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SCHWARZENBACH: 11822 Fahrer erwischt

Knapp zwei Monate lang hat ein Blechpolizist an der Wilerstrasse die Geschwindigkeit der Fahrzeuge gemessen. Dabei brachte er eine Rekordsumme an Bussen ein: Über eine Million Franken.
Angelina Donati
Sorgt bei Autofahrern für rote Köpfe: Der Radarkasten. (Bild: Urs Jaudas)

Sorgt bei Autofahrern für rote Köpfe: Der Radarkasten. (Bild: Urs Jaudas)

Angelina Donati

angelina.donati

@wilerzeitung.ch

Radarkasten gelten als öffentliches Ärgernis. Wenn sie nicht mit Spraydosen verschmiert, mit Klebern «verschönert» werden oder sogar Einschusslöcher erkennbar sind, wird zumindest laut und deutlich über sie geflucht. Diejenigen Blechpolizisten, die sich hinter dem Gebüsch verstecken oder direkt nach einer Kurve stationiert wurden, zählen zu den unbeliebtesten ihrer Art. Dazu muss wohl auch die Radaranlage innerorts an der Wilerstrasse in Schwarzenbach gehört haben, wo es leicht abwärts geht. Installiert war die Anlage im vergangenen Jahr während 50 Tagen. Bei keinem anderen Blitzkasten im Kanton resultierten so viele Bussen, wie eine Auflistung der Kantonspolizei hervorgeht. Von den insgesamt eingenommenen 12,3 Millionen Franken brachte er alleine 1,1 Millionen Franken ein.

Ein Betrag, der in dieser Höhe überrascht. Im Zeitraum von knapp zwei Monaten wurde diese Strasse von 380452 Fahrzeugen befahren. Sie gehört damit zweifelsfrei zu einer starkbefahrenen Strecke. Erlaubt sind 50 km/h. Dennoch ist der Anteil der «Verkehrssünder», wie sie die Kantonspolizei gerne bezeichnet, mit 11822 Fahrzeugen hoch. Somit fuhren 3,1 Prozent zu schnell, wie Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen vorrechnet. Dabei kam es zu 11462 Ordnungsbussen, 315 Übertretungen und 45 Vergehen. Der Schnellste war mit netto 102 km/h unterwegs.

Radar aufgrund von Reklamationen

Als gefährlich wird der Standort an der Wilerstrasse mit der umliegenden Industrie nicht wahrgenommen, wie Stefan Frei, Gemeindepräsident von Jonschwil, auf Anfrage bestätigt. Der Umstand, dass die Strasse leicht abwärts gehe, habe aber wahrscheinlich einen Einfluss auf das Tempo. «Auch der Gemeinderat ist vom Blitzer erwischt worden», bekennt Frei. Die Gemeinde könne bezüglich des Standorts des Radarkastens Wünsche anbringen, die Entscheidungskompetenz liege aber bei der Kantonspolizei. Wie von dieser zu erfahren ist, wurde der Standort an der Wilerstrasse in Schwarzenbach aufgrund von Reklamationen aus der Bevölkerung und Beobachtungen der Polizei auserkoren. Weshalb die Geschwindigkeit der Fahrzeuge nicht etwa vor Schulen oder im Dorf gemacht werden, wo mehr Fussgänger unterwegs sind, begründet die Polizei so: «Grundsätzlich ist die angeschriebene Geschwindigkeit gemäss Strassenverkehrsgesetz einzuhalten. Die Überwachung dieser Vorgabe obliegt der Polizei. Ungeachtet dessen, ob eine Priorisierung von Standorten besteht oder nicht und ob eine Bewertung gemacht wurde.» Es würden jeweils verschiedene Faktoren hineinspielen.

Die ewigen Diskussionen von Autofahrern um den vermeintlich richtigen Standort scheint die Kantonspolizei leid zu haben. «Das Ergebnis zeigt, dass am Standort in Schwarzenbach die Überprüfung der gefahrenen Geschwindigkeit offensichtlich notwendig ist», sagt der Mediensprecher. Er betont, dass die Priorität nicht beim Erwirtschaften von Geld, sondern bei der Verkehrssicherheit liege. «Denn nach wie vor passieren zu viele Unfälle.» Unaufmerksamkeit und erhöhte Geschwindigkeit zählen zu den meisten Unfallverursachungen. Ziel der Polizei sei, die Geschwindigkeiten herunterzubringen. «Dass wir uns damit nicht beliebt machen, ist uns bewusst», sagt Krüsi. «Regeln aber braucht es.»

Warnschild macht nicht überall Sinn

Gerade weil der Radarkasten in Schwarzenbach Bussen von einer Million Franken einbrachte und somit Spitzenreiter ist, stellt sich die Frage, ob an der Wilerstrasse eine fixe Anlage in Betrieb genommen wird. Eine solche ist gemäss der Polizei nicht geplant. Allerdings sei davon auszugehen, dass hier wieder gemessen werden müsse. Ein Warnschild kurz vor dem Radar, wie man es an anderen Orten kennt, mache nur Sinn, wenn vorgängig die vorgeschriebene Geschwindigkeit überschritten und damit eine Übertretung gemacht wurde.

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