Schweizer Briefmarke feiert heute ihren 175. Geburtstag

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Wil Obwohl schon eine geraume Zeit vergangen ist, seit es Briefmarken in der Schweiz gibt, gilt sie noch heute als beliebtes Sammlerobjekt von Herr und Frau Schweizer. Genau heute vor 175 Jahren, am 1. März 1843, gab die Schweiz ihre erste Briefmarke heraus. Nach Grossbritannien war die Schweiz das zweite Land, das von dieser Erfindung Gebrauch machte. Damals waren noch die Kantone dafür zuständig. Den Anfang machte Zürich mit den Marken «Zürich 4» und «Zürich 6».

Die Grundidee der Erfindung war, das Briefporto nicht mehr vom Empfänger einziehen zu lassen, sondern vom Absender. Damit war das erste «Prepaid-System», will heissen Vorauszahlung und anschliessende Nutzung, geschaffen, wie es auf Wikipedia beschrieben wird. Ausserdem wurde damit eine Vereinfachung und Senkung des Briefportos verbunden, so dass ein Briefwechsel nicht mehr nur reichen Personen vorbehalten war. Allerdings musste sich das neue System erst etablieren, wie Paul Nuijten, Briefmarkensammler und Präsident des Philatelistenvereins Flawil-Degersheim-Uzwil, weiss. So glaubten einige Empfänger fälschlicherweise, dass der Absender das Porto in der Überzeugung übernommen hat, der Empfänger könne sich dieses nicht leisten.

Speziell auf das 175-Jahr-Jubiläum der Schweizer Briefmarke hat die zu den weltweit führenden Briefmarken-Auktionshäusern gehörende Peter Rapp AG in Wil eine Online-Ausstellung realisiert, wie es in einer Mitteilung heisst. Das Auktionshaus wirft den Blick auf die teuersten Raritäten der Anfangszeit und spannt mit der Jubiläums-Strassenumfrage den Bogen in die Moderne. Zu Höchstpreisen wechseln die papierenen Exemplare ihren Besitzer. Bei der teuersten je verkauften Schweizer Briefmarke handle es sich um eine «Rayon 1». Diese wurde im Rapp-Auktionshaus für 348000 Franken ersteigert.

«Die Lust auf Briefmarken ist ungebrochen», sagt Marianne Rapp Ohmann, Geschäftsführerin von Rapp. Das habe auch die Umfrage mit Wilerinnen und Wilern bestätigt. Wie sich zeigt, sind Briefmarken im Alltag der Schweizer fest verwurzelt und schaffen emotionale Verbindungen zu Menschen, Tieren und Ereignissen. Auch junge Menschen finden Briefmarken deshalb nach wie vor «cool» und schätzen ihren Fortbestand als wichtig ein, wie Marianne Rapp Ohmann weiter erzählt. (pd/ad)

Hinweis

Online-Ausstellung ist ersichtlich unter www.rapp-auktionen.com/ch/auktionen/175-jahre