Schwierige Zeiten auf Raststätten

Neu gehören die Imbissbuden auf den Autobahnraststätten nicht mehr in die Zugehörigkeit des Kantons, sondern des Bundes. Den Betreibern wird das Leben schwer gemacht, unter anderem mit einer Umsatzabgabe von fünf Prozent.

Christoph Heer
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WÄNGI. Peter Gredig, Imbissstand-Betreiber auf dem Rastplatz Wildhus-Nord in Gossau, hat sich entschieden, nach neun Jahren seinen Verpflegungsstand aufzugeben. Wegen zahlreicher Änderungen durch den Übertritt der Zuständigkeit vom Kanton zum Bund haben die Betreiber mit mehreren, neuen Auflagen zu kämpfen. Der Bund hat 2009 die Verträge von den Kantonen übernommen. Ziel ist es laut Bundesamt für Strassen (Astra) ab 2013, auf Vereinheitlichung zu setzen. So gelten künftig auf allen Rastplätzen der Schweiz dieselben Tarife, man spricht von «nationaler Nivellierung». Zum Hauptproblem der Imbissbetreiber wird die Tatsache, dass nur noch mobile Imbissstände erlaubt sein sollen. Auf dem Rastplatz Hexentobel Nord in Wängi, Fahrtrichtung Winterthur, trifft man Aleksic Zeljko aus Wil. Seit gut einem Jahr führt er den Imbiss. «Ich hoffe, den Imbiss weiterbetreiben zu können, und auf Einsicht des Bundes», sagt der gebürtige Kroate.

«Man wird nicht reich»

Zeljko hat Spass bei der Verrichtung seiner Arbeit in der Imbissbude. Wird der Fokus aber auf die möglichen Auflagen des Bundes gerichtet, so verfinstert sich sein Gesicht. «Da sind happige Auflagen dabei. Die Platzmiete, die Umsatzabgabe von fünf Prozent und die maximale Verwendung von 40 Quadratmetern für den Imbiss, das ist nicht einfach unter einen Hut zu bringen», sagt Zeljko. Als Beispiel führt er an, dass sich im Winter viel weniger Kundschaft gewinnen lässt, wenn man keinen gedeckten und wärmenden Sitzplatz zur Verfügung hat. «Wenn wir trotzdem etwas herrichten wollen, etwa in Form eines Zeltes, wäre der Aufwand mit dem Auf- und Abbau viel zu gross», sagt Zeljko. Er betreibt nebst dem Imbiss im Hexentobel Nord seit 2008 einen Party-Service in Wil. «Mein Traum war schon immer die Selbständigkeit im Catering-, Grill-, oder Imbisswesen zu erlangen.» Doch mit all den Auflagen des Bundes müsse man sich Gedanken machen, ob man sich längerfristig auf den Rastplätzen halten möchte. «Man wird hier nicht reich. Doch die vielen Freundschaften, die sich ergeben, und der Spass am Imbissgeschäft an sich, entschädigen für viele Unannehmlichkeiten», sagt er

Rumänen verübten Einbruch

Er lobt die Thurgauer Kantonspolizei. «Dank den regelmässigen Patrouillen bleiben wir mehr oder weniger verschont von Aggressionen oder Zerstörungswut. Unser kleiner Treffpunkt wird ausschliesslich von gutgelaunten Gästen besucht. Es bilden sich viele Freundschaften mit Chauffeuren, Italienern, Bankern und vielen weiteren Reisenden», lacht Zeljko. Anfang September wurde er jedoch Opfer eines Einbruchs. Die Täter mit rumänischer Staatsangehörigkeit wurden gefasst.