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Schwägalp-Lawine: Beinahe wäre die mobile Sanitätsstation der Feuerwehr Wil zu ihrem ersten Einsatz gekommen

Die mobile Sanitätsstation der Feuerwehr befand sich auf dem Weg zum Lawinenniedergang auf der Schwägalp – doch die Einsatzleitung rief sie zurück. In welchen Fällen kommt sie zum Einsatz?
David Grob
Mit Lastwagen werden die Wechsel-Ladebehälter (Welab) an den jeweiligen Einsatzort transportiert. (Bild: PD)

Mit Lastwagen werden die Wechsel-Ladebehälter (Welab) an den jeweiligen Einsatzort transportiert. (Bild: PD)

Um 17.28 Uhr am späten Donnerstagnachmittag ging der Alarm bei der Wiler Feuerwehr ein. Der Grund: Der Lawinenniedergang auf der Schwägalp. Die Feuerwehr musste mit ihrer mobilen Sanitätshilfstelle Welab ausrücken, die Kurzform für den technischen Begriff Wechsel-Ladebehälter.

Tom Widmer, Einsatzleiter der Feuerwehr Wil. (Bild: PD)

Tom Widmer, Einsatzleiter der Feuerwehr Wil. (Bild: PD)

Schnell alarmierte der Einsatzleiter Tom Widmer 56 Einsatzkräfte, wovon innert Minuten 40 im Depot standen. 26 Rettungskräfte rückten schliesslich mit zwei Mannschaftswagen, zwei Lastwagen mit Sanitätscontainern und einem kleinen Fahrzeug mit der Führung aus, welche die Situation vor Ort abklären und den Einsatz vorbereiten sollte.

Dann der Rückruf: Die Einsatzleitung des Kantons Appenzell Ausserrhoden entschied, dass der Welab nicht benötigt wird. In Gossau kehrte der Einsatztross wieder um nach Wil. Widmer sagt:

«Es wäre der erste Ernsteinsatz des Welab gewesen.»

Seit 2011 gewährleistet die Feuerwehr Wil den logistischen Betrieb der mobilen Sanitätsstelle. Ihr Einsatzgebiet umfasst die ganze Ostschweiz mit den Kantonen St. Gallen, Thurgau und der beiden Appenzell.

Milizkräften betreiben Welab

Im Einsatz betreiben 20 bis 25 Einsatzkräfte die mobile Sanitätsstation. «Alles Milizkräfte», wie Widmer bestätigt. Bei rund der Hälfte des eingesetzten Personals handle es sich um normale Feuerwehrleute, die bei einem Einsatz den Auf- und Abbau durchführen und die Wechsel-Ladebehälter in die mobile Sanitätsstation verwandeln.

«Die andere Hälfte besteht aus Rettungskräften der Kompanie Drei», sagt Widmer. Diese sei spezialisiert auf reine Sanitätseinsätze und unterstützt vor Ort die professionellen Sanitätskräfte. Der Welab kommt bei mehr als zwölf Verletzten zum Einsatz. Widmer sagt:

«Bis zu fünfzig Verletzte können erstversorgt werden.»

Mit einem doppelt abgesicherten Alarmierungssystem werden die Einsatzkräfte aufgeboten. Widmer sagt: «Wir kontaktieren unsere Leute mittels Pager und Handy, um alle zu erreichen.»

Bruchlandung als Grossübung

Jeweils im April übt die Feuerwehr Wil den Auf- und Abbau der mobilen Sanitätsstation. Die eingeübten Handgriffe kommen schliesslich in einer einmal jährlich stattfindenden Grossübung zum Tragen, wenn ein grösseres Unglück simuliert und das Zusammenspiel aller Rettungskräfte auf Herz und Nieren getestet wird. Zuletzt im vergangenen September, als die Notfallübung «Kormoran», die grösste der Ostschweiz, durchgeführt wurde.

Eine Bruchlandung eines Flugzeuges auf dem Flugplatz war das Szenario, das sämtliche Notfallkräfte der Region beschäftigte. Mit dabei war auch die Feuerwehr Wil mit dem Welab und der mobilen Sanitätsstation.

Die errichtete Sanitätstelle kann bis zu fünfzig Verletzte erstversorgen. (Bild: PD)

Die errichtete Sanitätstelle kann bis zu fünfzig Verletzte erstversorgen. (Bild: PD)

Keine Übung war der Niedergang der Lawine von der Säntis-Nordwest-Wand. Auf einer Breite von mehreren Hundert Metern löste sich die Lawine, ehe sie talwärts Richtung Schwägalp donnerte und dort das Restaurant und die Talstation der Säntis-Schwebebahn frontal traf. Bis in den Speisesaal des Restaurants drang die Schneewalze ein. Die Bilder des demolierten und mit Schnee gefüllten Saals gingen um die Welt. Nur knapp entging die Säntisregion einer grösseren Katastrophe. Zwei Stunden später wären die Tische des Restaurants wohl besetzt gewesen. Lediglich drei Personen verletzen sich leicht.

Der glimpfliche Ausgang verhinderte somit auch den ersten Ernsteinsatz des Welab.

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