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Schwitzen statt faulenzen: Die Jugend Games begeistern die Wiler Schüler

Eine Stadt im Sportfieber: Zum 12. Mal finden in den Herbstferien die Wiler Jugend Games statt. Dabei lernen die Schüler aus der Region auf den Sportanlagen dutzende, teilweise weniger populäre Sportarten kennen.
Nicola Ryser
So geht’s richtig: Die Kinder aus dem Tischtenniskurs staunen nicht schlecht über die Schlagtechnik der Leiter, notabene Spieler des TTC Wil. (Bilder: Nicola Ryser)So geht’s richtig: Die Kinder aus dem Tischtenniskurs staunen nicht schlecht über die Schlagtechnik der Leiter, notabene Spieler des TTC Wil. (Bilder: Nicola Ryser)
Der Aufmarsch ist auch bei den diesjährigen Jugend Games gross – nicht nur im Tischtennis.Der Aufmarsch ist auch bei den diesjährigen Jugend Games gross – nicht nur im Tischtennis.
Auch die Mountainbiker sind gesattelt und unterwegs.Auch die Mountainbiker sind gesattelt und unterwegs.
Vollgas: Das Tempo und der Siegeswille sind beim Orientierungslauf sehr hoch.Vollgas: Das Tempo und der Siegeswille sind beim Orientierungslauf sehr hoch.
Bitte festhalten: Beim Radball versuchen die Kinder, die richtige Balance zu finden.Bitte festhalten: Beim Radball versuchen die Kinder, die richtige Balance zu finden.
Noch ist kein Meister vom Himmel gefallen. Doch fallen einige bei den ersten Versuchen vom Rad – natürlich blieben alle unverletzt.Noch ist kein Meister vom Himmel gefallen. Doch fallen einige bei den ersten Versuchen vom Rad – natürlich blieben alle unverletzt.
6 Bilder

Rennen, schlagen, in die Pedale treten: Das sind Bilder der Wiler Jugend Games

Der Boden der Sporthalle im Lindenhof bebt. Über 30 Kinder wärmen sich auf, spielen «Fangis». Die Menge ähnelt einem Haufen voller Ameisen, die unübersichtlich durcheinander rennen. Es folgt ein Pfiff, die Ameisen sammeln sich. Der Leiter erklärt das Programm, dann schwärmen die Kinder aus an die Tischtennistische. 16 sind in der Halle aufgestellt, jeder wird gleich von Zweier-, Dreier- und Vierergruppen eingenommen. Das Beben und Stampfen weicht nun einem unrhythmischen «ping» und «pong» der gelben Zelluloid-Bälle. Kreuz und quer wird geschlagen, gelacht und gejubelt. Die Kinder sind voller Enthusiasmus, der Einsatz ist gross.

Vereine helfen bei den Kursen mit

Tischtennis ist einer der meistbesuchten Kurse, die den Schülern aus Wil an den Jugend Games angeboten werden. Bereits zum 12. Mal geht diese Woche die Veranstaltung, die alle zwei Jahre in den Herbstferien stattfindet, über die Bühne. Das Konzept ist seit der Lancierung mehrheitlich geblieben: Schüler zwischen 5 und 16 Jahren können für 25 Franken innerhalb von fünf Tagen zahlreiche Sportarten ausprobieren und kennenlernen; von Fussball und Eishockey über Klettern und Schiessen bis hin zu Boxen und – eben – Tischtennis. In diesem Jahr partizipieren 320 Kinder, welche verteilt auf 60 Kurse insgesamt 105 Stunden Sport treiben.

«Die Jugend Games sind bei den Schülern beliebt. Sie sind froh über das Angebot, da sie dadurch die freie Zeit in den Ferien am besten nutzen können», erklärt OK-Präsident Michael Stöckli. So besuchen die meisten Kinder innert weniger Tage mehrere Angebote, ein Junge hat sich sogar für 12 Kurse angemeldet. «Der wird Ende Woche wohl Muskelkater haben.»

Dass sie überhaupt den gesamten Teilnehmeraufmarsch in den Kursen unterbringen, hätten sie vor allem den Clubs aus der Interessensgemeinschaft (IG) der Wiler Sportvereine zu verdanken, welche mehrheitlich die Kursleiter stellen. Stöckli, der auch Präsident der IG ist, sagt: «Alle arbeiten ehrenamtlich und geben vollsten Einsatz, um den Kindern ihren Sport vorzustellen.» Dahinter stecke natürlich der Grundgedanke, die jungen Teilnehmer auf den eigenen Verein «gluschtig» zu machen, um neue Mitglieder zu generieren. Aus diesem profitablen Grund würden sich auch immer mehr Sportclubs ausserhalb Wils melden. Doch laut Stöckli gilt die Bedingung: «Es werden die Wiler Vereine bevorzugt. Wenn sich jedoch in einer bestimmten Sportart niemand aus Wil bereit erklärt oder gar keiner in der Stadt existiert, dürfen sich auch externe Vereine melden.» Man wolle ja nicht die Konkurrenz dem heimischen Club vorziehen.

Randsportarten sind äusserst beliebt

Während sich die Kinder in der Halle die Tischtennis-Bälle um die Ohren schmettern, herrscht auch outdoor auf der Schulanlage viel Betrieb. Die Mountainbiker wärmen sich gerade auf, während nebenan beim Orientierungslauf sprintende Kinder hinter den Gebüschen verschwinden.

«Die grosse Stärke des Events ist die Bandbreite an Sportarten, die wir anbieten können», sagt Stöckli. Nebst den klassischen Disziplinen finden sich Randsportarten wie Kunstrad oder Rollstuhlsport im Programm, in zwei Jahren werde vielleicht sogar Rugby dazustossen. Auch diese Kurse werden gut besucht: «Es ist die Neugierde, die eigene Perspektive zu wechseln und Neues zu entdecken. Das treibt die Kinder an. Und wenn es dann noch um einen Wettbewerb oder Wettkampf geht, ist ihre Motivation kaum mehr zu steigern.»

«Motiviert» und «neugierig» sind Adjektive, die auch die Gefühle in der Turnhalle am Klosterweg beschreiben. Dort versuchen sich die Kinder am Radball, inklusive dem ein oder anderen harmlosen Sturz. Es ist kein einfaches Unterfangen, wie auch Stadträtin und Schulratspräsidentin Jutta Röösli, die sich auch kurz aufs Rad schwingt, zugeben muss. Sie zeigt sich begeistert: «Es ist wichtig, die Kinder auch neben der Schule zum Sport zu animieren.»

Potenzial für mehr Teilnehmer wäre da

Die Stadt hilft dem OK-Team vor allem im administrativen Bereich. Eine wichtige Entlastung, wie Präsident Michael Stöckli meint. Der Aufwand sei nämlich enorm gross. Dennoch sieht er der Zukunft der Jugend Games positiv entgegen: «Wir versuchen, die Teilnehmerzahlen nach oben zu schrauben. Wir haben das Potenzial für 400 Teilnehmer.» Aus zwei Gründen sei dieses Ziel jedoch schwierig. Einerseits vereisten Kinder wieder mehr mit der Familie. Anderseits wolle man auch mehr Schüler mit Migrationshintergrund erreichen, schaffe dies aus unbestimmten Gründen jedoch nicht. Aber, trotz des vielen Aufwands bis Ende Woche, organisiere der Sportlehrer die Jugend Games immer gerne: «Die riesige Begeisterung der Kinder ist mein Ansporn.»

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