SCHWINGEN: Mit Bier, Stumpen und Sägemehl

Auch im Sommer wird trainiert. Der Schwingclub Uzwil führt schon seit etlichen Jahren ein sogenanntes Sommer-Outdoor-Training durch. Dieses Jahr fand es sogar in einem Zelt statt.

Urs Nobel
Drucken
Teilen
Zuerst zeigte der Nachwuchs grossen Einsatz, ehe die Aktiven ins Sägemehl stiegen.

Zuerst zeigte der Nachwuchs grossen Einsatz, ehe die Aktiven ins Sägemehl stiegen.

Urs Nobel

urs.nobel@wilerzeitung.ch

Früher war es das Hallenpro­blem, welches den Schwingclub Uzwil dazu bewog, über die Sommerwochen eine Lokalität zu finden, wo trainiert werden konnte. Unterdessen wäre es kein Problem mehr. Die Untertoggenburger verfügen über einen eigenen Schwingkeller, zu dem sie jederzeit Zutritt hätten.

Trotzdem sind die Bösen froh, wenn sie zwischendurch wirder einmal andernorts trainieren können. Es ist der Reiz der Abwechslung, und dieser tut in einem Trainingsprogramm immer gut. In diesem Sommer waren die Schwinger Gäste in der Oberrüti bei Niederbüren. Die Gastgeberfamilie Leuzinger hat keine Kosten und Mühen gescheut, für die Sportler, aber auch für den Nachwuchs die besten Trainingsbedingungen zu schaffen. Mit einer perfekt organisierten Festwirtschaft motivierte sie auch die Schwingerfreunde und Eltern der teilweise kleinen Knirpse, während des Trainings vor Ort zu verweilen und etwas zu konsumieren. Die Gelegenheit wurde gerne genutzt. Bei der letzten Durchführung, bevor wieder in den Schwingkeller disloziert wurde, nahmen in der ersten Stunde fast 40 Nachwuchsschwinger am Training teil. Anschliessend machten sie den grossen Bösen Platz, um aber die Gelegenheit zu nutzen, von dem einen oder anderen beim Zuschauen etwas zu lernen.

Trainings auch mit Gastvereinen

Norbert Fürer, der Ex-Präsident des Schwingclubs Uzwil, zeigte sich dankbar um die ideale Trainingsgelegenheit, für welche sogar ein Zelt aufgestellt wurde. «Wir wechseln die Trainingsorte jährlich. Das gibt uns Gelegenheit, auch an anderen Orten etwas Werbung für unsere Sportart zu machen. In diesem Jahr sind wegen der idealen Möglichkeiten auch Gäste der Schwingclubs aus Flawil und Wil dabei. Sogar aus St. Gallen sind sie vorstellig geworden, um mit uns trainieren zu können.»

Gegen 40 junge Möchtegernschwinger nahmen am letzten Training in der Oberrüti teil. Entsprechend kamen auch zahlreiche Eltern und Verwandte, die von den bereitgestellten Festbänken zuschauen oder sich mit Gleichgesinnten unterhalten konnten. Die Festwirtschaft bot ein reichhaltiges Angebot an Trank und Speisen an. Junge Frauen servierten schnell und aufmerksam. Es herrschte zeitweise eine Stimmung wie an einem kleinen Schwingfest, an dem es nur Sieger gab.

Unterdessen nahte der Trainingsschluss des Nachwuchses. Die Aktiven trafen ein. Die Kleinsten wollten kaum aufhören, alle wollten «noch schnell einen Kampf» durchführen und möglichst den Gegner platt auf den Rücken legen. Nur wenige Eltern bevorzugten das Trainingsende als Grund, die Kinder sofort mit nach Hause zu nehmen. Sie gönnten ihren Kleinen den Anschauungsunterricht bei den Vorbildern, wohl wissend, dass nicht jeder kleine Kämpfer ein grosser Böser werden kann. Aber einen Versuch ist es wert, und die Kinder dankten es Mutter oder Vater, indem sie sich beim Zuschauen ganz diszipliniert benahmen.