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SCHWARZENBACH: Das ganze Dorf ist digital

Vier Jahre nach der Installation des Glaserfasernetzes sind nun alle Haushalte im Dorf mit der neuen Technologie ausgestattet. Die Projektverantwortlichen über die Vorteile, Schwierigkeiten und einen «Haken».
Angelina Donati

Angelina Donati

angelina.donati

@wilerzeitung.ch

Das alte, analoge Netz hat zwar noch nicht ausgedient. Für die Dorfkorporation Schwarzenbach steht aber seit Längerem fest, dass sie auf die Glaserfaser-Technologie umrüsten möchte. «Es ist eine Investition in die Zukunft», sagt Eugen Meier, VR-Präsident der Dorfkorporation Schwarzenbach. Nach dem Baustart vor vier Jahren meldet Meier nun, dass alle Haushalte erschlossen sind. Ein Meilenstein für das 1800-Seelen-Dorf, schliesslich handelt es sich um eines der bedeutendsten Projekte in der Geschichte der Dorfkorporation.

Nicht wie in anderen Gemeinden üblich, liegt die Versorgung von Erdgas, Elektrizität, Multimedia und Wasser in den Händen der Politischen Gemeinde Schwarzenbach, sondern in deren der Dorfkorporation. Vergleichbar mit einem technischen Betrieb. «Diese Konstellation macht uns im ganzen Kanton einzigartig», sagt Meier. Weil die Infrastruktur bereits vorhanden war, mussten für die Glasfasern fast keine Strassen aufgerissen werden. «Zugute kam uns auch, dass genügend Rohre vorhanden waren», sagt Projektleiter Marco Spenger und VR-Mitglied der Dorfkorporation. «Da waren unsere Vorfahren weitsichtig.»

Weiterhin aktiv um Kunden bemühen

Insgesamt sind es 750 Anschlüsse, die auf die gläserne Technologie umgerüstet sowie 72 Haushalte, die neu erschlossen wurden. Wie bisher wird die Dienstleistung durch die Thurcom angeboten. Es könnten aber auch andere Anbieter das Glasfasernetz nutzen, wie die Projektverantwortlichen sagen. Ob zum Beispiel auch die Swisscom in Frage komme, sei eher unwahrscheinlich. Die Swisscom investiere vor allem in grossen Städten in einen Ausbau; an einem Mietverhältnis sei sie erfahrungsgemäss nicht interessiert.

Trotz oder genau wegen des Umrüstens bleibt der Kundenstamm der Thurcom nach der Installation des Glasfasernetzes mit rund 700 Haushalten erhalten. Dennoch muss sich der Anbieter weiterhin aktiv um Kunden bemühen, wie Meier und Spenger sagen. Der Umstand, dass im laufenden Jahr die herkömmlichen Anbieter schrittweise die analoge Telefonie abschalten, begünstige den Zeitpunkt eines Anbieterwechsels. Die Gefahr, dass gewisse Kunden abspringen, sei nicht auszuschliessen. «Wir müssen die Entwicklung im Auge behalten», sagt Meier. «Es betrifft auch uns als Dorfkorporation. Wir sitzen mit der Thurcom als unserem externen Partner im gleichen Boot.» Mit der «aggressiven Werbung» der Swisscom könne man nicht mithalten, dafür punkte der lokale Anbieter Thurcom mit seiner Erfahrung und der Kundennähe, sagt Spenger.

«Unser grosser Nachteil ist, dass unser Betreiber kein Handy-Abo anbietet.» Allerdings könne dies mit dem im Angebot enthaltenen Festnetzanschluss wieder wettgemacht werden. Denn wer eine entsprechende App herunterlädt, kann seine Festnetznummer künftig übers Smartphone benutzen. «Ein Haken hat es aber: Man braucht ein Handy-Abo», sagt Spenger. Als Hauptzielgruppe nennt er denn auch Familien und «nicht die ganz jungen Leute». Letztere würden oft auf einen Festnetzanschluss verzichten.

Zutritt in die Wohnungen nicht immer einfach

Mit dem Projektverlauf des Glasfasernetzes zeigen sich Meier und Spenger zufrieden. Der Installation habe nicht nur ein Jahr früher abgeschlossen werden können, sondern liege auch mit rund 1,3 Millionen Franken elf Prozent unter Budget. Die grössten Schwierigkeiten bestanden darin, sich Zutritt zu den Wohnungen zu verschaffen. «Obwohl die Bewohner mehrmals darauf aufmerksam gemacht wurden, waren einige von ihnen am besagten Tag nicht Zuhause und haben den Schlüssel auch bei niemandem hinterlegt», sagt Meier.

Sein Haushalt gehört übrigens zu den letzten, die umgerüstet wurde. «Ein Zufall», sagt er und lacht. Das habe mit der Aufteilung in fünf Zonen und dem jeweiligen Zeitplan zu tun.

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