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Schweizer Schule in Peru feiert Jubiläum

Zum 75. Geburtstag der Pestalozzi-Schule in Lima reist die Wilerin und Schulinspektorin Esther Spinas nach Peru. Nebst den Feierlichkeiten wird geprüft, wie es um den Unterricht und Zustand der Schule steht.
Nicola Ryser
Schweiz trifft Peru: Im Colegio Pestalozzi prallen unterschiedliche Kulturen aufeinander. (Bild: PD)

Schweiz trifft Peru: Im Colegio Pestalozzi prallen unterschiedliche Kulturen aufeinander. (Bild: PD)

Es herrscht grosser Betrieb an der Schweizer Schule Colegio Pestalozzi in der peruanischen Hauptstadt Lima. 650 Schüler besuchen zurzeit die gemischte Privatschule, deren Unterricht vom Kindergarten über die Primar- und Sekundarschule bis zur Gymnasialstufe gegliedert ist. Unterstützt wird die Schweizer Schule finanziell teilweise vom Bund und pädagogisch vom Patronatskanton Thurgau. Alle vier bis fünf Jahre schickt der Kanton eine Aufsichtsdelegation nach Südamerika, um die Situation und den Betrieb in der Schule neu zu beurteilen.

Die Arbeit und das Vergnügen kombiniert

Esther Spinas Schulinspektorin Schulaufsicht Thurgau. (Bild: PD)

Esther Spinas Schulinspektorin Schulaufsicht Thurgau. (Bild: PD)

Diese Woche ist Esther Spinas zum dritten Mal von der Schulaufsicht Thurgau nach Südamerika geflogen, zum ersten Mal wurde sie mit der Organisation des zwanzigtägigen Aufenthalts betraut. Bereits vor einem Jahr begann die Wilerin mit der Vorbereitung, denn die diesjährige Reise ist gleichzeitig eine besondere: Die Schule feiert nämlich ihr 75-jähriges Bestehen. «Da kommt einiges auf uns zu, von Festreden am offiziellen Festakt über einen grossen Kirmes, ähnlich wie ein Jahrmarkt, bis zu einer Kunstausstellung und Musikdarbietungen. Sogar die Regierungsrätin reist diesmal mit», sagt Spinas.

Das Jubiläum werde jedoch gleichzeitig mit der üblichen Evaluation kombiniert, «das bedeutet, wir besuchen den Unterricht, führen Umfragen bei Schülern, Lehrpersonen und Eltern durch und erteilen an den Nachmittagen Weiterbildungen für die Lehrpersonen.» Schliesslich gehe es darum, als Patronatskanton den Schulbetrieb weiter zu fördern. Das Colegio Pestalozzi in Lima setzt sich, wie andere Schweizerschulen auf dem Globus, zum Ziel, jungen Menschen durch engagierte Bildung eine solide Grundlage für die berufliche Zukunft zu schaffen. In Lima ist dieser Auftrag laut Spinas sehr wichtig, da es in Peru keine Berufslehre oder andere Chancen für den Berufseinstieg gibt.

«Vieles geht dort nur über eine Matura und später einen akademischen Abschluss.»

Die Schweizer Schule habe einen sehr guten Ruf in der Stadt, da die meisten Kinder dadurch einen guten Abschluss schafften und somit eine Chance auf ein späteres Studium in Peru oder der Schweiz hätten.

Deutsch-Lektionen bereits im Kindergarten

Der Unterricht sei streng, die Leistungserwartung hoch. Das Schweizer Schulsystem wolle man jedoch nicht aufzwingen, sondern soll zur Weiterentwicklung beitragen. «Die Kinder lernen in erster Linie die Landessprache Spanisch, aber bereits im Kindergarten werden sie mit der deutschen Sprache vertraut gemacht, in der Primarschule wird das Fach Mathematik sogar in Deutsch unterrichtet», erläutert die Wilerin. Selbstverständlich sei aber auch Englisch ein Schwerpunkt und Französisch ein Pflichtfach. «Dadurch entsteht ein spannender Mix aus unterschiedlichen Sprachen.»

Hilfsprojekte sensibilisieren die Kinder

Neben den Schülerinnen und Schülern mit Schweizer Wurzeln besuchen Peruaner und Kinder aus anderen Herkunftsländern das Colegio. 20 Lehrpersonen kommen aus der Schweiz, die restlichen stammen nebst Peru aus Deutschland und Amerika.

«Da prallen zahlreiche Kulturen aufeinander und die Schüler lernen, damit klarzukommen.»

Es sei auch nicht das Ziel, das Thurgauer Schulsystem eins zu eins zu kopieren, man befinde sich ja in Peru und da herrsche eine andere Kultur. «Der Unterricht findet hinter bewachten Mauern statt, das ist in Südamerika üblich. Auch Erdbebenübungen gehören regelmässig zum Jahresprogramm», erklärt Spinas. Die Schüler sollen sich mit ihrer Umwelt auseinandersetzen – geografisch wie sozial.«Es werden viele gute Projektwochen durchgeführt. Mal geht man in die Wüste oder in den Urwald, dann plant man Hilfsprojekte für die Armen, sammelt Petflaschen zur Herstellung von Wolldecken oder hilft beim Aufbau von einfachen Hütten. So werden die Kinder für die Natur, andere Menschen und Nachhaltigkeit sensibilisiert.»

Esther Spinas ist nun gespannt auf ihre Reise nach Lima und auf die neuen Erkenntnisse, die sie sammeln wird. Bisher war sie zufrieden mit dem Unterricht und dem Zustand der Schule, «auch wenn es noch Verbesserungsmöglichkeiten gibt.» Doch zuerst freut sie sich auf das Wiedersehen mit dem Schulleiter und den Lehrpersonen und auch auf die rote Kuh mit dem Schweizer Kreuz inmitten des Schulgeländes.

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