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SCHWARZENBACH: Frau mit Plastikbrüsten sammelt Plastikflaschen

Die Firma Somos sammelt gegen Entgelt Recyclingmaterial ein und bringt es zur Entsorgungsstelle. Ein Konzept, das in der Ostschweiz neu ist. Auch die Werbung ist etwas anders.
Angelina Donati
Andreas Vetterli, Projektverantwortlicher von Somos, vor den Fahrzeugen mit den Sujets, die mit einem Augenzwinkern zu verstehen sind. (Bild: Angelina Donati)

Andreas Vetterli, Projektverantwortlicher von Somos, vor den Fahrzeugen mit den Sujets, die mit einem Augenzwinkern zu verstehen sind. (Bild: Angelina Donati)

Ob ein Mann mit Bierbauch, der für das Recyceln von «Flaschen» wirbt oder eine Frau mit Silikonimplantaten, die «Plastik» sammelt: Die Werbesujets der neu gegründeten Firma Somos sind auffällig und könnten wohl beim einen oder anderen Kopfschütteln auslösen. Bislang aber habe es ausschliesslich positive, ja gar zustimmende Rückmeldungen, gegeben, sagen Beni Naef, Geschäftsleiter der Starmag, die das Somos-Projekt initiiert hat, und Andreas Vetterli, Projektleiter von Somos.

Die zweideutigen Motive seien im Team von Anfang an gut angekommen. Auch habe die Werbeagentur noch weitaus aggressivere Kampagnen vorgeschlagen, die keinen Anklang gefunden hätten. «Wir wollen niemanden beleidigen oder vor den Kopf stossen. Viel mehr soll die Werbung zum Schmunzeln anregen», sagt Beni Naef. «Genau darauf zielt auch unsere Botschaft ab: Recyceln soll Spass machen.»

Recycling-Alltag überdenken

Wer kenne nicht, wie mühsam der ganze Aufwand rund um das Sammeln und Entsorgen von leeren PET-Flaschen, Glas, Papier und Karton, Dosen sowie Leuchtmittel sei? Nachdem die verschiedenen Materialen ins Auto gehievt werden, müssen oftmals mehrere Sammelstellen angefahren werden, wie Naef und Vetterli sagen. «Die einen nehmen kein Papier entgegen, andere keine Kaffeekapseln.» Daneben sei es unangenehm, die teils klebrigen Dosen oder Gläser in die Hände zu nehmen. Für viele ist das Sammeln schlicht zu aufwendig oder sie sind sich nicht bewusst, welche Artikel überhaupt wieder verwertet werden können. Das brachte die Zuständigen der Starmag auf die Idee, den Recycling-Alltag zu überdenken und einen Transportdienst anzubieten. Dabei gehören Magnettechnik und Blechverarbeitung zu den eigentlichen Kernkompetenzen des Unternehmens in Schwarzenbach.

Erstmals getüftelt an der Idee eines Transports von Recyclingmaterial wurde vor zwei Jahren, bis das Projekt immer konkreter wurde. Im vergangenen Herbst führte das Team erste Tests durch. Familienmitglieder und Bekannte wurden aufgefordert, während mehrerer Wochen alles, was sich recyceln lässt, zu sammeln. «Es ist erstaunlich, wie viel Material zusammenkommt», sagt Andreas Vetterli. Danach wurden die gefüllten Taschen von einem Fahrer abgeholt und mit einem speziellen Fahrzeug zu einer Sammelstelle in der Region gebracht. Nach ein paar Optimierungen fiel der Startschuss nun vor gut zwei Wochen.

Vor allem für ältere Menschen und Familien

Auf der Somos-Website kann der Kunde ein Abholdatum definieren, das auf einmal pro Monat festgelegt ist. Momentan ist der kostenpflichtige Transport ausschliesslich für Materialien vorgesehen, die an Sammelstellen ohnehin kostenlos zurückgebracht werden können. Weshalb sollte man also für den Transport zahlen? «Wir nehmen den Leuten die Last ab. Sie müssen sich nicht mehr ums Entsorgen kümmern», sagt Naef. Die Dienstleistung spreche vor allem ältere Menschen und Familien an. Mit dem Anklang sind die Zuständigen zufrieden. Wie sich die Nachfrage weiter gestalte, werde sich weisen. Ohnehin sei das junge Unternehmen nicht festgefahren und werde sich laufend den Bedürfnissen anpassen. Ausbaufähig sei auch das derzeitige Gebiet mit neun Gemeinden.

Eine grosse Herausforderung stellten die selber ausgebauten Fahrzeuge dar. Unzählige Normen mussten eingehalten werden. Trotzdem sollte sich die Entleerung der Transporter effizient gestalten. Genau so effizient seien die Fahrwege, sagt Beni Naef. Aus wirtschaftlichen Gründen und natürlich der Umwelt zuliebe. Ganz im Sinne des Recycling-Gedankens.

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