«Schweizer in jedem Spiel dabei»

Von Freitag, 24. April, bis Sonntag, 26. April, findet in der Eishalle Bergholz in Wil das Euro-2015-Turnier der Damen-Floorball-Tour statt. Teilnehmende sind Schweden, Finnland, Tschechien und die Schweiz. Roland Brändle aus Schwarzenbach erhielt ein Aufgebot als Schiedsrichter.

Urs Nobel
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Roland Brändle freut sich auf einen weiteren Einsatz auf internationaler Ebene und darüber, dass der Event «direkt vor seiner Haustüre» stattfindet. (Bild: Urs Nobel)

Roland Brändle freut sich auf einen weiteren Einsatz auf internationaler Ebene und darüber, dass der Event «direkt vor seiner Haustüre» stattfindet. (Bild: Urs Nobel)

UNIHOCKEY. Die einen nennen es Unihockey, die anderen Floorball. Gemeint ist dasselbe, nämlich die attraktive Teamsportart, in welcher jeweils die Mannschaften mit ihren Stöcken aus Kunststoff versuchen, dem Gegner den Ball einmal mehr in die Maschen des Tores zu setzen, als sie Treffer bekommen.

Gehören zu den Besten

Führend im Damen-Unihockey sind die Länder Schweden und Finnland sowie Tschechien und die Schweiz Diese vier Teams treffen am letzten April-Wochenende in Wil an einem Turnier aufeinander. Zu den Besten ihres Fachs gehören auch die beiden Schiedsrichter Roland Brändle aus Schwarzenbach und Remo Niedermann (früher Zuckenriet). Die zwei Spielleiter sind spezialisiert auf Spiele der Frauen und blicken auf zahlreiche internationale Einsätze zurück. Ihr Erfolgsrezept: «Wir lassen die Teams so spielen, wie sie es können und wollen.» Brändles Partner weilte noch bis kurz vor dem Turnier in Australien und ist seit ein paar Tagen wieder zurück. Für Brändle ist das kein Problem. Niedermann und er kennen sich schon viele Jahre und wissen, wer in welchen Situationen wie reagiert.

Mit Tschechien auf Augenhöhe

Brändle und Niedermann sind in Wil eines von zwei Paaren, welche die Spiele leiten werden. Jeden Tag eines pro Duo also. Und Brändle schmunzelt auf die Frage, ob er gerne den Final pfeifen würde: «Im Gruppenspiel-Modus kann jedes Spiel das Finalspiel sein. Eines ist sicher, in diesem Spiel werden auf jeden Fall Schweizer dabei sein.» Das Schweizer Damen-Nationalteam belegt im Ranking Rang 3. Dominant sind Schweden und Finnland. Mit Tschechien befindet man sich auf Augenhöhe, und der Abstand nach oben ist schmaler geworden. Kleine Dinge können zu Überraschungen anwachsen.

Eine Standortbestimmung

Selbstredend sind alle vier Teams bereits für die Weltmeisterschaft qualifiziert. In den Qualifikationsspielen trafen sie nicht aufeinander. Man hat die vier Top-Teams extra noch nicht gegeneinander spielen lassen. Wil wird also zu einer sogenannten Standortbestimmung für alle Beteiligten. «Es wird anspruchsvoll werden, die Spiele zu leiten. Wir werden mit etwelchen Emotionen konfrontiert sein. Besonders im Spiel zwischen Schweden und Finnland geht es um viel Prestige.»

Internationale Spiele als Heimspiele, das wird auch für Roland Brändle etwas Spezielles. Er weiss, dass viele Bekannte als Zuschauer ins Bergholz kommen. Brändle ist nicht unglücklich, keine weite Reise unternehmen zu müssen, um zum Einsatz zu gelangen. Und er könnte auch zu Hause schlafen. Was er aber nicht macht. Er wird wie die anderen Spielleiter im Hotel wohnen, und wenn der Organisator etwas für die zwei Paare plant, genau so mitmachen, wie wenn er von auswärts käme. «Ich habe das auch so an internationalen Einsätzen in Zürich und St. Gallen gehalten. Der persönliche Austausch unter den Schiedsrichtern ist jeweils sehr dankbar und bringt dich weiter.»

Schiedsrichter mit Medaillen

Roland Brändle arbitriert im Verlaufe einer Saison rund 40 Spiele. Seine internationale Karriere begann im Jahr der Damen-Weltmeisterschaft 2011 in St. Gallen. Dort schaffte er es auf Anhieb bis in den Halbfinal. An der U19-WM in Tschechien leitete er das Spiel um Rang 3. Einen nationalen Höhepunkt erlebte er mit der Leitung des Cupfinals 2013. International stand er im selben Jahr in Tschechien an der Damen-WM und im Meisterschafts-Finalspiel im Einsatz. Ein Jahr darauf an der U19-WM (wiederum Damen) in Polen, wo er sogar das Finalspiel leiten durfte. Eine besondere Freude bereitete ihm das nicht erwartete Aufgebot vom finnischen Verband, als er die Partie Finnland gegen Schweden leiten durfte. «Als Anerkennung für unsere Einsätze bekommen wir – wie in anderen Sportarten auch – jeweils an Final- oder Rangspielen eine Medaille.» Seine Sammlung umfasst bereits drei Gold- und eine Silbermedaille. Und, was ihn besonders stolz macht: Zwischen 2011 und 2014 wurde Brändle dreimal zum besten Schiedsrichter der Saison gewählt.

2024 an der Olympiade

Roland Brändle setzt sich jeweils die Messlatte für Einsätze an internationalen Veranstaltungen hoch. Er möchte möglichst oft die jeweiligen Finalspiele leiten. Diese Zielsetzung war und ist weiter realistisch. Zieht aber die Schweizer Damen-Nationalmannschaft in einen Final, kann er gut damit leben, nicht berücksichtigt zu werden. «Hauptsache, die Schweiz steht im Final.» Roland Brändle hat aber auch noch Träume. Er geht davon aus, dass die Sportart Unihockey – oder eben Floorball – im Jahr 2024 olympisch sein dürfte. Dann dabei zu sein, das wäre die Erfüllung des grössten Traums seiner bisher schon sehr erfolgreichen Karriere.

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