Schwierige Zeiten für den Export

Zur Jahresversammlung des Arbeitgeberverbandes Südthurgau fanden sich am Mittwochabend gut 50 Mitglieder in Eschlikon ein. Präsident Martin Model erwartet schwierige Zeiten, sieht aber einen Höhenflug im Gesundheitswesen.

Christoph Heer
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ESCHLIKON. Martin Model, Präsident des Arbeitgeberverbandes Südthurgau und Inhaber der Eschlikoner Recyclingfirma Inno Plastics, freute sich, die gut 50 anwesenden AGV-Mitglieder im Saal des Restaurants Löwen zu begrüssen. Der Arbeitgeberverband zählt aktuell 80 Firmen, im Vorjahr waren es 79 gewesen. Deren Anzahl Mitarbeiter beläuft sich auf 4589. Dazu absolvieren insgesamt 282 Lehrlinge ihre Lehrzeit in einer dieser Firmen im Hinterthurgau. Auch sechs Gönnermitglieder sind Unterstützer des AGV.

Martin Model eröffnete den offiziellen Teil mit einigen Worten und Anekdoten über die Prognosen der Schweizer Wirtschaft. «Was auffällt, ist die Tatsache, dass wir uns in einem Bauboom befinden. Dies auch wegen der steten Zuwanderung. Aber aufgepasst, nicht alle befinden sich auf der Gewinnerseite wie die Baubranche, es gibt auch eine Kehrseite der Medaille.»

Die Sache mit dem Export

Martin Model sagte, dass das Exportwesen generell nicht auf einem schlechten Weg sei. «Aber für die Thurgauer Exportwirtschaft erwarten wir schwierigere Zeiten.» Er malte jedoch nicht schwarz und betonte, dass bereits wenige Unternehmen in unserer unmittelbaren Umgebung für bessere Zahlen sorgen können. Als Kehrseite des Beschäftigungswunders betitelte er die Tatsache, dass im Gesundheitswesen ein rasanter Höhenflug im Gange ist, die Industrie und das Gastgewerbe aber mit gewaltigem Abbau zu kämpfen haben. «Ich bin alarmiert, denn immer noch macht die Industrie unseren Wohlstand und die Wertschöpfung aus. Geben wir auf sie acht». Auf einer Folie zeigte er auf, wie die Umstände in Zahlen aussehen. «Knapp die Hälfte aller Exporte entfallen auf Maschinen, Metalle, Apparate und Elektronik.» Als Fazit erörterte Model, dass als Folge der Zuwanderung der private und der staatliche Konsum sowie der Bau an Wirtschaftswachstum gewinnen. «Die Industrie und der Export hingegen leiden.»

Des weiteren wurden an der Jahresversammlung die Verselbständigung des Keest (Kompetenz-Zentrum Erneuerbare Energie), der neue Internetauftritt des AGV und die Genossenschaft für Personalvermittlung behandelt.

Jungunternehmer fördern

Abschliessend informierte Peter Maag über den neu gegründeten Verein «Start Netzwerk Thurgau». Dieser fördert Jungunternehmer und wird unterstützt durch die Industrie- und Handelskammer Thurgau. Danach folgten Gespräche und Diskussionen, während der Apéro serviert und verköstigt wurde.

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