SCHWARZENBACH: Tummelplatz für Amphibien

In der Region sind einige Amphibienarten stark gefährdet. Pro Natura realisiert deshalb in Zusammenarbeit mit den Gemeinden Projekte für Laichgewässer. Im neuangelegten Weiher am Bärensberg sollen sich Kammmolche ansiedeln.

Urs Bänziger
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Mit Baggern wurde die Grube für das Laichgewässer ausgehoben. Der Standort befindet sich am Waldrand des Bärensbergs. (Bild: pd)

Mit Baggern wurde die Grube für das Laichgewässer ausgehoben. Der Standort befindet sich am Waldrand des Bärensbergs. (Bild: pd)

SCHWARZENBACH. Ein Erdloch klafft am Waldrand des Bärensbergs oberhalb Schwarzenbach. Von einem Weiher ist noch nicht viel zu sehen. Aber nach und nach wird sich der Aushub im Gebiet Waldhof mit Regenwasser füllen. Und mit dem Wasser wird Leben entstehen. Pro Natura erwartet, dass sich Kammmolche und Laubfrösche ansiedeln werden. Denn vor allem für diese Amphibienarten ist das Laichgewässer angelegt worden.

In der Region sind einige Amphibienarten stark gefährdet. Um sie vor dem Verschwinden aus der Region zu bewahren, legt Pro Natura in Zusammenarbeit mit den Gemeinden neue, räumlich vernetzte Laichgewässer an. Der Weiher am Bärensberg ist Teil eines regionalen Amphibienförderprojektes, bei dem an über 30 Standorten neue Laichgewässer entlang von Thur und Glatt angelegt werden.

Idealer Standort

Das Gebiet Waldhof liegt zwischen den bekannten Reliktvorkommen des Kammmolches im Gill (Uzwil) und Egelsee (Jonschwil). Der Standort eigne sich daher zur Vernetzung der beiden Vorkommen, schreiben die Projektverantwortlichen von Pro Natura. Auch Laubfröschen soll der Weiher als Laichplatz dienen. Ein grosser Bereich des angrenzenden Waldes sei Feuchtgebiet und biete deshalb einen idealen Landlebensraum.

Grundeigentümer Linus Buchmann und auch die Gemeindebehörde unterstützen das Projekt. An den veranschlagten Kosten von rund 40 000 Franken leistet die Gemeinde Jonschwil einen Anteil von 30 Prozent. Weitere 30 Prozent bezahlen Bund und Kanton, für den Rest kommt Pro Natura auf. Den Unterhalt übernimmt ebenfalls die Gemeinde.

Weitere Projekte

Unter der Aufsicht von Bauverwalter Felix Ambühler ist für das neue Laichgewässer eine Grube von rund 30 Metern Länge und rund 10 Metern Breite ausgehoben worden. Danach wurde eine mit Flies geschützte Folie ausgelegt und mit einer Geröllschicht überdeckt. Damit das Wasser zur Pflege abgelassen und der Weiher periodisch ausgetrocknet werden kann, wurde ein Rohr eingebaut, das über einen Schacht bedient wird.

Wie Felix Ambühler erklärt, ist der Weiher im Gebiet Waldhof das zweite von insgesamt drei Projekten der Pro Natura, das für Amphibien in der Gemeinde realisiert wird. Aber auch im ehemaligen Kiesabbaugebiet Hori in Jonschwil werden sich nach Abschluss der Renaturierungsarbeiten Molche und Frösche tummeln. Dort sollen vier Laichgewässer entstehen.

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