Schweizer Meister Aamon Schönenberger aus Wilen ist beruflich und privat auf Erfolgskurs

Schweizer Meister, Jahrgangsbester und Gewinner des Pestalozzipreises: Aamon Schönenberger aus Wilen bei Wil ist der erfolgreichste Heizungsplaner. Jetzt, nach seiner Lehre, will der 19-Jährige vermehrt Zeit in seine Hobbys und Freunde investieren.

Rita Bolt
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Aamon Schönenberger ist nicht nur beruflich erfolgreich: Sein Hobby ist Judo, wo er bald in die Elite-Kategorie aufsteigt.

Aamon Schönenberger ist nicht nur beruflich erfolgreich: Sein Hobby ist Judo, wo er bald in die Elite-Kategorie aufsteigt.

Bild: Rita Bolt

Die Eltern haben die Schlussfeier und Rangverkündigung der Gebäudetechniker, die coronabedingt online abgehalten und ausgestrahlt wurde, im Wohnzimmer angeschaut. Sohn Aamon war in seinem Zimmer im oberen Stock. Dann die Liveschaltung ins Zimmer zu Aamon Schönenberger.

Der Moderator gratuliert ihm zum Schweizer Meistertitel der Gebäudetechniker Fachrichtung Heizung und fragt, was während des Wettkampfes die grösste Herausforderung gewesen sei. Diverse Pläne in CAD in sehr kurzer Zeit zu zeichnen, sei für ihn der grösste Stressfaktor gewesen, da ihm diese Aufgabe während der Lehrzeit nicht allzu oft zugekommen sei, antwortete der 19-Jährige.

Nach dem Online-Interview traf sich die Familie im Wohnzimmer und feierte den Schweizer-Meister-Titel. Er habe zudem sehr viele Gratulationen via SMS, E-Mail und Telefon erhalten.

Schwieriger Aufgabenbeschrieb

Die Schweizer Meisterschaften der Gebäudetechniker fanden Mitte Oktober in Lostdorf statt. Jeder Teilnehmende hatte 16 Stunden Zeit, verteilt auf zwei Tage, die Wettbewerbsaufgaben der jeweiligen Fachrichtung zu lösen. Publikum gab es nicht. Schönenberger sagt:

«Dafür gab es aber viele Medienvertreter, die alles dokumentiert haben. Fotos und eine tägliche Zusammenfassung konnten online angeschaut werden.»

Er sei auf seine Arbeit fokussiert gewesen, habe sich von niemandem stören lassen. Die Heizungsplaner mussten die Sanierung eines Gewerbehauses samt Erweiterung nach geltenden Standards projektieren. Umweltverträglichkeit, Wirtschaftlichkeit und Effizienz standen dabei im Fokus.

«Bei der Erarbeitung eines Konzeptes gibt es kein richtig oder falsch», sagt der junge Fachmann, denn es gebe immer verschiedene Lösungsansätze. Sein Ansatz war demnach der Beste und brachte ihm die Goldmedaille.

Viele Pläne in kurzer Zeit zu zeichnen, sei für ihn ein Stressfaktor gewesen, sagt Aamon Schönenberger.

Viele Pläne in kurzer Zeit zu zeichnen, sei für ihn ein Stressfaktor gewesen, sagt Aamon Schönenberger.

Bild: PD

Hat er mit dem ersten Rang gerechnet? «Die anderen waren im CAD-Zeichnen schneller und der Aufgabenbeschrieb war anspruchsvoll», antwortet Schönenberger. Aber einen vorderen Rang habe er sich schon erhofft.

Schönenberger durfte sich durchaus berechtigte Hoffnungen machen, denn er absolvierte die Lehrabschlussprüfung als Jahrgangsbester mit der Note 5,5. Zudem darf er den diesjährigen Pestalozzipreis entgegennehmen. Die Pestalozzi Gruppe spendet jährlich den «Stiftepriis» für die besten Absolventinnen und Absolventen der Lehrberufe in den Bereichen Gebäudehülle, Metallbau, Metallverarbeitung und Haustechnik. Aamon Schönenberger hat alle Preise gewonnen, die es zu gewinnen gibt – mehr geht nicht.

Begeisterter Judoka

Die Berufsmedaillen sind aber nicht die einzigen, die Schönenberger «sammelt». Seit fast zehn Jahren ist er begeisterter Judoka im Budo-Sport-Club Arashi Yama Wil. «Ich bin jetzt noch das letzte Jahr in der U21, dann steige ich in die Elite-Kategorie auf», erklärt Schönenberger.

Sein 17-jähriger Bruder Naahum, der in der unteren Altersklasse kämpfe, sei erfolgreicher. Ebenfalls Mitglied im Verein sind seine 14-jährige Schwester Ava und die zwölfjährige Runa. Alles aussergewöhnlichen Vornamen, was bedeutet Aamon? Schönenberger lacht und sagt:

«Aamon kommt aus dem Ägyptischen und bedeutet unter anderem Sonnengott. Meine Mutter mag ausgefallene Namen.»

Aamon Schönenberger hat die Lehre als Gebäudetechnikplaner bei der Instaplan AG in Oberbüren absolviert und arbeitet noch immer dort – derzeit im Homeoffice.

Wie geht es bei ihm beruflich weiter? Festgelegt habe er sich noch nicht, zuerst werde er die Rekrutenschule machen. Er könne sich gut vorstellen, anschliessend ein Studium anzuhängen, beispielsweise die Höhere Fachschule. «Ich habe mir mal alle Optionen notiert.»

Jetzt, nach der vierjährigen Lehre, möchte der 19-Jährige wieder vermehrt seinen Hobbys nachgehen. Er freut sich auf seine Kollegen, auf den Sport und aufs Reisen. Denn jetzt hat er nicht nur wieder mehr Zeit, sondern verdient auch sein eigenes Geld.