Schwingen
Kilchberg-Sieger Damian Ott am Empfang in Dreien: «Jetzt merke ich langsam, was ich erreicht habe»

Damian Ott verblüffte die Schwingerwelt dieses Jahr wiederholt. Nach den beiden Bergfestsiegen doppelte der starke Mann aus Dreien am Kilchberger Schwinget nochmals nach. Ein klarer Grund für den dritten Empfang in seiner Heimat Dreien.

Pascal Schönenberger
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Damian Ott beim Empfang in seinem Heimatdorf Dreien.

Damian Ott beim Empfang in seinem Heimatdorf Dreien.

Bild: PD

Die Schwinger starteten nach einem Jahr Pause verspätet in die Schwingsaison und irgendwie wusste niemand, wer jetzt das Zepter in der Hand hat und wer der klare Favorit für den Kilchberger Schwinget sein wird. So kannte Anfang Saison auch kaum niemand den Namen von Damian Ott, dem 21-jährigen Toggenburger aus Dreien. Viele wussten auch nicht, wo genau dieses Dorf Dreien liegt.

Spätestens nach diesem Wochenende kennt die ganze Schweiz den Zimmermann und man weiss auch, dass Dreien zur Gemeinde Mosnang gehört. «Es ist unglaublich, was in dieser Saison passiert ist», sagt Damian Ott. Aus seiner Sicht ist es auch noch etwas völlig surreal. «Ich denke, nach dem Empfang merke ich langsam, was ich erreicht habe.»

Mit Disziplin zum Erfolg

Damian Ott, Werner Schlegel und Marcel Räbsamen, die zusammen die St.Galler Farben am Saisonhöhepunkt für den Kanton vertreten haben, zeigten während der ganzen Saison eine Topleistung. Aber der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Sie trainierten trotz Coronapause immer weiter. «Wir passten unser Training immer wieder den Coronaregeln an und mussten dabei auch eine gewisse Flexibilität einsetzen», sagt Ott. So gab es auch Trainings, die sie allein zu Hause absolvierten.

Würdevoller Einzug des Kilchberg-Siegers am Dienstagabend.

Würdevoller Einzug des Kilchberg-Siegers am Dienstagabend.

Bild: PD

Speziell erwähnte Ott auch das Training mit Robin Städler, dem ehemaligen Athletiktrainer von Jörg Abderhalden. «Da ich im Alter von 18 Jahren die Schwinghosen wegen ständiger Rückenprobleme fast an den Nagel hängen musste, war ich gezwungen für eine Änderung.» Städler konnte ihm helfen und so sind seine Rückenschmerzen verschwunden und er kann wieder ohne Beschwerden angreifen.

Aber auch die Arbeit mit Urban Götte als Trainer im Sägemehl hat sich bei Ott und seinen Toggenburger Kollegen ausbezahlt. Ott sagt:

«Wir kämpfen bis zum bitteren Ende und möchten dem Gegner immer zeigen, wer der Chef auf dem Platz ist.»

Offenbar eine Taktik, die in dieser Saison optimal funktionierte. Nun haben die Schwinger eine kleine Pause verdient, obwohl sie am Olma-Schwinget vom 17. Oktober nochmals im Sägemehl stehen. Ende Oktober startet dann die Saisonvorbereitung für das Jahr 2022, wo die drei Toggenburger am Eidgenössischen Schwingfest das Teilnehmerfeld, wie in der Saison 2021, aufmischen möchten. Wie es schon Jörg Abderhalden gesagt hatte: «Mit Disziplin zum Erfolg.»

«Ä schiiss Freud»

Es strömte am Dienstagabend alles nach Dreien. Rund 800 Personen wollten den Kilchberger Sieger sehen und empfangen. Die Gemeinde unter der Leitung vom Gemeindepräsidenten Renato Truniger selbst organisierte den Empfang im Toggenburg und dies bereits zum dritten Mal in dieser Saison. «Die Bewohner sind zwar nicht empfangsverrückt, aber Damian mussten wir jetzt sowieso nochmals empfangen», so der Gemeindepräsident.

«Was für ein Tag und was für eine Leistung», tönte es aus der Laudation von Urban Götte, dem Trainer von Ott. Aber auch der Kantonalpräsident Martin Kurmann überreichte nur die besten Glückwünsche und sagte auch: «Ich ha ä schiis Freud, kann es nicht anders ausdrücken.» Und auch der NOS-Präsident Rolf Lussi war vor Ort und feierte den Sieger vom Kilchberger Schwinget und erzählte ihm auch, was er Historisches geschafft habe.

Damian seinerseits nahm die Glückwünsche mit einem breiten Lachen entgegen und bedankte sich allen Personen, welche ihn die ganze Saison unterstützt haben und alles für ihn gemacht haben. So war auch das ganze Nordostschweizer Team gemeint gewesen, welches auch in Dreien geschlossen den Empfang von Damian mitfeierte, so auch sein Co-Sieger Samuel Giger. Wer weiss, vielleicht darf Dreien im kommenden Sommer wieder einen Empfang vorbereiten.

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