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SCHWARZENBACH: Ein Mist, der keiner ist

Täglich produzieren die vier Pferde von Peter Ammann 150 Kilo Mist. Dieser wird gerne als Dünger in Gärten verwendet. Über die Nachfrage und das Einzugsgebiet staunt der Pferdezüchter jedes Mal aufs Neue.
Angelina Donati
Pferdemist gratis abzugeben: Peter Ammann aus Schwarzenbach ist noch so froh um dankbare Abnehmer. (Bilder: Angelina Donati)

Pferdemist gratis abzugeben: Peter Ammann aus Schwarzenbach ist noch so froh um dankbare Abnehmer. (Bilder: Angelina Donati)

Angelina Donati

angelina.donati

@wilerzeitung.ch

«Gratis Pferdemist – Selbstbedienung»: Das Schild, das Peter Ammann am Gehege an der Wilerstrasse in Schwarzenbach montiert hat, ist nicht zu übersehen. Darauf angesprochen, muss er schmunzeln. «Stimmt genau, bei mir kann man Mist abholen.» Obschon seine vier Pferde im Vergleich zu grossen Pferdehaltungen wenig Exkremente produzieren, kommt eine beachtliche Menge zusammen. «Pro Tag sind es insgesamt 150 Kilo», sagt Peter Ammann.

Abbauen lässt sich ein solcher Haufen nur sehr spärlich – wohin also damit? Dankbare Abnehmer sind vor allem Einfamilienhausbesitzer. «Der Pferdemist dient ihnen als willkommener Dünger für Rosen, Blumengärten und Gemüsebeete», sagt Ammann. Da das Pferd im Vergleich zur Kuh kein Wiederkäuer ist, enthält das Ausgeschiedene mehr unverdaute Pflanzenfasern. Diese wiederum verrotten im Boden zu Humus und tragen so zu einer verbesserten Struktur bei. Ausserdem benutzt Ammann als Einstreu Strohwürfel statt normales, langes Stroh. «Der Mist hat damit eine andere Konsistenz und lässt sich besser weiter verarbeiten», erklärt er.

Auch auf Bauernhof wiederverwertet

In all den Jahren hatte Ammann noch nie Schwierigkeiten, den Mist loszuwerden. Manchmal sei die Nachfrage sogar grösser als das Angebot, was den Anbieter überrascht. Engpässe gebe es vor allem im Frühling und im Herbst. «Ich staune, woher die Leute überall kommen, um sich damit einzudecken.» Ob Interessierte aus Zuzwil, Degersheim, Flawil oder Bischofszell – das Angebot scheint sich herumgesprochen zu haben. Nicht minder staunt Ammann auch über die Transportarten. «Da habe ich schon die verrücktesten Sachen erlebt», sagt er und lacht. Mit Schaufel und Eimer machen sie sich an die Arbeit und hieven die Exkremente in den mit Plastikfolie ausgelegten Kofferraum. Ein Geschäft daraus machen, will Ammann nicht, wie er sagt. «Ich kann froh sein, wenn man den Pferdemist eigenständig abholt und ich nichts weiter damit zu tun habe.» Ab und an stelle ihm der eine oder andere eine Flasche Wein vor die Türe, über die sich Ammann natürlich sehr freut.

Er könnte den Mist auch einem Landwirt zur Verfügung stellen. «Dann aber müsste ich für den Transport wohl selber aufkommen.» Pferdemist werde aber durchaus auch auf Bauernhöfen widerverwertet, wie Ammann aus eigener Erfahrung weiss. Aufgewachsen als Bauernbub in Schwarzenbach, hatte die Familie stets ein Pferd, mit dem das Land bewirtschaftet wurde. Im Gegensatz zu Kuh- oder Schweinemist, wird der Pferdemist allerdings eher in den Maisacker gemischt. Allerdings müsse auch dann noch zusätzliche Gülle hinzugemischt werden. Ab einer gewissen Anzahl Pferde würde es sich bestimmt auch lohnen, den Mist an Gärtner und Champignons-Züchter abzugeben, erzählt er weiter.

Kutschenausflug mit der ganzen Familie

Pferde gehören seit über 30 Jahren zu Ammanns leidenschaftlichem Hobby. Nebst seiner beruflichen Tätigkeit im Aussendienst der Tierfuttermarke Melior züchtet der Schwarzenbacher Freiberger-Pferde. Pro Jahr bildet er jeweils ein Fohlen aus, das später beispielsweise als Kutschenpferd eingesetzt wird. Unterstützung bei den Stallarbeiten erhält er dabei von seiner Frau.

«Pferde sind sehr edle Tiere», schwärmt Peter Ammann. Noch so gerne macht er jeweils am Wochenende einen Kutschenausflug samt Frau, den beiden Töchtern und dem Sohn. «Das bereitet der ganzen Familie Freude.» Die Einkehr in einem Restaurant runde die gemütliche Ausfahrt ab.

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