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SCHWARZENBACH: Agieren wie der FC Barcelona

Ein KMU, das erfolgreich sein will, muss eine Führung haben, die auf die Weisheit der Vielen setzt. Dies sagte Wolfgang Jenewein in seinem Referat vor rund 100 Gewerblern in Schwarzenbach.
Christof Lampart
Wolfgang Jenewein während seines Vortrags in Schwarzenbach. (Bild: Christof Lampart)

Wolfgang Jenewein während seines Vortrags in Schwarzenbach. (Bild: Christof Lampart)

SCHWARZENBACH. Die Zeit hat sich geändert. Heute reüssierten Führungspersönlichkeiten in Klein- und Mittelbetrieben, wenn sie auf die Weisheit der Vielen setzen. Die Managerstars von einst könnten heute nur noch als Mannschaftsspieler nachhaltig reüssieren. Davon ist Wolfgang Jenewein, Direktor der Forschungsstelle für Customer Insight an der Universität St. Gallen, überzeugt. Jenewein referierte am Dienstagabend vor rund 100 Gewerbetreibenden im Rahmen des Kompetenzforums, zu dem die St. Galler Kantonalbank in die Räume von Möbel Svoboda geladen hatte.

Die Wirtschaft habe sich in den letzten Jahren global massiv gewandelt, stellte der Referent fest. «Heute werden Möbel und Reisen anders verkauft als noch vor 15 Jahren. Gleich geblieben ist anderseits vielerorts die Art der Unternehmensführung.»

Angestellte als lohnbeziehende «Terroristen»

Viele Unternehmer der alten Schule seien sich nach wie vor gewohnt, uninteressante Sachen zu delegieren und die interessanten selber zu machen. Dies sei jedoch ein markanter Fehler und führe über kurz oder lang dazu, dass die Mitarbeiter sich innerlich vom Unternehmen abwendeten. Jenewein belegte dies mit Zahlen, nach denen in den USA von 100 Mitarbeitern sich 12 in der Firma aktiv engagierten, 64 Dienst nach Vorschrift leisteten und 20 sogar aktiv gegen das Unternehmen arbeiteten. In der Schweiz lauten die Zahlen 11-79-10. «Letztere sind sogenannte Terroristen, die man dafür bezahlt, dass sie eigentlich zu Hause bleiben», sagte Wolfgang Jenewein. Ziel müsse es aber sein, «die Mitarbeiter so für die Firma zu begeistern, dass sie gerne für das Unternehmen arbeiten.

Dieses beruflich «etwas gerne tun» sei heute für viele nach 1985 geborenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von grosser Wichtigkeit. Denn die sogenannten Digital Natives gehörten zur ersten Generation, die komplett mit der Digitalisierung aufgewachsen sind. Diese seien – in anspruchsvollen Positionen – nur dann für eine Firma zu begeistern, wenn sie an ihrem Arbeitsplatz Individualität, Selbstverwirklichung und Flexibilität vorfänden. Und unter einer Führung arbeiteten, die auf das Wissen der Masse («Schwarmintelligenz») setze und nicht auf die anscheinend unfehlbaren Direktiven von oben. In Firmen, in denen diese Führungsform, die Kultur der «Mitsprache» gepflegt werde, könne man eine echte Hingabe der Mitarbeiter erleben und «das sind genau jene Mitarbeiter, die Sie heute brauchen. Denn die Welt wandelt sich immer schneller. Da können Sie niemanden brauchen, der auf der Bremse steht und verwaltet anstatt zu gestalten.»

«Exemplarisch kann man diesen Wandel in der Führungskultur bei Fussballmannschaften sehen», sagte Wolfgang Jenewein. Moderne Teams wie die deutsche Nationalmannschaft, der FC Bayern München oder der FC Barcelona agierten absolut vernetzt, was sich auf dem Spielfeld in einer Vielzahl verwirrender Passfolgen manifestiere, an deren Ende irgendwann zwangsläufig der Torerfolg stehe. Dies sei jedoch nur möglich, wenn sich alle nach ihrem Talent ins Ganze einbringen könnten. Auch das «Empowerment» von Mitarbeitern könne Berge versetzen. «So wurde aus Leicester völlig überraschend der englische Meister der letzten Saison. Obwohl die ein Budget haben, das wohl – in der Relation gesehen – dem des FC Wil entspricht.»

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