betrieben. Und sie wird auch weiterhin nicht ganzjährig geöffnet sein. «Eine Eishalle zu führen ist immer ein Defizitgeschäft», sagt der Gemeindepräsident. «Würden wir die Halle ganzjährig betreiben, würde sich auch das Defizit erhöhen.» Die Betriebskosten sind beträchtlich. So steht im Budget 2019 einem Aufwand von über 500 000 Franken ein Ertrag von 115 000 Franken gegenüber.

EHC Uzwil ist in der dritten Liga angelangt

Hauptnutzer der Eishalle ist der EHC Uzwil. Einst Aushängeschild der Untertoggenburger Gemeinde, befindet sich die erste Mannschaft nach finanziellen Turbulenzen nunmehr in der dritten Liga. Ist es noch sinnvoll, für einen Drittligisten eine solch teure Eishalle zu betreiben? «Wir unterstützen den Breiten- und Amateursport», betont Lucas Keel. Ein gesunder Breitensport sei nicht an eine bestimmte Ligazugehörigkeit gebunden. Die jüngste Entwicklung des Vereins mit einem neuen Präsidium sei unterstützungswürdig. «Das Bedürfnis, sich auch während des Winters sportlich zu betätigen, nimmt zu», ist Keel überzeugt. Auch dem Schulsport komme wichtige Bedeutung zu. Die Gemeinde bilde die Trägerschaft. Für ein positives Votum der Bürgerschaft zum Baukredit werden Mehrheiten benötigt. Es liegt deshalb auch am EHC, das Projekt positiv zu beeinflussen.

Über den Kredit wird nächstes Jahr abgestimmt. Ob an der Urne oder an der Bürgerversammlung, steht noch nicht fest. Doch ist eher von einer Urnenabstimmung auszugehen. Die Sanierungsarbeiten sollen dann im Jahr 2021 ausgeführt werden.

Es stehen noch eitere Investitionen bevor

Neben der Sanierung der Eishalle stehen in der Gemeinde Uzwil weitere grosse Investitionen bevor. So etwa der Neubau des Werkhofs. Und die Schulraumerweiterung im Herrenhof. Der Gemeinderat hat Eckwerte für seine Finanzpolitik definiert. Das Eigenkapital soll die Summe von 10 Millionen nicht unterschreiten, um unvorhergesehene Veränderungen auffangen zu können. Und die Verschuldung soll eine Obergrenze von 30 Millionen Franken nicht überschreiten.

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