SCHWINGEN: Bösch prägte das Geschehen

Die vergangene Schwingersaison stand im Zeichen vom Unspunnen- sowie dem Schwägalp-Schwinget Mitte August. Ebenfalls im Fokus stand in diesem Jahr Daniel Bösch, welcher als Titelverteidiger ans Unspunnen-Schwinget nach Interlaken reiste.

Pascal Schönenberger
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Daniel Bösch bodigt Thomas Sempach auf der Schwägalp im Schlussgang und kann sich als Sieger feiern lassen. (Bild: Janine Kid)

Daniel Bösch bodigt Thomas Sempach auf der Schwägalp im Schlussgang und kann sich als Sieger feiern lassen. (Bild: Janine Kid)

Pascal Schönenberger

sport@wilerzeitung.ch

Für Daniel Bösch wird die Saison 2017 sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben. Der Toggenburger stand in diesem Jahr als Titelverteidiger vom Unspunnen-Schwinget speziell unter Druck. Denn das Saisonhighlight von Ende August findet nur alle sechs Jahre statt, und bis jetzt konnte noch kein Schwinger seinen Titel verteidigen. Mit viel Motivation startete der gelernte Metzger in die Saison 2017. Die optimale Vorbereitung kam jedoch wegen eines Nasenbruchs an einem Vorbereitungsschwingfest ins Stocken.

Von Fest zu Fest gesteigert

Rechtzeitig auf die Kranzfestsaison kehrte der Sennenschwinger geheilt in das Sägemehl zurück, und seine Formkurve stieg von Fest zu Fest weiter nach oben. Sein erstes Ausrufezeichen in Richtung Unspunnen setzte er mit dem Sieg in der Eishockeyhalle von Rapperswil, am St. Galler Kantonalschwingfest Ende Mai. Bis zum Schwägalp-Schwinget war Bösch immer in den vorderen Rängen klassierte und sicherte sich sechs Kränze. An seinem Lieblingsbergfest, am Schwägalp-Schwinget, schlug dann der Toggenburger nochmals zu. Vor der Rekordkulisse von 13250 Zuschauern bodigte er den Berner Thomas Sempach im Schlussgang und konnte sich zum zweiten Mal nach 2015 in den Siegerstein eintragen lassen. Vor sechs Jahren nach dem Unspunnen-Sieg sagte Daniel Bösch im Interview mit SRF, er wolle die Schwägalp gewinnen. Nun hat er es bereits zweimal geschafft.

Am Saisonhöhepunkt konnte er seine gute Form vom Schwäg­alp-Schwinget beweisen und klassierte sich mit vier Siegen und zwei Niederlagen im vierten Schlussrang. Den Titel konnte er jedoch nicht verteidigen, und somit bleibt der Mythos Unspunnen weiterhin bestehen.

Kranzrückrang und Verletzungen

Der Toggenburger Schwingerverband musste bereits vor der Saison den ersten unfallbedingten Ausfall beklagen. Der NOS-Sieger 2015, Michael Rhyner, verletzte sich im Februar am Kreuzband und musste auf die ganze Saison 2017 verzichten. Er war in den letzten Jahren zu einem wichtigen Eckpfeiler im Toggenburg herangewachsen und fehlte in der vergangenen Saison merklich. Somit schrumpfte die Spitze im Toggenburg deutlich, was sich negativ auf Resultate auswirkte.

Chance genutzt, um im Schatten zu wachsen

Arnold Forrer konnte dank drei Kränzen seinen Kranzrekord auf 145 Kränze ausbauen. Jedoch verlief für den Schwingerkönig die Saison auch nicht wie gewollt, und so musste er noch vor dem Schwägalp-Schwinget die Saison abbrechen. Die Schmerzen in der Hüfte waren zu gross und beeinträchtigten ihn schon in der Vorbereitung im Winter. Mit Beat Wickli, Rico Baumann, Dominik Bäbler und dem Neukranzer Damian Ott befinden sich dafür vier Schwinger im Aufwind, welche im Schatten der Spitze am wachsen sind. Ott erkämpfte sich am St. Galler Kantonalschwingfest seinen ersten Kranz und hat das Potenzial für weitere Kranzerfolge. Insgesamt erschwangen sich die Toggenburger 17 Kränze, 13 Kränze weniger als in der Saison 2016. Mit dem Comeback von Michael Rhyner in der Saison 2018 und eventuell neuen Kranzschwingern wird sich die Zahl sicherlich wieder vergrössern.